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Organ des Ex-libris-Vereins zu Berlin.
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GÓRLITZ. 1906.
Auftragsweiser Verlag von C. A. Starke, Königl. Hofl.
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Bibliothekzeichen — Bücherkunde und Gelehrtengeschichte.
Organ des von Friedrich Warnecke begründeten Exlibris-Vereins
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zu Berlin. XVI. Berlin. 1906. Ne 1. Der jährliche Preis der ,,Exlibris-Zeitschrift“ beträgt 12 Mark, für Nichtmitglieder 15 Mark. — Anzeigen für
die ,,Exlibris-Zeitschrift* werden von C. A. Starke, Kgl. Hofl., Görlitz, Salomonstr. 39, entgegengenommen.
Die Mitglieder des Exlibris-Vereins werden gebeten, Adressenänderungen stets sofort unserem Schatzmeister, Königl. Hoflieferant Georg Starke, Görlitz, Salomonstrasse 39, mitteilen zu wollen; für die durch Unterlassung dieser Anzeige entstehenden Verluste von Nummern der Zeitschrift Kann der Verein nicht aufkommen.
Die nächsten Sitzungen des Vereins finden statt:
Montag, den 9. April 7. Mai (Stiftungsfest)
» »
im Restaurant Ernst Voges, Nollen- dorf-Platz 9, Berlin, abends 8 Uhr.
130.Sitzung des Exlibris-Vereins
vom 13. November 1905. Vorsitzender: Herr Prof. Emil Doepler d J.
Der Vorsitzende, Herr Professor E. Doepler d. J. legt die eingegangenen ausländischen teilt nunmehr auch eine italienische Exlibriszeitung,
Exlibriszeitungen vor und mit, dass die „Revista Italiana di Ex-Libris* gegründet
worden ist.
Der Vorsitzende empfiehlt sodann noch die Art und Weise, in welcher die „Werkstatt der Kunst“ Originale und Plagiate neben- einander abbildet, und hält dieses Verfahren für das beste Mittel gegen gewohnheitsinässige Nachempfinder. — Er legt sodann noch einen prachtvollen, von Oscar Graf radierten Akt für Wolfgang Gurlitt
vor und verteilt folgende Blätter von zwei
zur dauernden Abwehr
seiner Schülerinnen: Margarethe Wertheimer,
Paul Martha Gerstung, alle in vorzüglicher Ausführung von Else Gerstung, Hans und Frieda Max Uth von Dora Gustav.
Herr Dr. Brendicke verteilt das selbst- gezeichnete Exlibris unseres neuesten Mitgliedes Albin Weber, Berlin, sowie das für die XI. entworfene Blatt von
Ephraim, Paula Paderstein,
Karsten,
Realschule zu Berlin Paul Wulfhorst, Berlin. ein prachtvolles Exlibris von G. A. Closs-Stuttgart
Er legt sodann noch
für Fritz Hoffmeister und den neuesten Exlibris- Versteigerungskatalog im Hötel Drout vor.
Herr Dr. Béringuier hat wieder eine reiche Sammlung Neuerwerbungen mitgebracht, unter diesen eine ganze Anzahl neuerstandener Blätter.
Herr Georg Otto zeigt in Entwurf und fertiger Ausführung eine Reihe neuer Schöpf- ungen von seiner Hand, darunter Blätter für J. und Stella Lemann, Carl von Behr, Baron Camphausen, Freih. von Schilling, Ernst von Braunschweig u. a. m.
Herr Regierungsassessor von Zur Westen bei Originalzeichnungen der Jugend
bemerkt, dass der Versteigerung von
nicht das Original seines Exlibris von Fidus, sondern nur ein Druck desselben versteigert worden ist, (vgl. E. L. Z. XV. 4. S. 195).
Herr
gewöhnlich,
Dr. Waehmer legt wieder, wie
eine an Zahl und Güte über- diesmal nur Radierungen und alte Stiche, vor. Er und weist beider Originale nach, dass das Exlibris Lode (ca. 1850)
die fast genaue Übertragung eines Holzschnittes
raschende Anzahl Neuerwerbungen,
bemerkt durch Vorlage
aus Gullivers Reisen von Jon. Swift (A. Kröner, Stuttgart o. J.) ist. (ca. 1830), eine Göttin mit grossem Füllhorn in Wolken Kupferstiches von Beck in Braunschweig (die
Ein anonymes Exlibris
thronend, ist die Kopie eines Kopie trägt den Stechernamen Wolff) aus „Poëtische Schriften“ von J. W. Zachariae, Band IV (ohne Verlegernamen und o. J).
to
Herr Paul Voigt legt sodann noch seine neueste Radierung Gertrud Voigt vor, welche in vorzüglicher Technik eine Reihe Bücher, mit Namensband umschlungen, darunter eine umrankte Lever darstellt.
Herr E. Doepler nocheine hochinteressante Sammlung
Zum Schluss bringt Professor
von Festschriften, darunter eine Reihe der Schüler des Kunst-Gewerbemuseums zur Vorlage. In diesen Blättern hat sıch eine ganze Anzahl heute hochangesehener Künstler verewigt, und ihre Schülerarbeiten verraten nicht nur oft ihre künftige Bedeutung, sondern können sich gern ihren späteren Leistungen würdig zur
Seite stellen. Der Schriftführer :
Carl G. F. Langenscheidt.
131.Sitzung desExlibris-Vereins
vom II. Dezember 1005.
Vorsitzender: Herr Prof. Emil Doepler d. J.
Der Herr E. Doepler eröffnet General-
Vorsitzende Professor
d. J. die versammlung und erteilt dem Schatzmeister Herrn Hoflieferanten Georg Starke, Görlitz, das Wort zum Jahresbericht.
Herr Starke führt Folgendes aus: Der Verein entwickelte sich auch im letzten Jahre Herr Graf zu Leiningen-Westerburg hat allein bis
in hocherfreulicher Weise weiter.
jetzt 400 Mitglieder angemeldet. Leider hat uns der Tod einige Mitglieder entrissen und zwar die Herren Liquidator Koch, Reichsgerichtsrat von Schwab, von Szepessi, Staatsrat a. D. von Eisenhart, A. Saffroy und James Robert Brown. Wir sind einigen Mitgliedern, welche sich durch Schenkungen von Beilagen um die Ausstattung der Vereinszeitschrift verdient gemacht haben, Es soll an dieser Stelle besonders den Herren Ed. L. Lorenz- Meyer,
besonders verpflichtet.
Hamburg, Doetsch-Benziger, Basel, und Max
Rosenheim, London, unser Dank ausgesprochen werden.
Der Rest-Abschluss kann noch nicht vor- gelegt werden, da Heft 4 noch nicht zur Ver- sendung gekommen ist; doch ist ein Fehlbetrag ausgeschlossen, und die auf der Bank be- findlichen Wertpapiere brauchten nicht in An- spruch genommen zu werden. Zu unserem Bedauern ist die Zeitschrift des Klubs Basilea in Basel, welche sich so grosse Verdienste um unsere Sache erworben hat, eingegangen.*)
Die Rechnungsrevisoren stellen nunmehr den Antrag auf Entlastung für die Jahre 1903/04. Es wird dem Antrage gemäss beschlossen.
Herr Prof. Doeplerübergibt nunmehr den Vorsitz Herrn Landgerichtsrat Dr. Beringuier, welcher die Wahl des Vorstandes leitet. Der alte Vorstand wird einstimmig wieder gewählt.
Es bleiben also Herr Professor Emil Doepler d J., Vorsitzender, Herr Carl G. F. Langenscheidt, Schriftführer, Herr Georg Starke, Schatzmeister.
Zum Verweser der Vereinssammlung wird Herr Dr. Waehmer, Berlin, Lindenstrasse 18/19, bestellt.
Die eben genannten Herren nehmen die Wahl an und danken der Versammlung für ihr Vertrauen.
Herr Langenscheidt legt die geordnete Vereinssammlung vor und übergibt dieselbe dem neuen Verweser Herrn Dr. Waehmer.
Herr Prof. E. Doepler d J. schliesst nunmehr die Generalversammlung und eróffnet die ordentliche Sitzung. Er teilt mit, dass bereits früher-in geheimer Sitzung beschlossen wurde, für unser Ehrenmitglied Herrn Grafen K. E. zu Leiningen-Westerburg eine be- sondere Ehrung gelegentlich des von ihm dem Verein zugefúhrten vierhundertsten Mitgliedes zu
schaffen. Es geschah dies dadurch, dass dem
*) S. Notiz unter ,,Verschiedenes‘' dieser Nummer.
bekannten Künstler Herrn Hanns Bastanier ein Gedenkblatt in Auftrag gegeben wurde. Der Künstler löste seine Aufgabe in Form einer Exlibris-Radierung. welche einen Schnitter darstellt, der Ähren zu einer Garbe vereinigt hat, um so den Sammeleifer und die Werbe- tátigkeit des Herrn Grafen in sinniger Weise zu veranschaulichen. Eine Unterschrift weist auf den Grund des Entstehens des Blattes hin. Herr Graf zu Leiningen-Westerburg hatte nun kurz vorher das vierhundertste Mit- glied angemeldet, ein Exemplar des Blattes war ihm übersandt worden und bereits der telegraphische Dank in die Hände des Vor- sitzenden gelangt. Es war somit gelungen, dem eifrigen Förderer unseres Vereins eine kleine Aufmerksamkeit zu widmen und ihm die Dankbarkeit des Vereins zu beweisen.*) Der Vorsitzende legt sodann die erste Nummer der „Revista Italiana“ vor, welche sich ausser durch mangelhaften, schlecht ge- druckten Inhalt noch dadurch auszeichnet, dass die Titelzeichnung der Einfachheit wegen das bekannte Porträt des Berliner Holz- schneiders Herm Jahrmagt von Professor E. Doepler d. J. (Gerlach & Schenk, Alle- gorien und Embleme) durchgepaust verwendet. Herr Graf zu Leiningen-Westerburg sendet aus München ein Wettbewerbs-Aus-
schreiben der Typographischen Gesellschaft
München zur Erlangung von schönen typo- graphischen Exlibrisentwürfen und eine Anzahl Abdrücke seines neuesten Exlibris von Franz Buschmeyer, einer sehr gelungenen Zeichnung mit mittelalterlichem Motive, ein.
Herr Landgerichtsrat Dr. Béringuier, Herr Dr.
Brauchitsch legen ihre neuen Eingänge
Waehmer und Her von
vor; letzterer hat alle Blätter mit passenden Vorsatzpapieren unterlegt und damit pracht- volle Wirkungen erzielt.
* Die Danksagung des llerrn Graten vgl. Exl.-Z. XV. 4 S. 195.
Herr Prof. Hildebrandt zeigt zwei seiner neuen Blätter in inusterhafter Heraldik.
Herr Georg Wagner legt ein gut ge- lungenes Blatt für Oscar Heinrich vor.
Herr Oscar Siegl aus Leitmeritz über- weist der Vereinssammlung seine gute Ra- dierung von Richard Teschner in Prag, welche er auch im Tauschwege abgibt.
Zum Schluss des Abends wurde uns durch die Liebenswürdigkeit der Herren Prof. Doepler und Regierungs-Assessor von Zur Westen noch ein ganz besonderer künstlerischer Genuss ge- boten. Die Herren hatten aus ihren reichen Schätzen eine Sammlung von Festkarten von Künstlerhand mitgebracht, welche in solcher Schönheit wohl selten das Auge des Lieb- Herr von Zur Westen Unter
diesen befanden sich Prachtstücke von Menzel,
habers erfreut hat. legte hauptsächlich Berliner Blätter vor.
Burger, Hosemann, Scholz, Skarbina, Meyer- |
von fast Be-
sonders reich waren Lithographien von wunder-
Pietsch,
allen bedeutenden Berliner Künstlern.
heim, sogar vom „alten“
barer Schönheit vertreten, welche eine Technik aufweisen, die leider ganz verloren gegangen
zu sein scheint.
Nicht minder reich war die Sammlung des Herrn Prof. Doepler, welche u. a. auch eine grosse Anzahl Münchener Blätter z. B. von Moritz v. Schwindt, Neureuther, Piloty u.a.
aufwies, die in Originalität und Ausführung
eine grosse Fülle von Anregung boten.
Der Umstand, dass einige beati possidentes dem Verein ihre Kunstschätze in dieser Weise
zur Verfügung stellten, hat den Sitzungen
eınen neuen Reiz verliehen, der sich am
deutlichsten in der grossen Beteiligung an
unseren Zusammenkünften ausdrückt, und
hoffentlich dem Verein weitere Interessenten '
zuführen wird. Der Schriftführer:
Carl G. F. Langenscheidt.
132.Sitzung desExlibris-Vereins vom 8. Januar 1906.
Herr Prof. E. Doepler d J. eröffnet die Sitzung und verliest einen Brief des Herrn Grafen zu Leiningen-Westerburg in Múnchen. In diesem Schreiben spricht derselbe seinen Dank für das ihm gelegentlich der Zuführung des 400. Mitgliedes vom Verein gestifteten Exlibris aus.
Herr Prof. Doepler verteilt sodann zwei seiner neuesten Exlibris, ein ausserordentlich flott entworfenes Blatt für Elli (Hirsch) und ein Musik-Exlibris für Hedwig Kirsch.
Herr Dr. heraldisches
Brendicke verteilt ein neues Blatt Rheude für Friedr. Macco und übergiebt ein von Clemens
von Herm. Kissel in Mainz ausgeführtes Exlibris des neu gegründeten historischen Vereins zu Ingelheim. Zu letzterem hat Herr Jung, Schriftführer des obigen Vereins, eine ausführliche Erklärung geschrieben.
Herr Prof. Hıldebrandt legt sodann zwei neue heraldische Blätter für Theodor Hildebrand urd Karl Nicola vor.
Herr Georg Wagner verteilt sein land- schaftliches Exlibris für Oscar Heinrich.
Herr Georg Otto hat heraldische landschaftliche Entwürfe geschaffen, von welchen besonders
wieder einige
und allegorische
ein Blatt für George Fergusson durch besonders glückliche Auffassung bemerkenswert ist. Herr Amtsgerichtsrat Dr. Beringuier und Dr. Waehmer haben, eine grosse Anzahl, zum Teil kostbarer Neu- Herr
E. Doepler zeigte zum Schluss eine wohl
wie üblich, wieder
erwerbungen mitgebracht. Professor vollständige Sammlung der vorzüglichen Blätter von Fischer-Coerlin in Berlin, welche zum Teil noch wenig bekannt waren. (Vgl. Graf Leiningen- Westerbures Exlibris-Werk S. 420).
Der Schriftführer:
Carl G. F. Langenscheidt.
Dem Exlibris-Verein sind als Mitglieder ferner beigetreten: Eingeführt durch Herrn K. E. Grafen zu Leiningen- Westerburg: Mathilde Ade, München, Nymphenburgerstrasse 100.
Fräulein Kunstmalerin,
Frau Caecilie von Bose, Hamburg-
Winterhude, Marie-Luisenstrasse 39.
Frau Margit von Bottlik, Fehértemplom, Ungarn.
Herr P. A. Bourcart,Gebweiler, Elsass.
Herr Siegbert Cohn, Berlin W. 35, Pots- damerstrasse II.
Herr Dr. E bers, Sanatorium Ebers, Baden-
Baden.
Herr Erik Fischer, Organist, Kopen- hagen, Sortedams Dossering 8g, Dänemark.
Herr Wilhelm Freyer, Jena, St. Jakobs-
© strasse 35, IL
Mr. Percy Hipwell, London EÈ. C, St. Dunstan’s Buildings, England.
Herr Denis Hoffmann, Architekt, Ham - burg, Hohe Bleichen 8— 10, I.
Herr R. von Hoschek, Prag II, Bolzano- strasse, Böhmen, Österreich.
Herr Anton Koch, München, Dachauer-
strasse 61, I.
Friedrich König, Buch- und Kunst-
händler, Oldenburg i. Grossherzogtum,
Herr
Huntestrasse 4. Herr
Melchior, Major und Bataillons- Kommandeur im O. bad. Inf.-Rgt. Kaiser Friedrich III, Konstanz am Boden- see, Bodanstrasse 20.
Herr
H. Meyer, Buchdruckerei, Halber- F stadt. Frau Gertrud Reinhold, Dresden-
Blasewitz, Alemannenallee ©. Frau ToniSchiitte, Bremen, Parkallee 44a. Frau Rechtsanwalt Dr. Schwarze, Halle a. S., Wettinerstrasse 19.
Herr Viktor Singer, Hamburg, Bleichen- brücke 16.
Herr Friedr. Berthold Sutter, stud. phil. Heidelberg
et jur., g,
Schlossberg 17.
Herr Jaromir Topic, Buchhändler, Prag, Ferdinandstrasse 9, Böhm., Osterreich. Herr Auditór, Lund
Thorsten Uggla,
Schweden. Herr Benno Wohlgemuth sr, Wien II,
obere Augartenstrasse 56, Osterreich. Emgefihrt durch Herrn Georg Starke:
Herr Gustav Bormann, Bankvorsteher,
Görlitz, Theodor Kórnerstrasse 1.
Herr Dr. jur. Siegfried von Volkmann, Regierungsassessor, Liegnitz, Dove- strasse 20, I.
Eingeführt durch Herrn Dr. H. Brendicke:
Herr Theodor Bock, Hamburg, Deich- strasse 20.
Herr Dr.G.Stephan, Borna, Bez. Leipzig, Altenburgerstrasse 8.
Frau Hedwig Klasing, Leipzig, Kreuz- strasse 3b.
Fräulein Sigrid Bergström, Stockholm, Riksbankens Sedeltryckeri, Schweden.
Herr Emil Schuch, München 23, Gisela- Strasse 25, IL.
Eingeführt durch Herrn Dr. C. Reuter:
Frau Geheime Medizinalrat Prof. Siemer- ling, Kiel, Niemannsweg.
Eingeführt durch Herrin F. Schmöle:
Herr Leonhard Kalb, Frankfurta. NM. Trutz 47.
Eingeführt durch Herrn Hugo Rasch:
Herr Major von Friedeburg, Freiburg i. B., Wölflinstrasse 8.
Eingeführt durch Herrn W. von Zur Westen:
Herr Willy Lampe, Frankfurt a. M,
Friedrichstrasse 45.
Adressen-Ánderungen:
Herr Graf von Brühl, Generalmajor, Münster i. W.
Herr Landesgerichtsrat Ed. Dillmann, Sankt Pölten b. Wien, Hammer- weg 10, Nieder-Österreich.
Herr Alfred Flechtheim, Düsseldorf, Graf Adolfstrasse 60/62.
Herr F. Moritz, Berlin W., Bamberger- strasse 32.
Frau Geheimrat Ilse Warnecke, geb. von Landwúst, Berlin W. 62, Schillstrasse 1 5.
HerrFrank Roy Fraprie, 39 Addington Road, Brookline, Mass, V. S. A.
Herr Marcel Moeder, Referendar, Strass- burg, St. Urban 17.
Herr Hans Mitterer, Baumeister, Traun- stein (Bayem), mittl. Hofgasse 11.
Herr Emil Jaensch, Buchhändler, Dresden- Blasewitz, Schillerplatz 7, II.
Herr Walter von Zur Westen, Koónigl. Regierungsrat, Berlin W. 35, Schöne- berger Ufer 30 c. III.
Herr Hans Kainz, Beamter der K. K. priv. allgemeinen Verkehrsbank, Wien, IX., Elisabethpromenade 43.
Herr C.H.v. Lang-Puchhof, Hirsch- berg i. Schl, Cavalierberg 1 a.
Herr Friedrich Behr, Leutnant a. D, München, Nordendstrasse 5/0 r.
Herr Arthur Sjögren, Kunstmaler, Stock- holm, Tomtebogatan 9, Schweden.
Herr Gustav Ritter von Emich, K.u. K. Hofrat und Truchsess Sr. M, Buda- pest VIII, Horànsky utcza 16, Ungarn.
Herr Julus Erxleben, Berlin W. Friedrichstrasse 81.
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Herr Johannes W. F. Reimers, Ham- burg, Grosse Bäckerstrasse ıgb, II.
Herr PaulSünner,cand. med., ständige Adr.: Kalk b. Köln; im Sommer: Kiel.
Herr Com. T. Ethofer, akademischer Maler, Salzburg, Carolinenplatz 4, Österreich.
August von Eisenhart t.
Am 21. Dezember 1905 verschied zu Miinchen unser Mitglied Herr Staatsrat a. D. August von Eisenhart, der Nestor der Exlibrissammler, der dem Verein seit dessen Gründung angehört hat.
Mit ihm schied einerseits ein echt deutsch- gesinnter Mann, andererseits für die Exlibris- gemeinde eine besonders wichtige Persönlich- keit; denn er, der seit etwa 1875 Exlibris sammelte, legte mit Herrn Gottfried von Böhm- München zusammen, wenn auch getrennt
' marschierend, den Grund zum Wiederaulleben
der alten Exlibrissitte. Wirkte der Letztere durch seinen bekannten grösseren Exlibris- Aufsatz im Organ des Münchener Altertums- Vereins bahnbrechend für die Exlibriskunde auf litterarischem Gebiet, so trug August von Eisenhart hauptsächlich dadurch zur Ver- allgemeinerung und Kenntnis des Exlibris- gebrauchs bei, dass er Herrn Friedrich Warnccke seine Sammlung und damit das Hauptmaterial zum Warnecke'schen Handbuch zur Verfügung stellte. Wer dieses besitzt, wird in der letzten Reihe der „Zeitigen Be- sitzer* bei der Mehrzahl und den besten Blättern das den Namen Eisenhart bedeutende „E“ finden. Damit hat der Verstorbene, der seine Sammlung stets gern und bereitwillig Besuchern zeigte, diese auch der Allgemein- heit zugänglich gemacht und sich damit ein grosses Verdienst erworben; denn, wenn auch Hirth u. A. ab und zu einmal ein Bibliothek- zeichen veröffentlichten, wusste man vor dem von Eisenhart unterstützten Warnecke'schen Handbuche in der grossen Welt so gut wie nichts von dem vorhandenen reichen Schatze an alten, interessanten Exlibris und von deren
Den Riesen-Umfang, den das Exlibriswesen heute
Geschichte wie kunsthistorischem Werte.
erreicht hat, ahnte man damals, als Herr von Eisenhart, angeregt durch seine Freude an alten Kupferstichen, Exlibris zu sammeln be- gann, nicht im Entferntesten; er selbst wohl am wenigsten, und er war auch kein Freund der Auswüchse, die das ganze Exlibrissammeln heute mitunter, ganz wie andere Sammel- Von den oft rätsel- der
in anderen An-
gebiete, aufzuweisen hat. haft- mystischen Schöpfungen Neuzeit wollte der liebenswürdige, schauungen aufgewachsene, alte Herr nicht viel wissen und er beschränkte sich haupt- sächlich auf das
An jedem
Ergänzen seiner alten
Sammlung. neuen Zugang von Blättern früherer Jahrhunderte hatte er die echte Freude eines ernsthaften, historisch und Auf
Grund seiner Sammlung aber verbreitete er
kulturgeschichtlich gebildeten Sammlers.
direkt wie indirekt Nutzen und Anregung bei Künstlern und Kunstfreunden, und so ist es nicht zuviel behauptet, wenn man ihn den geistigen Vater des heutigen ganzen Exlibris- aufschwunges nennt. Mit feinem Verständnis trug er die alten Holzschnitte und Kupfer- stiche der alten geistlichen wie neuen geistigen Bildungsstätten zusammen, ordneteseine Schätze sachgemäss und versah die einzelnen Blätter mit biographischen Notizen bezüglich der Be- sitzer und Verfertiger, wodurch die Anhäufung der Blätter aus dem Rahmen einer Bilder- sammlung heraustrat und zu einer bedeutenden Quelle eigenartigen Kunststudiums wurde, wie sie trotz Bestehens einiger früherer kleiner Exlibrissammlungen bis zu den Soer Jahren des 19. Jahrhunderts nirgends in diesem Um- Wenn
auch seine Kollektion später überholt wurde,
fange und innerem Wert existierte.
so war er bis zum genannten Zeitpunkt doch der bedeutendste Hauptsammler, der eben Mehrzahl In den ersten Jahrgängen
den Grund zur aller späteren
Sammlungen legte.
sy]
O A ege Ge
findet indem er be-
unserer Exlibris - Zeitschrift man den Verblichenen praktisch tätig, sonders schöne, alte Blätter und Unika seiner Sammlung durch Abbildung und Besprechung veröffentlichte; in den letzten Jahren hinderte ihn leider sein wenig guter Gesundheitszustand an dieser litterarischen Nutzbarmachung seiner geliebten Blätter, was die Exlibris-Zeitschrift und deren Leser sehr bedauerten. Mit Genug- tuung wird es jeden wahren Exlibrissammler erfüllen, zu hören, dass diese hochinteressante, zuletzt etwa 11000 Stück (davon etwa 8000 deutsche) zählende Sammlung nicht der pietät- durch
profane Versteigerung und einer Zerstreuung in
losen Auseinanderreissung nüchterne alle Welt anheimfällt, sondern im Besitz der Tochter, Frau Professor Dr. Oebbecke, bleibt, die die Exlibrisschätze des verstorbenen Vaters selbst liebgewonnen hat und als teures Ver- hútet. Hat doch der Vater, der
sich noch in den letzten Tagen seines Lebens
mächtnis mit seinen Exlibris - Lieblingen beschäftigte, den Sinn für diese Kunstsparte bei der Tochter und treuen Pflegerin selbst geweckt.
Aus interessieren. 3. November 1826 als Sohn des kgl. Ober-
den Lebensdaten dürfte folgendes
August von Eisenhart war am
appellationsrates Ignaz Eisenhart und seiner Frau Luise, geb. von Weininger, geboren. Mit 18 Jahren bezog er die Universität und studierte Rechtswissenschaft in München und Heidelberg. Note I
Assessor,
Den Staatskonkurs machte er mit als Dritter im Königreich. 1857 1806 in das kgl. Kabinett berufen.
tätigkeit fällt in die Jahre 18069 — 1876, wo
wurde er zum Hilisarbeiter
Seine Haupt-
er als kgl. Kabinettchef eine ebenso einfluss-
reiche und wichtige, wie verantwortliche
Stellung einnahm. Diese hier näher zu
schildern, würde für den Rahmen unserer Fachzeitschrift zu weit führen; es genügt zu sagen, dass diese auch ausserhalb Bayerns
wohl bekannte und der Geschichte angehörende
~
Persónlichkeit sich in schwierigen Momenten
stets als deutschgesinnter Freund des Deutschen Reiches wie Bayerns bewährte. Kaiser Wilhelm II. hat ihm beim 25 jährigen Reichsjubiläum eine hohe Ordensauszeichnung
verliehen und Fürst Otto von Bismarck hat seine
beruhendes Leiden (schmerzhafte Neuralgie) hinderte ihn, die 2 ihm zugedachten Prä- sidentenstellen in Passau und Speyer anzu- nehmen. Trotz einer grossen Reihe in- und ausländischer Auszeichnungen und seines hohen
Ansehens in allen Kreisen blieb von Eisen-
Exlibris Aug. von Eisenhart, von Prof. Ant. Seitz.
hohe nationale Wirksamkeit wiederholt an- erkannt. 1875 zum Staatsrat i. o. D. ernannt, wurde er nach unmittelbar vorhergegangenen Gunstbeweisen von Seiten des Königs Ludwig II. seiner Stellung als Kabinettchef enthoben. Vom November 1875—1899 gehörte er als Vorsitzender dem Kuratorium des Maximiliane-
ums an. Sein auf so aufreibender Stellung
hart stets der schlichte, keinerlei Einflüssen zugängliche Charakter von abgeklärter Ruhe, seinen Freunden der treue Freund und dabei ein warmer Wohltáter Hilfsbedürftiger. Unter seinen zahlreichen Intimen sind bekannte Namen zu finden, so Viktor von Scheffel, Otto von Vólderndorff, Graf Luxburg, Jakob
von Hefner-Alteneck u. A. Vermählt war
August von Eisenhart seit 1857 mit der Tochter Luise des bekannten Mineralogen und beliebten Dichters von Kobell, die, selbst als Schriftstellerin tätig, ihm 1901 durch den Tod entrissen wurde.
Da das Bibliothekzeichen dieses bedeutenden
Staatsmanns und Exlibrissammlers die ganze
Exlibrisgemeinde interessieren muss, sei es hier |
Es in Künstlerkreisen wohlbekannten ver-
vorstehend wiedergegeben. rührt dem storbenen Professor Anton Seitz in München 1895 schuf. In der Mitte das
Porträt von Eisenharts aus der Zeit von etwa
her, der es
1868; oben ein deutscher Adler, wobei leider
dem Künstler der Fehler unterlief, einen 2 köpfigen, statt ıköpfigen Reichsadler, auch mit falscher Krone, gezeichnet zu haben. Die
beiden (sogenannten Frauen-)Türme im Hinter-
von |
grund des Porträts und das Münchener Kindl `
weisen auf den langjährigen Wohnsitz des Verstorbenen hin, und die Gruppe unten ist eine freie Kopie nach dem unteren Teile des Exlibris Ernst Adam Lewin von Trotta ge- nannt Treyden. Das Blatt existiert in 2 Farb- (schwarz und rotbraun), 3 Papier- und 2 Druck- Varietáten, letztere: ohne und mit dem Spruch : „Jnveni portum“.
„Ich fand den
Hafen“ nun völlig zur Tatsache wurde, ruft
Nachdem diese Devise:
dem Heimgegangenen auch die Schar der
Exlibrisfreunde ein herzliches Lebewohl
Rod: PA
München.
K. E. Graf zu Leiningen-Westerburg.
Redendes Exlibris Krazer von e. 1580.
Ein in seiner Art erheiterndes Beispiel für ein sogenanntes „redendes“ Wappen bildet das hier nach meinem Exemplar auf der Beilage abgebildete Bibliothekzeichen mit dem
zu! `
Hirschwappen und der abgekürzten Inschrift
des Besitzers: „R+- K+-T+“ = „Frater Raphael Krazer Tegernseeensis“.*) Dieser stammte aus Raittenbuch, erhielt 1570 die
Weihen im Benediktinerkloster Tegernsee unter Abt Quirin II. Rest und wurde später Ad- ministrator des Klosters St. Veit bei Neu- markt.**)
Das Exlibris dürfte um oder nach 1580
Er starb am 19. Mai 1602.
zu setzen sein. Während das Zimier nur das gegebene
- Schildbild, wie sehr üblich, wiederholt, zeigt
Schild selbst Teil Wappens, den Hirsch, der auf dem ebenfalls
der den redenden des als Basis üblichen heraldischen Dreiberg als Standort stehend, sich harmlos und ungeniert hinter dem Ohre „kratzt“ und damit auf den Namen des Besitzers naiv anspielt.
Recht beachtenswert ist bei diesem Exlibris, dass die Randleiste, die aus einzelnen Stücken bestehend, um das Mittelstück herum gesetzt ist, in damaliger Zeit, jedenfalls aus einer Offizin
auseinanderliegende Druckereien Deutschlands
stammend, über verschiedene, weit und der Schweiz zerstreut war; denn wir finden sie genau ebenso wie auf dem Krazerschen Exlibris oder nur wenig abweichend, ausser in Druckwerken auch auf folgenden Exlibris, die ich, ohne alle nennen zu wollen, nach Exemplaren meiner Exlibris-Sammlung anführe: 1. Magister Balthasar Hupfauer, jur. utr. e 2. Joh. Hartmann jr., aus Forchheim, 1581;
cons.,
3. Seb. Hartmann von Hartmannstain, 1637 (gleiches Muster, andere Zusammen- stellung);
4. Auf dem einen grossen Exlibris des Jacobus Christophorus Blarer von Wartensee, Bischof von Basel 158. ;
*) Nach einem zweiten Exemplar, auf dem der Name mit
schwarzer Tinte und rotbemalten Anfangsbuchstaben einge- schrieben war (1590). **) vergl. Lindner, Abte und Mönche von Tegernsee, II.
S. 11 No. 594.
5. Auf dem einen mittleren Exlibris von | Wilhelm Rink von Baldenstein, Bischof von | Basel, 16...
Dies beweist, dass solche ornamentale
Holzschnitt-Muster, die nur zum Setzen von Umrahmungen dienten, weit verbreitet waren, gleich unseren heutigen von Schriftgiessereien gelieferten Klischees und dekorativen Mustern und Formen.
K. E. Graf zu Leiningen-Westerburg.
Exlibris Dornsperg.
Zu den besonderen Freuden des Sammlers gehört es, wenn er die ganze Exlibris- Serie ein und desselben Besitzers komplett oder wenigstens Sammlung besitzt.
Solch eine Reihe von Exlibris führte der,
m. W., mit seinen 4 Exlibris noch nicht ver-
öffentlichte Johann Caspar Dornsperg (nur kurz erwähnt in meinem Exlibrisbuche S. 200). Abbildungen nach den 4 verschiedenen Exem-
Ich gebe hier Beschreibung und
plaren meiner Exlibrissammlung:
I. Ende vom Beginn des 1619, gegebene Blatt, ein Holzschnitt, üppig, die folgenden Exlibris, dafür aber schöner und
16. Jahrhunderts (oder i err)
ist das hier auf der Beilage wieder-
des gleich
jedenfalls vor der zwar
minder wie anderen nach-
wirkungsvoller als diese ist. Der einfache Lorbeerkranz bei und Exlibris jener Zeit sehr beliebt — mit
— Wappendarstellungen Schleifen ist nicht so überladen, wie die fol- genden mit der Hier nennt ihn die Unterschrift „Joannes Casparus Doktor
Barockumrahmung.
Dornsperger, utriusque juris doctor“ beider Rechte.
2. Als der Herr Doktor geadelt wurde, vor oder e. um 1628, liess er sich flugs ein
zum grösseren Teile in seiner |
Das älteste Exlibris, wohl noch vom `
i minder schön ausfiel.
neues Exlibris herstellen, das in Kupfer ge- stochen, prunkhafter sein musste, dafür aber Charakteristisch dass der Neugeadelte sein bürgerliches Ex-
ist,
libris (1.) stets mit diesem adeligen überklebte! Hier nennt er sich unter dem inhaltlich un- verändert gebliebenen Wappen: Joannes Cas- parus a Dornsperg“, wobei das a — „von“ hinzukam und das End-,,er“ von Dornsperger Siehe Abbildung zu 4.) hier S. 11. 3.) Für kleinere Buchformate liess er sich
wegfiel.
ein kleines Blatt in Kupfer stechen, das nur
IOANNES CASPARVS A DORNS PERG
das Wappen ohne Rahme mit der Unter- schrift „Joannes Casparus a Dornsperg“ zeigt. Siehe Abbildung hier vorstehend.
4.) Als dann der erst Geadelte noch zum Freiherrn erhoben wurde, wohl im ı. Drittel des 17. Jahrhunderts, benutzte er die Kupfer- platte von 2.) und liess sowohl der Fahne des Zimiers einen zweiten Zipfel hinzufügen und legte über den bisherigen Dreiberg im Schildfuss eine Krone (wohl nach der Wappen- malerei des Diploms), als auch liess er hinter der 1. Linie des 2. Exlibris „Joannes Casparus“ noch das „S. R. I. (<= Sacri Romani Imperii des
heiligen römischen Reichs) Baro“
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Exlibris des Frater’s Raphael Krazer,
von Tegernsee, e. 1580.
Aus der Sammlung K. E. Graf zu Leiningen-Westerburg.
Druck von C. A. Starke, Königl. Hoflieferant, Görlitz. Beilage zur Exlibris-Zeitschrift Jahrgang 1906 No. 1.
einstechen, man möchte sagen: einpferchen, Das Wappen ist auch hier, wie so oft in damit nur ja sein ganzer Titel zum Ausdruck | der Heraldik „redend“: Dornsperg, zusammen- gebracht, andrerseits ein Stechen einer neuen | gesetzt aus Berg, Dreiberg, und Dornstrauch,
Platte erspart wurde. Siehe Abbildung hier | — der, was für den Heraldiker und Laien
| | unten. | beachtenswert ist, der alten heraldischen Regel
ENTER SPINAS: CALCEATVS:
JOAN NES CASPARV S SR:IBARO A: DORNSPERG,
Dass der Besitzer auf Stand und Würde folgend, so stilisiert ist, dass er gefällig und viel gab, beweist auch der Umstand, dass ungezwungen die ganze Schildfläche ausfüllt;
während auf den 3 ersten Exlibris der Drei- ' in der Linken der Mannsfigur des Zimiers
berg unten den Dornstrauch trägt, der Drei- | kehrt der Dornzweig wieder; auch die Sprüche
berg nun beim 4., freiherrlichen Exlibris der über den Wappen — ,,Durate“ - harret
Krone unten weichen musste, aus der nun | aus, und „In spineis calceatus“ ` beschuht,
der Dornstrauch hervorwächst. angetan mit Dornen, spielen leicht auf Name
und Wappenbild an. Nach Rietstap, armorial general, sind die Farben: Feld gold, Dorn- strauch schwarz, Dreiberg grün; Kleid des Mannes gold und schwarz; Fahne gold und
schwarz.
Über die Verfertiger der 4 Exlibris ist nichts bekannt; jedenfalls sind es 3 ver- schiedene Meister gewesen; 2.) und 3.) rühren
von einem Stecher her.
Dornsperg stammt aus Steyermark; der Holzschnitt dürfte noch aus dem Ende des 16. Jahrhunderts (Anfang 17.?) sein, die Stiche aus dem Anfang des 17.
Abt Urban Weber von Admont (1628 bis 1659) kaufte seinerzeit (Datum unbekannt) die ganze Bibliothek dieses Dornsberg an.
In einer Urkunde vom 4. October 1619 zu Marburg kommt dieser Johann Caspar Dornsperger als beider Rechte Doktor und der rómisch-kaiserlichen Majestät Ferdinand, Erzherzogs von Österreichs, Regimentsrat vor, und nach gef. Mitteilung des steiermärkischen Landesarchivs erwarb Johann Caspar von Dornsperg, kaiserlicher Rat und Inner-Öster- reichischer Regimentskanzler, 1628 die steier- ische Landmannschaft; er hatte nebst seiner Ehefrau Eva Katharina Besitz in Graz und Mittelsteiermark, und seine Nachkommen lassen sich bis zum Schlusse des 17. Jahrhunderts nachweisen; Akten und Nachweise hierüber enthalten die Gültbände und Landmannschafts- Akten gen. Archivs.
K. E. Graf zu Leiningen-Westerburg.
Signum bibliothecae. Von H. G. Ströhl*).
as Bibliothek - zeichen (engl.: Bookplate), zu-
meist kurzweg
„Exlibris“ ge- nannt, das vor etwa einem Vierteljahrbundert nach einer längeren Pause wie- der in Gebrauch gekom- men war, bildet noch
(Vergl. im Text.)
immer ein sehr beliebtes Sammelobjekt ın jenen Kreisen von Kunstliebhabern, die künst- lerische Erzeugnisse auch dann zu schätzen wissen, wenn solche sich bloss nach Zentimetern und nicht nach Metern geniessen lassen. Dass diese Exlibrissammlerei bei manchen oft stark ans Komische streift und zu einem
*) Mit Zustimmung des Verfassers (und Zcichners unseres Zeitschrift - Kopfes) und des Verlags abgedruckt aus der Weihnachts- Nummer 1905 des ‚Deutschen Buch- und Stein- druckers,'* E. Morgenstern, Berlin W. 57, Band 12, S. 193.
blossen „Sammelsport“ sich auswächst, der Kreti und Pleti einheimst, ohne Rücksicht auf gut und schlecht, wenn nur die Gesamtsumme anwächst, hat nichts Überraschendes an sich; denn diese Erscheinung ist auf allen Gebieten des Sammelsportes bemerkbar und kann uns Graphikern ja eigentlich doch nur willkommen sein, denn je mehr die Sammelwelt in Be- wezung sich befindet, desto mehr Aufträge wird es geben, und ist auch der Ertrag, entsprechend den Grössenverhältnissen der Objekte, nur minimal, so summiert sich schliess- lich die Geschichte doch. Auch die Zeichner kommen nicht schlecht dabei weg, denn es ist eine alte bekannte Tatsache, dass ein kleines Bildchen verhältnismässig bei weitem mehr für den Säckel abwirft, als eine grosse Schwarte, bei der das scheinbar höhere Honorar durch die nicht zu umgehenden Ausgaben für Matenal, Modell und sonstige Behelfe stark geschmälert
wird.
nr
DVRATE.
IOANNES CASPARVS o DORNSPERGER, V.L D.
Exlibris Dr. jur. Johann Caspar Dornsperger, um 1600.
Aus der Sammlung K. E Graf zu Leiningen-Westerburg.
Druck von C A. Starke, Königl. Hof. Görlitz. Beilage zur Exlibris-Zeitschrift, Jahrgang 1906, No. 1.
Je lánger also diese Sammelleidenschaft floriert, desto lánger kann der Graphiker aus ihr seinen Nutzen ziehen, nur schade, dass eben nichts auf dieser Welt von ewiger Dauer ist.
Wie Graf zu Leiningen-Westerburg in seinem Buche über „Deutsche und öster- reichische Bibliothekzeichen“ (1901) anführt, benützten bereits die alten Agypter um 1400 v. Chr, zur Zeit Amenophis III, in die Papyruskästchen eingelegte Fayencetäfelchen als Exlibris, und auch die Japaner sollen schon im X. Jahrhundert den Gebrauch von Bücher- besitzzeichen gekannt haben. Bei uns in Europa lasssen sich derartige Zeichen erst viel später, um die Mitte des XIV. Jahrhunderts. nachweisen.
F. Warnecke bringt in seinem Werke „Die deutschen Bücherzeichen‘‘ (1890) einige solcher Besitzzeichen — eingemalte Wappen- Ein- geklebte Exlibris finden sich erst später vor.
schilde — aus Italien zum Abdrucke.
Eines der ältesten dieser Art, in Holz geschnitten
und koloriert, das aus dem letzten Viertel des XV. Jahrhunderts stammen dürfte, zeigt in verkleinertem Massstabe unsere Initiale. Es ist das Exlibris des Karthäusermönches zu
Buxheim bei Memmingen in Bayern, Hilde-
Durch die Erfindung der Buchdruckerkunst Gebrauch der Exlibris sehr gefördert, und die kunstsinnige Zeit des XVI. Jahrhunderts brachte sie zur Die ersten Künstler, wie Dürer,
wurde selbstverständlich der
vollen Blüte. Holbein, Cranach, Burgkmair, Virgil
; Solis, Amman und viele andere betätigten
sich auf diesem Gebiete der Kleinkunst. Wurden
brand Brandenburg aus Biberach in Wiirt- `
temberg. Im blauen Schilde erscheint ein weisser `
Stier mit schwarzem Nasenringe, nach heraldisch links, dem Titelblatte des Buches zugekehrt, eine Stellung des Wappentieres, über deren Beweggrund (Heraldische Courtoisie) wir uns bereits im Augusthefte vorigen Jahrganges*) ausgesprochen haben. Auch in einem hübschen Exlibris der ,Hewperger“ (Heuberger)**) aus dem Ende des XV. Jahrhunderts erscheint
das Wappen nach heraldisch links gekehrt.
*) Heraldische Regeln für den Graphiker. Bd. XI. No. 10 und 11.
**) Das leider unbenannte Exlibris dürfte dem sehr wohl- babenden Matthäus Heuberger, Bürger und Ratsherr zu Wien, + 1516, (seine Familie staınmte aus Hall in Tirol) zu- gehört haben.
schon mittelst des Holzschnittes hochwertige Blätter hergestellt, so erreichte man mit dem Zartheit und Subtilitát so recht für diese kleinen Kunst-
Kupferstiche, der mit seiner blätter geschaffen war, die höchste Stufe der Vollkommenheit.
Mit der verfallenden Kunst sank natúrlich auch der Wert der Exlibris, und die Zeit des sogenannten Biedermeierstiles (1820—40), der in unsern Tagen wieder modern geworden ist, gab ihnen den Todesstoss. Sie gerieten in- folgedessen auch mehr oder weniger in völlige Vergessenheit, und erst in den sechziger Jahren machte sich hie und da wieder ein Bibliothek- zeichen bemerkbar. ls ist ein Verdienst des Kölner Buch- und Kunsthändlers Heinrich Lempertz d. Ae, der in seiner Publikation „Bilderhefte zur Geschichte des Buchhandels“ (Köln, 1853—65) unter anderem auch auf die Bibliothekzeichen zu sprechen koramt und eine Anzahl derselben zum Abdrucke bringt.*)
Die Zahl der Exlibrisfreunde mehrte sich nun von Jahr zu Jahr und mit ihnen auch die Zahl der Künstler, die auf diesem Gebiete 189 1
wurde von dem leider zu frúh verstorbenen
ihre Tätigkeit entfalteten. Im Jahre
Friedrich Warnecke in Berlin ein Exlibris-
Verein gegründet, der eine eigene, reich
illustrierte Zeitschrift herausgibt und mit ihr
cewissermassen die Zentrale der deutschen
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Exlibriswelt bildet.
Der Berliner Gesellschaft
*) Heinrich Lempertz hatte ebenso bereits 1839 in seinen ,,Beitrigen zur älteren Geschichte der Buchdruck- und Holzschneidekunst‘‘ die verwandten Zwecken dienenden Buch- druckersignete, die ebenfalls ein Objekt des Sammelsportes bilden, an das Tageslicht gezogen.
folgten bald die Schweizer Exlibrissammler, und im Jahre 1903 wurde auch in Wien eine „Österreichische Exlibris-Gesellschaft“ ins Leben gerufen, an deren Spitze Hofrat M. M. v. Weittenhiller steht, ein feinsinniger Kenner und Sammler auf diesem Gebiete der graphischen Künste. Auch diese Gesellschaft gibt gleich
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Kunsttátigkeit und Liebhaberei zum Vorteile beider. Sammler auf deutschem Boden
Einer der gróssten und bekanntesten ist derzeit Grafzu Leiningen-Westerburg (München), der bereits über 37000 alte und neue Exlibris zusammengetragen hat. Graf Leiningen und
F. Warnecke haben sich um diesen Zweig der
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deın ‚Berliner Vereine ein eigenes Jahrbuch für ihre Mitglieder heraus und ist eifrig bestrebt, das auf österreichischem Boden noch etwas schwache Interesse für Bibliothekzeichen zu verstärken.
Die verschiedenen Reproduktionsverfahren, unter-
welche die Neuzeit geschaflen hat,
stützen natürlich sehr wesentlich diese moderne
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eraphischen Kúnste viele Verdienste erworben. Warnecke gab im Jahre 1890 ein Werk „Die deutschen Bücherzeichen von ihrem Ursprunge bis zur Gegenwart“ heraus, dem bald eine Reihe von Publikationen folgte, so dass man heute schon von einer eigenen, ziemlich reich- haltigen Exlibris - Litteratur sprechen kann.
Auch in anderen Ländern, so namentlich in
England und Frankreich, in Italien, Holland, Schweden und auch in Amerika ist man auf diesem Sammelgebiete äusserst regsam, und der Tauschverkehr die ganze Erde.
Ein Exlibris,
kommen entsprechen soll, muss den Namen
der Sammler umspannt
das seinem Zwecke voll- des Besitzers des Buches enthalten (vielleicht auch noch Ort und Buchnummer), weil es sonst gar nicht imstande wäre, seine Haupt- aufgabe, die Sicherung des Besitzes, zu erfüllen.
Ein Wappenbild oder sonst ein Emblem allein kann einer solchen Aufgabe wie leicht begreiflich, nie ganz gerecht werden, weil man namentlich heutzutage auf dem Gebiete des Wappenwesens nicht mehr so zu Hause ist, wie in alten Zeiten. Im XIV. und XV. Jahrhundert hätte vielleicht das Wappenbild allein genügt, um den Buchbesitzer kenntlich wo die Zahl der
Wappen schon in’s Unendliche geht, wäre eine
zu machen, heute aber,
Bestimmung der Person nur nach dem Wappen durchführbar, man endlich nach langen Mühen die Familie
kaum mehr und selbst wenn gefunden, wäre damit noch sehr wenig ge- wonnen, weil ja die Mitglieder einer Familie alle das gleiche Wappen führen, das Wappen nur das Geschlecht, nicht aber die einzelne Person festzustellen vermag. Das Exlibris ist gleich dem Siegel ein bildliches Zuweisungs- zeichen und muss wie dieses, um vollkommen zu sein, den vollen Namen des Besitzers ausweisen; alles übrige ist Nebensache, De-
koration.
geradezu überbieten, um der Aussenwelt soviel als nur möglich unverständlich zu bleiben.
Blättert man in einer Sammlung moderner Exlibris längere Zeit, so wird einem ganz wirr im Kopfe von all dem Rätselhaften, das da in guter und auch schlechter Manier vor- getragen wird. Künstlerisch gut gezeichnete
Blätter mit — sagen wir halbwegs vernünftigem
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Bild 2.
Exlibris des Prälaten Bernhard Det), Probst von Klosterneuburg.
Inhalt — bilden selten die Mehrzahl. Das meiste — und wir haben doch schon so manche Exlibrissammlung gesehen — gehört
Dass speziell das Wappenbild auf diesem `
Gebiete eine grosse Rolle spielt, ist erklärlich, |
weil es an und für sich schon von Natur aus ein Zugehörigkeitszeichen ist und eine grosse dekorative Wirkung bietet. Ausser dem Wappen findet sich auch die Allegorie, das symbolische Emblem, sehr häufig in den Ex- librisblättern vor, namentlich in unseren Tagen,
wo sich die Künstler der „modernen Richtung“
zur Gruppe der Papierkorb- und Ofenloch- kandidaten.
Schund und was für missverstandenes Zeug
Es ist ganz unglaublich, welcher
da mitunter zutage gefördert wird.
Manche Exlibriskúnstler zeigen eine be- sondere Vorliebe für das Nackte und bringen sie Gott geschaffen hat, zur Darstellung, zumeist bloss
Männlein und Weiblein, so wie
Aktstudien ohne Bezug auf die Bücherei und deren Eigentümer. Würden die betreffenden Blätter die „Exlibris“ tragen, käme keine Menschenseele darauf, wozu
nicht Bezeichnung
sollen.
die Bildchen eigentlich dienen Unserer, vielleicht veralteten Ansicht nach soll dies bei einem Bibliothekzeichen stets bemerk- bar gemacht werden, dass es als Besitzzeichen
Bild 3.
Exlibris Philipp Strasser (Salisburgensia).
zu gelten hat. Aktstudien, Tierfiguren, Land-
schaften, Seestücke und dergleichen haben
doch sicherlich mit der Bücherei nichts zu schaffen, und sind, allein angewandt für den Zweck, den sie dienen sollen, zu ınhaltlos, mit einem Wort — nicht „redend“ genug. Um
Ansicht zu illustrieren, wie wir uns ein Exlibris
zu zeigen, gewissermassen unsere
seinem Inhalte nach aufgebaut denken, er-
16
—Bibliothekzeichen
lauben wir uns einige Beispiele von im Gebrauche stehenden Bibliothekzeichen vor- zuführen und danken gleichzeitig den be- treffenden Besitzern für die liebenswürdige Bereitwilligkeit, mit der sie uns die Klischees zum Abdrucke überlassen haben.
Bild 7 Bibliothekzeichen des
Prämonstratenser-Chorherrenstiftes
ist das Geras in Niederösterreich, gegründet von Ulrich von Pernegg zwischen 1152 bis 1159. Das im Jahre 1895 gezeichnete Ex- libris zeigt in der Mitte das vom römischen Könige Ferdinand I. de dato Wien, am 22, Juni 1542 verliehene Wappen, einen von Grün und Rot geschachten Schild, umzogen von der Legende: EX - LIBRIS - BIBLIOTH - MONASTERII + GERVSENSIS +. Das Wappenbild ruht auf einem, im Bezuge auf das Hauptwappen der Prämonstratenser mit französischen Lilien gemustertem Grunde. rechten Eck erscheint das Abtes Michael Wallner (1713 — 1729), der sich grosse Verdienste um die Bibliothek des Stiftes erworben hatte. Das Wappen zeigt im roten Felde einen grünen (Tinkturen des Stiftwappens), beseitet von je einem silbernem Kreuze. Der Balken ist mit drei silbernen sechsstrahligen Sternen belegt. Im linken Eck ist das Wappen des Abtes Ignaz Hörstelhofer (1797 — 1813) angebracht, der 1805 den schönen Bibliotheksaal schmücken liess.
Im oberen
Wappen des
Schrägbalken
erbaute und mit Fresken Sein Wappen zeigt im blauen Felde eine aufwärts fliegende weisse Taube mit einem Blumenzweige im Schnabel.*)
Bild 2 bringt das im Jahre 1003 gezeichnete Propstes
des jetzigen
des regulierten lateranensischen
Chorherreñstiftes Klosterneuburg bei Wien, Bernhard Peitl, zur Anschau-
ung. Im spitzovalen Mittelfeld erscheint das
*) H. G. Ströhl, Die Wappen der Abte der Prámon- stratenser-Stifte Geras und Pernegy, Wien, 1895.
Wappen des Stiftes mit dem persönlichen Wappen des Herrn Prälaten zusammengestellt. Das Wappen des Stiftes Klosterneuburg (ge- gründet um 1107 vom Markgrafen Leopold dem Heiligen) zeigt in Rot eine silberne Sturzkrücke, welches Wappenbild zum ersten Male in einem Rückensiegel des Propstes Georg I. Muestinger (1418—1442) erscheint. Das Pfaufedern besteckte Helmkleinod ist erst viel später nachzuweisen
mit
und tritt zum ersten Male 1640 unter dem Propste Bernhard Waiz (von Waiz), 1630 — 1643,
Wappen nimmt Bezug auf die erste Tätigkeit
im Wappen auf. Das persönliche
des Propstes im Stifte, der in seiner Jugend Chorknabe im Stifte Der goldenen Lyra im blauen Felde entspricht
gewesen war.
der von Gold und Blau quergeteilte Flug auf dem Helme. Die Legende lautet: EX - LIBRIS - BERNHARDI - PRAEPOSITI CLAVSTRO N(eo)B(urg). In den vier Ecken erscheint je eine Blüte der Holunderstrauches, im Bezuge auf die Gründungslegende des Stiftes, nach welcher das Stift an jener Stelle erbaut wurde, wo man auf einem Holunder- strauche den vom Wind entführten Schleier der Markgräfin Agnes, Gemahlin Leopold des Heiligen, wiederfand.
Bild 3 ist das für Herrn Philipp Strasser in Salzburg 1900 entworfene Exlibris für dessen Büchersammlung von Salisburgensien, Das im spätgotischen Stile gehaltene Bibliothek- zeichen giebt in der Mitte unter den Wappen- schilden des Landes und der Stadt Salzburg einen Ausblick auf die malerisch gelegene alte Festung „Hohensalzburg,“ die 1077 von dem Erzbischof Gebhard angelegt. 1495 von Leonhard von Keutschach erweitert und von Paris Lodron und Max Gandolph in ihrer jetzigen Gestalt hergestellt wurde. Im unteren Schilde erscheinen die schwarzen Schlüssel der Benediktinerabtei St. Peter Salzburg über einer Salzkufe. Die aufgestellten
in
"wird.
Bücher stehen im Bezuge zur Bibliothek, dem das Bildchen als Exlibris dienen soll.
Bild a, ein Exlibris, das ebenfalls Herrn Philipp Strasser in Salzburg zugehört. enthält eine etwas eigentümliche Komposition, die erst durch den Inhalt der Bücher, vorliegende Exlibris bestimmt war, verständlich
für die das
Der Eigentümer des Bibliothekzeichens
Bild 4.
Exlibris Philipp Strasser (Krönungsberichte).
sammelt nämlich bei gewissen weltgeschicht-
lichen oder sonstigen bedeutungsvollen Er-
eignissen die darüber erscheinenden Press-
produkte aus allen Weltteilen. So besitzt er
vom Todestage des Fürsten Otto Bismarck, dem 31. Juli 1898, eine bedeutende Sammlung
von deutschen, österreichischen und aus-
ländischen Zeitungen aller Parteirichtungen
und Religionen, im ganzen 913 Stück, ferner aus Österreich-Ungarn eine komplette Samm- lung von Zeitungsnummern zum 50Ojáhrigen Regierungs-Jubiläium Kaiser Franz Josefs und bei Gelegenheit der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich.
18
während unten das mit der englischen Königs- krone geschmückte Monogramm Eduard VII. auf den Büchern ruht, die wieder an den Stütze finden. Neben der Tudorrose finden wir die Distel von
königlichen ‚„Badges“ ihre
Schottland und das Kleeblatt von Irland, sowie
TEORTAI
MEAING RZAGE
—
NY a = de LI
Bild s.
Die im Jahre 1902 erfolgte Krönung König | das Ahornblatt von Kanada und das nicht
Eduard VII. von Grossbritannien und Irland gab Veranlassung zur Entstehung einer eigenen Sammlung von Zeitschriften, die, in Buchform gebunden, mit dem vorliegenden Exlibris ver- sehen wurden. Die im Hause des Sammlers zusammenströmenden Berichte aus allen Welt- teilen finden im oberen Teile des Bibliothek- zeichens ihre
symbolisierende Darstellung,
offizielle Bagde von Indien, die Lotusblüte.*) Wie man aus diesen paar Bildchen er- sehen kann, lässt sich gar vieles innerhalb
einiger Quadratzentimeter zum Ausdrucke
bringen, und zwar so, dass es sowohl an den
*) H. G. Ströhl, Beiträge zur Geschichte der Badges. Jahrbuch der k. k. Heraldischen Gesellschaft ‚‚Adler.‘‘ Wien, 1902.
Zweck der Sache wie an den Besitzer des Zeichens erinnert, und dass ein halbwegs gesunder Menschenverstand ohne besondere Anstrengung und langes Kopfzerbrechen damit zurechtkommen kann.
Den Beispielen Meisters Ströhls füge ich hier drei weitere Exlibris in Abbildung bei, um unsere Leser
vorstehend gegebenen
noch mehr mit diesem hervorragenden He- raldiker und Verfasser verschiedener Wappen- bücher bekannt zu machen. U. A. von ihm die zuverlässigen Werke, „Deutsche Wappenrolle* und ,,Heraidischer Atlas“ (Jul. Hoffmann, Stuttgart) her, die eine Fülle von künstlerisch gezeichnetem, historisch hoch- interessantem, heraldischem Material enthalten.
rühren
Ströhl publizierte, als Erster, auch viel Interessantes Wappen.
und Neues über japanische
Das hier (S. 18) abgedruckte Exlibris des Herrn Hubert Grafen de la Fontaine et Harnoncourt- Unverzagt, zu Baden, N.-Ö., siehe Bild 5, zeigt im Vierpass das alte Wappen dieses französisch -luxemburgischen Geschlechts, in Gold zwischen zwei gekreuzten blauen Pilgerstäben eine rote Jakobsmuschel. Interessant ist das Zimier des Wappens, ein auf der Schulterteilung des Helms fussender Löwe, eine Formation, die man z. B. auch beim Zimier der Freiherren von Münsterol (Montreux le chäteau) vorfindet. Legende: „Hubertus Comes de la Fontaine et Har- noncourt-Unverzagt.“ Das Wappen ist ohne Benutzung von Contourstriclren mit der Feder
gezeichnet.
Bild 6 und 7 zeigen die, leider noch nicht benützten und auch bisher noch nicht ver- öffentlichten beiden Exlibris des Herrn Dr. Camillo List, Kustos am k. und k. kunst- historischen Hofmuseum zu Wien.
19
Bild 6 bringt Gegenstände aus den Spezial- fächern und Waffen, in einer Gruppe vereinigt zur
seines Besitzers, Edelmetallarbeiten
Darstellung. Legende: „Exlibris Dr. Camillo List“
Bild 7 enthält eine nackte weibliche Figur,
die Schönheit, ein Goldgefáss in der Hand und den Künstlerschild zur Seite, auf Büchern. Legende: Die Gleiche wie bei 6.
Leider wurden diese 2 Bibliothekzeichen bei der Ätzung in Zink derartig stark ver- kleinert — 1/, der Naturgrósse, — dass nur bei einem sehr sorgfältigen Drucke die einzelnen Details sichtbar werden. Dieser Missgriff in der Verkleinerung ist auch der Hauptgrund
gewesen, dass die beiden Klischees nicht zur |
Drucklegung als wirkliche Exlibris
kamen. |
Am meisten hat das Stilleben-Blatt (6), das |
seiner hübschen Gruppierung und feinen
zeichnerischen Ausführung wegen sehr an- `
sprechend ist, unter dieser zu starken Redu- zierung an Deutlichkeit verloren.
K. E. Graf zu Leiningen-Westerburg. |
Neue Exlibris. (Quartalsbericht; einschliesslich Februar 1906).
Mein Quartalszugang an deutschen, óster- reichischen und schweizer Exlibris, ohne son- stiges Ausland: 753 Stück. Gesammtzahl meiner März 1906: 37045 Wegen Raummangels kann ich bei
Exlibrissammlung: I. Stück.
Weitem nicht alle Neuheiten hier aufführen. I. Von bereits bewährten Exlibris- Künstlern: Deutsches Reich: Bruno Héroux, Leipzig*): a) Jorge Monsalvatje, b) abgeándert in Monsalvatje; hervorragende Ra-
Joseph
derung, a) in Grün und Braundruck, b) in |
Braundruck; oben Burg Monsalwatsch (Grals-
burg), unten die Verführerinnen im Garten des Klingsor, c) Eigenes neues Exlibris; kau- Bilder besehend;
die ungewöhnliche Stellung zeigt hier den
erndes nacktes Mädchen,
Meister im richtigen Anordnen der Glieder. Das Exlibris G. W. Sorgenfrey (s. Exlibris- Zeitschrift XV. 4. S. 150) verkleinert in Kupferätzung erschienen.
ist nun auch
Hanns Bastanier, Berlin**), der talent- volle Bildhauer und Radierer, schuf 4 neue a) Exlibris Dr. Waehmer, dessen Grundgedanke der ist, dass
Exlibrisradierungen: Frau die Rosen, die Blüten der Kunst (haupt- sächlich Gotik) durch die Frau in dıe Häus-
*) Johannisallee ır (tauscht nicht; wenige
käuflich von ihm zu beziehen).
Exemplare |
**) Alt-Moabit 14; giebt nur wenige Exemplare des Exlibris l
= Mk.
Hoffmeister (siehe c.) zu s, signirt zu 7
lichkeit (Spinnrad) übertragen werden; unten Elısabeth (Anspielung auf den Vornamen) mit Hallenser Türmen (Heimat); Blatt bei dem es dem Künstler
die heilige
gut erdachtes, gut gezeichnetes von
feiner Radierung,
v. Fidus. .
‚ trefflich gelang, den Reiz des Gegensatzes
zwischen dem alten dunklen Holz und dem
weichen, fleischigen Körper herauszubringen;
| b) „Franziska“ *), ein hochgelungenes Damen-
Exlibris von feinster Ausführung, geschicktem
Aufbau und stimmungsvoller Wirkung: Stein-
* Die Besitzerin will unbekannt bleiben; Exemplare zu o Mk. (signiert 8 Mk.) von Herrn H. Bastanier. Berlin N.W., Alt-Moabit 14, 11 zu beziehen.
bank mit Vogel vor zwei Pappeln, vorn Rosen, — das Ideal der Besitzerin ist Ruhe in der schönen Natur bei Vogelsang und Rosenduft, was sinnig und ohne jede Überfüllung aus- gedrückt ist; Umrahmung aus Tuja und Flox; c) Fritz Hoffmeister (s. Tauschverkehr) Braun- und Gründruck; im Hintergrund als Bild aus dem alten Hellas die leicht Acropolis-Silhouette, darüber ein im Morgen-
angedeutete
himmel von der Sonne von unten bestrahlter, mächtiger Zeuskopf; zwischen kleinen Rosenstauden
Mottos: „Dem Reinen ist Alles rein“ nackter
vorn
als Versinnbildlichung des Jüngling zu Füssen eines nackten Weibes auf Steinpostament; der Jüngling will der Schön- heit mit gepflückten Rosen huldigen; ein edles Blatt mit trefflichen Beleuchtungseffekten bezüglich Licht und Schatten. d) Mein eigenes Exlibris gütige Widmung des Exlibris- Vereins (s. Exlibris-Zeitschrift XV. 4. S. 195 und XVI. 1. S. 3.), das (vielleicht?) in der nächsten Nummer besprochen und abgebildet werden soll.
Alois Kolb- Magdeburg: a) Exlibris Elisa- beth Leuschner, Franz Schubert, Kopf zwischen einer Geigerin und einer Singenden, hinten das Meer; eine hervorragende Radierung; b) Ex- librisradierung Walther Deneke, nackter Mann, von bester Zeichnung, mit weiblichem Fi- gürchen Magdeburger Siegel
dem das Auch in Autotypie mit Tonplatte ausgeführt. Das Exlibris Dr. M. Toeply ist inzwischen auch in Lichtdruck, verkleinert, reproduziert worden.
auf einem Buch, aus
herabhängt.
Otto Dinger-Berlin*), eigenes Porträt- Exlibris; eine ganz vorzügliche Radierung, die den Künstler als ebenso guten Portritisten wie Techniker zeigt.
Otto Protzen-Berlin: Exlibrisradierung Thea Wolf, ausgezeichnetes, feinempfundenes
*) Liitzowstr. 82; tauscht keinenfalls! Giebt seine Exlibris- radierung, Künstlerdruck, zu 10 Mk. ab.
21
Landschäftchen mit
Pappeln und Seeufer; Blumen unten als Um-
und stimmungsvolles rahmung.
Heinrich Vogeler-Worpswede: 2 Ex- Schütte (s. Tausch- verkehr) — besonders zierlich — und Lieb-
librisradierungen Toni
traut Elfeldt (mit etwas zu grossem Wappen),
EI ADOLF ERNST
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A i VW An Genf Sg d N Leer YS v O. Ubbelohde.
ı Klischeedruck auf Seide Hermann Gocht und 1 Probe-Exlibris Wilhelma Schliemann für die Breitkopfsche Fraktur der Rudhardschen Giesserei in Offenbach a. M. Fidus-(Höppener) Berlin: 2 Exlibris Siegbert Cohn, das hier (S. 20) abgebildet ist (s. Tausch- verkehr), und Hugo Bruckhaus-Duisburg. Ludwig Kühn, Professor, Nürnberg: gute Radierung mit Porträt des Besitzers und
Io Kinderchen.
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v. C. Schwalbach.
August Stoehr, Architekt, Würzburg: Neue Exlibrisradierung Moritz von Weitten-
Ritter mit Schwert an Steinbank; hier (S. 21)
abgedruckt.
hiller, harfenspielender Mann, zwischen blumen- : Ferner: München: Arpad Schmidt-
umwundenen Säulen, ein klassisch-gutes Blatt. | hammer (s. Jugend!“): ı hübsches Exlibris |
»....
Ss ? 7 <= > e % - ZA a A ; TN N CAN Scywarpgrh.s,
v. C. Schwalbach.
Otto Ubbelohde- Gossfelden: Edel- schönes, einfach gehaltenes Exlibris Adolf
Ettlinger (s. Tauschverkehr) mit Flötenspieler und Zicklein. WilliEhringhausen: 8 gute, Ernst, Jurist und Musikfreund (Tausch aus- | davon eines für einen Königlichen Prinzen
(Wappen). Mathilde Ade: 5, davon 3 hu-
geschlossen!); Mädchen mit Laute und junger
moristisch, 2 Steindrucke mit Golddruck ; bei dem unseres neuen Mitglieds Herrn Percy Hipwell (redend, mit Hip = Hagebutte) ver- wandte die geschickte Künstlerin ihren Namen „M. Ade“ zu dem einst der Abwehr bestimmt gewesenen, heute so ehrenvollen und rühm-
lichen „Made in Germany.“ Carl Schwal-
bach*), Carl Marr-Schüler: 4, die ich hier | Guggenbichlerf2)
Exlibris zeichneten: Bernhard Halbreiter, Otto Blúmel, Rudolf Sieck, Friedericke von Koch, Maximilian Dasio (Radierung W. Zeckendorf) Walter Caspari, Hedwig von Rex, Ludwig Hohlwein, R. E. von Max Unold, Hans (2)
Fúr die súddeutsche
Hoerschelmann,
Zarth, Eat Uhlrıch Hermann
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v. C. Schwalbach.
(S. 22— 24) abbilde, da der Künstler ein eigen- artiges Talent offenbart, das nicht zu den ge- wöhnlichen zählt; in Schrift und Wesen erinnert zwar das Henschelsche etwas an Willi Geiger, die anderen aber zeigen eigene Ideen und eine Begabung, die, wenn noch ferner aus- gebildet, Gutes erwarten lässt. E. Lise Popp: Ritleng
3 Steinzeichnungen. Georges
(Elsässer): 3 originelle Exlibris. Je ein neues
*, München,
3 andere zu je 60 Pig. käuflich.
Neureuterstrasse 23, ı| eigenes im Tausch;
Techniker-Zeitung und für den bayrischen Techniker-Verband*) schuf Jakob Wein- heimer-München zwei gute Exlibris, die hier (S. 25) abgebildet sind, von denen das runde auch als Verlagszeichen benützt wird; das
*) Der B. T. V. ist seit 1. 1. 06 eine Bezirksverwaltung des D. T. V. (Sitz Berlin). Sein Organ ist eingegangen und durch die Deutsche Techniker-Zeitung ersetzt worden. Das kleine (Klischee-) Fahnenträgerblatt (Postkarte) wird zu 10 Die. nebst Postvergütung verkauft; die Radierung zu 30 Pfg. vom: ,,Bay- rischen Techniker-Verband, e. V.‘‘, München, Arnulfstr. 26, Contorhaus.
grössere mit dem Fahnenträger ist Radierung und hier verkleinert abgedruckt vom Klischee, das auch auf Postkarten Verwendung findet.
Willi Geiger, Múnchen, derzeit in Rom, Stuckschüler, zeichnete u. A. die 2 hier (S. 26 u. 27) wiedergegebenen Exlibris Ernst und Walther Zimmermann (siehe Tauschverkehr); die Bilder- Kisten auf dem Exlibris des Letzteren weisen auf den Kunsthändler hin. Das von Ernst Zimmermann erklärt sich etwa folgender- massen: Ein komisches Intermezzo: An den siegesbewusst dahinziehenden grotesken Humor-
v. J. Weinheimer.
bringer angebunden, zieht die „Kunst“ fröhlich ihres Wegs; den beiden auf den Fersen folgend, kommt die hämische „Kritik“ ge- laufen. Durch heftige, beissende Federstiche fügt sie der Kunst und ihrem Beschützer Schmerz zu. Von Willi Geiger ist ein II. Band seiner zahlreichen Exlibris in Vorbereitung. Berlin: Paul Voigt: ı sehr sym- pathisches, alt gehaltenes Exlibris in gotischem Stile für einen Danziger Rheder mit Schiff Bücherschrank und Danziger Wappen. Pro- fessor Emil Doepler d J.: 2; ı bild- hübsches mit sitzender, lesender Dame für „Elli“ (Hirsch) und 1 mit Klavier für Hedwig Kirsch. -— Von Doepler-Schülern: Elisabeth Weinberger 3, Käthe Wolff 5, Dora
25 =
Gustav 2, Elsa Gerstung 4, Frieda Opdenkotf 2, L. Reiner: Ese von Oettingen; Dorothea. Stein; Ella Ritter, Ac Krause je ik Georg Otto; 12, davon 8 heraldische von bestem Wappen- Gustav Holstein 3; Otto Vittali 1; Georg Wagner, dessen land-
stil, —
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v. J. Weinheimer.
schaftliches Exlibris Oskar Heinrich hier (S. 27) abgedruckt ist. Ephraim Mose Lilien: 3. Felix Willmann, Lilienschüler: Sein gut- gezeichnetes Exlibris Gessert (s. Tauschverkehr unter Willmann) hier (S. 28) wiedergegeben; die in der Umrahmung sichtbaren Buchstaben sind solche, wie sie der Drucker und Setzer gebraucht. PaulTelemann: 1 vornehn-einfaches Exlibris Paul Wallich in Gold und Schwarz, die 3 Künstlerschilde in Lorbeer und Rosen. Gustav Stotz 2, Martin Thieleund A. Rauche-
negger je 1. — Georg Barloesius- Charlottenburg: 1 neues, sowohl in Schwarz-,. als auch in Blaudruck fúr den Hoftheater-
Intendanten Paul von Ebart mit den Theater-
26
von denen das húbsche Blatt des Hauses Wesen- heim hier (S. 29) abgebildet ist; es zeigt den Blick vom ehemaligen Besitz des Fräuleins von Holstein + 1904, vom nunmehrigen Wittingschen Eigentum bei Berchtesgaden mit Ansicht des
Untersbergs. EdmundSchaefer: 11 (davon
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RAIMA TI SMM MINN.
gebäuden zu Koburg und Gotha nebst Familienwappen in bester Stilisierung (ab-
Y. W. gebildet in meinem Artikel ,,Exlibris von Bühnenangehörigen“ in der Zeitschrift für Bücherfreunde, März-No. IX. 12). Steg- litzer Werkstatt-Steglitz — für künst- lerische Drucksachen sehr empfehlenswert;
geleitet von Gustav Möckel: 6.
Dresden: Walther Witting, 2 rezende `
Geiger.
| | |
2 Holzschnitte) durchweg sehr gute; 2 davon siehe hier (S. 29) die Abbildungen Frischen und Schaller, einfache aber sehr ansprechende Exlibris. |
Ferner schufen Exlibris: Professor Ludwig Keller wähnenswerte Exlibris dieser No.); Professor
(siehe auch unter „Besonders er-
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v. W. Geiger.
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¿xlbris Oskar Jin
v. G. Wagner.
Eduard von Gebhardt- Düsseldorf; Georg
Poppe-Karlsruhe 2; C. Wagner-Leipzig
und Walther Tiemann- Leipzig (s. Tausch-
verkehr unter Poeschel) je 2, Charlotte
ar d, ei
Y -Gelibri
2; Marie Ressel-Rothenburg o. T.* 3 Radierungen, 1 Holzschnitt; Hans Wilder- Graf Holzschnitt ;
mann-Kalk-Köln 2; Georgio
Buonaccorsi-Nürnberg 1
ZUM
v. F, Willmann.
G ether- Leipzig; Karl E eg - Bremen 1; Anna Feldhusen 3; Ivo Puhonn y - Baden- Baden 1; Franz Buschmeyer- Erfurt, dessen Exlibris für mich ich hier (S. 30) ab- bilde; Frau Mary Anne von der Medem-
Frankfurt a. M. 3; Klemens Kissel- Mainz
Ra- dierung; Professor August Offterdinger-
Adolf Schinnerer-Tennenlohe Iı
*) Tauscht nicht; Einzelblätter: 1 zu 1,20 Mk., 2 zu 1 Mk., 1 zu 75 Pfg., 1 zu 70 Pfg. Die Exlibris sind für Märchenbücher gedacht, jedoch noch namenlos. Die gut radierten Blätter enthalten die Motive: Lesendes Mädchen unter dem Vogel Phantasus; Kinder vor Bilderbuch, Rabe;
Kind, Glockenblumen. Buch; 2 Märchenvögel: Märchenburg,
Hanau, dessen sehr gefállig gezeichnetes Ex- libris der Frau Emma Zimmermann, einer Goetheverehrerin (tauscht nicht!), mit Goethes Gartenhaus im Weimarer Park, hier S. 30 zu sehen ist. Leo Schnug-Strassburg 2, Josef Sattler-Strassburg 1; Ludwig Ortlieb- Kaufbeuren 2 sehr hübsche; Erich Heermann (Breslau)-Kramsach in Tirol 2, die ich hier (S. 3 ı und 32) abdrucke; das Robert Heermannsche weist auf den Ingenieur hin; beide Blätter
IBLIOTHEK DES HAVSES WESENHEIM”* OBERSALZBERG ®*' BERCHTESGADEN.
8
v. W. Witting.
bei dem mit dem Wickinger-Schiff wáre wohl der da-
beweisen zeichnerisches Können;
mals noch nicht existierende Künstlerschild
besser weggeblieben. Zwei zur Verfügung gestellte gute Exlibris von der Hand unsres allbeliebten Exlibriskünstlers Bernhard Wenig Alois Mitterwieser (1903) und Friedrich Koenig (dieses redend 1905) seien hier (S. 33) ebenfalls abgedruckt; das erstere deutet auf den Archivar und dessen Heimat hin (beide Exlibris s. Tauschverkehr). Vorwiegend heraldische Exlibris entstanden Künstlern Gustav Adolf Closs- Stuttgart 3, Emil Doepler d. J.-Berlin 1, Adolf M. Hildebrandt-Berlin 6, Georg Otto- Berlin 8, Oskar Roick-Berlin 1, Lorenz M. Rheude- Papiermihle Roda o Clemens Kissel- Mainz 1. Wien: Alfred Coss-
mann schuf zu seinen anderen Exlibris mit
(-Berchtesgaden)-Hanau:
von den
Österreich:
29
Musikgrössen eine neue Exlibrisradierung Karl Andorfer, oben Schuberts Porträt unter einer seiner schönsten Liedermelodien aus dem
Cyklus „die schöne Müllerin“; vor dem Bild
v. E. Schäfer,
frische Blumen, die Schubert so sehr liebte, Handschriftfaksimile von ihm; unten zwischen St. Peterskirche und Stefansdom das
mit
[ Martha o odaller-
ZU: EIGEN: v. E. Schäfer.
kleine Porträt Schwinds, des intimen Jugend- freundes Schuberts*) ; ein ungemein feines Blatt
*) Nur mehr wenige Exemplare dieses Exlibris vom Künstler Alfred Cossmann, Wien XIX. 2, Armbrustweg ı3, zu je 10 Kronen erhältlich.
von bester Anordnung, Zeichnung und Ra- Ludwig Michalek: Exlibris- Radierung für den Chemiker Dr. von Sonnen-
dierung.
v. F. Buschmeyer.
thal. Alexander Rothaug: 2 neue poëtisch- edle. August Gross: 2. Max Reinitz (-Wien)- Ofen-Pest (Schüler von Franz und
Ludwig Herterich)*); vortreffliche Stein-
zeichnung mit dem Florentiner Wappen- Löwen mit Lilie und dem dortigen Stadthaus, dem Bargello.
Eine graziöse, feine Radierung für den
deutschböhmischen Graphiker Konrad Willner,
v. Prof. A. Offterdinger.
(giebt nicht) lieferte Fernand Schultz-Wettel in Berlin. Von Georg Jilovsky-Prag, der schon 5 flottgezeichnete Exlibrıs schuf, bilde ich hier (S. 34) dessen humoristisches Exlibris (imOriginal- Exlibris mit Farben) Emmy Federer ab, das *) Tauscht nicht; sein Exlibris — wenige Exemplare —
nur gegen Besseres von L. Graf, München 23, Herzogs- strasse 1 II. erbáltlicb.
sein Können zeigt. Gustav Croy, Ingenieur- Prag: 2, von dem ich sein Exlibris Heinrich Veit (s. Tauschverkehr unter Schmidt-Schroeter) hier (S. 35) abdrucke. Blatt bringt die besondere Schwärmerei des
genannten Hamburger Lehrers für die nord-
Das gut gezeichnete
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E.HCERMANN.
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radierung Dr. Horaz Krasnopolski (s. Tausch- verkehr). Ernst Fluss- Prag: 3.
Ungarn: Tibor von Bottlik- Feher- vy, Dten-Pest: Ernst Barta s
Calman Y. H. de Rozsnyay 8; L von
templom:
Tatras:; Paul Taror 2; Cal Esanyi 3%
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v. E. Heermann.
deutsche Haidelandschaft treffend zum Aus- druck.
Von der Exlibrisradierung Oskar Siegl von der Be- sitzer*) ein Klischee anfertigen, das hier (S. 36) abgedruckt ist (vgl. Exlibris-Zeitschrift XV. 3 S. 115). Emil Orlik (-Prag)-Berlin: Exlibris-
Richard Teschner - Prag liess
*) Oskar Siegl, Leitmeritz, Lippertg. 9, Bihmen, tauscht die Radierung wie den Klischeedruck gegen Entsprechendes.
Geza Fekete; Arthur Lakatos, Exlibris
Görgy Singer, Rosenumrahmung mit einem Nachtrag zu den 10 Geboten: „und begehre nicht deines Nächsten Buch“ (in ungarischer Sprache); Sandor Nagy. Ein humoristisches, Exlibris Dichter Dr. Jenó Kovacs zeichnete Mathilde
sehr nettes für den ungarischen
Ade- München, in Schwarz- mit Golddruck; Kovacs, zu deutsch Schmied, beschlägt einen
Pegasus mit goldenen Hufeisen; Amor hält den Zügel; hinten Tempel auf Berg. Schweiz: Emil Anner- Brugg: Äusserst feine Exlibrisradierung E. Thurnheer-Rohn, redend Thurm (Thurn)-Ruine hinter Bäumen. Jean Kauffmann- Luzern: gute Radierung
32
Dr. E. Moser. ‘Burghard Mangold- Basel 2 sehr gute.**) Emil Gerster- Basel, gut gezeichnetes Wappenexlibris Ziegler im Pelikan nach Art alter Wappenglasscheiben.
II. Als Exlibriskünstler sind hinzu- getreten:
v. E. Heermann.
für den Pfarrer Jost Reinhart, Fensterdurch- blick auf Stadt, Rudolf Münger-Bern: Radierung
See und Berge. ausgezeichnete J. Treuthardt,*) Wappen in bester Stilisierung, Bären.
Dammköhler - Schaffhausen:
2
getragen von Berner Philipp
Radierung
*) Bern, Laupenstr. 8, tauscht diese Radierung und sein Stauffersches Kupferdruck-Exlibris nur gegen Radierungen.
Deutsches Reich: München: Eduard Grützner:
eine Münchener Offiziersgesellschaft(Münchener
reizendes Exlibris für
Kindl auf einem Fass mit H. B.-Masskrug,
**) Von denen das deı Bibliothek des Basler Kunstvereins (Mann stempelt ein Buch mit einem mit dem Künstlerwappen versehenen Stempel) — bei dem Tausch ausgeschlossen ist — zu ı Mk. vom genannten Verein erhältlich ist.
Buch und Rettichen; alles von Hopfenranken umgeben; auch als Mitgliedskarte benútzt). Max Feldbauer (s. „Jugend“; Plakate!), Exlibris F. Schöllhorn mit grossartig gezeich- neten schweren Zugpferden. Adolf Thomann (-Zürich): 2 gute Holzschnitte,*) Mann mit
Ex libris Alois Tfitterwieser
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v. B. Wenig. Pferd, bezw. Centaur, Weib, Hund.
Schmidt (-Karlsruhe) 3 noch sprechende
viel ver-
Holzschnitte und eine
gravierung (alpin).
Ernst Zimmermann (-München) Rom:
12; siehe Sonderartikel dieser Nummer. Gustav
Lehmann (-Braunschweig, — München) —
*) Abzüge zu je 3 Mk. in Krauses Kunstsalon, München, Gabelsbergerstr.
33
Rom: 2 Exlibris von gewandter Zeichnung. Berlin: Fernand Schultz- Wettl: zierliche, feine Radierung Konrad Willner. Professor Fritz Kallmorgen; 2; einfach aber sehr gut, eines mit hoher Burg, eines mit Blumen- vase und Büchern. Anna Lent: 1 klassisch- schónes. Gerta Schroedter (Enkelin des Malers Professor Schroedter, dessen 100jáhriger Geburtstag júngst gefeiert wurde, sowie Nichte
des Malers und Direktors Anton von Werner
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“ v. B. Wenig:
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und Professors Lessing), deren Exlibris der Frau J. Gilmer (ihrer Grossmutter) hier (S. 37) wieder- gegeben ist; das gutgezeichnete, durch seine
Einzelheiten intime Blatt stellt die Erkernische
auf Schloss Thalheim (alter Gemmingen’scher
Otto - Besitz) dar. Stein- . Otto Baurredi, 2 Rus” derungen (s. Tauschverkehr unter Anton Koch‘
Hasen („Lampe“)
Walter Thamm, Kunstgewerbe- schüler und Schüler E. Orliks: Holzschnitt, 3 Künstlerschilde mit Monogramm. Professor Hermann Prell-Dresden: 2. MaxSpendig Danzig: 2
W.
Radierungen (s. Jakob
(-Dresden, nun)
Tauschverkehr unter Freyer).
| Happ- Frankfurt a. Main: Ebenso nette wie . gute Radierung Willy Lampe, mit lesendem
bei Glasmaler Rudolf Linne-
Studier-Lampe (also
doppelt „redend“).
mann - Frankfurt a. Main, dessen gutgezeich- |
netes Exlibris Leonhard Kalb (s. Tausch- verkehr) hier (S. 38) abgebildet ist; unten dessen Landhaus in Ortenberg im Vogelsberg. Denis Hoffmann, Architekt, Hamburg (s. Tausch- verkehr): Gute Steinzeichnung in modernem
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Geschmack. Frau Clara Jost-Rıchter-
und Frl. Meta Weber - Düsseldorf, je |
1 Radierung. Frl. Otty Kaysel- Ludwigs- lust: mit dem japanischen Zeichen „Glück“ für eine japanische Bibliothek ihres Bruders. Theodor S ch ü c k - Freiburg i. Br. (Ubbelohde-
Schüler): 2 recht gute Exlibris, davon 1 land- |
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schaftliche Radierung; das des Dr. B. Rein mit | Goethes Totenmaske. Ferner: Múnchen: Lorenz Stumm 3, Max Kleditzsch, Emma Kissling 2, Willy Múller, Carl Arnold (s. Tauschverkehr
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-JILOVSKY-OS* Ps ie
Jilovsky.
unter Arnold), Franz Seraph Haindl, Hermann Ebers, Terstegen, Fritz Behalt 2 | Berlin: J. von Kulas, Erich Wein- schenk, Architekt Fritz Weissenborn, | Frl. Toni Meyer, K. Baschkies, Heros Krause, Fritz d’Hargues, Architekt.
Reinhold Mehl, Baumeister, Gross-Lichter-
35
Freiburg i. Br. Willi Reinelt- Magdeburg.
felde, farbig, Bibliothekraum, umrahmt von | Hans Kappler-Stollberg. Otto Magde-
einem Aufbau von Bichern. A. Fahlberg- Friedrichshagen. Kate Otto-Steglitz. Carl Wilhelm Graf Hardenberg- Dresden 2. Woldemar Leiteritz-Dresden 2. Frl. Wilhelmine Berger- Halle. Bernhard Albers - Düsseldorf. Cal Schmidt-
von
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y "bas ER -ex libris:
FEINA ET VEIT
fessel, Glasmaler, Dessau. Willibald Wein- gartner-Zwickau Wilhelm Schlaeger- Güstrow. Hans Schroeder- Lüneburg (aus Schwaan-Mecklenburg) 14, mit zum Teil nieder- verrät Talent.
sächsischen Landschäftchen; phil.
Emil Loeschmann - Breslau,
Dr.
NN
ID
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Y. E. poy.
Helmbrechts-Núrnberg 2 gute, davon eines, Ernst Nister, mit der Burg in Núrnberg. Hugo Krauss und Ferry Riegel- Nürnberg (s. Tauschverkehr unter Hammer). E. Hein- rich- Pforzheim. Georg Geyer- Wiesbaden
(s. Tauschverkehr unter Hexamer). Karl Gruber, Architekt, und Otto Roth- Karlsruhe; letzteres: Stadtsilhouette. Berr-
hard Fech- Würzburg. Friedrich Greiner-
|
naturhistorischer Zeichner der Universität: 2 gute Mediziner-Exlibris u. s. w. Österreich: Wien: Raphael Kirch- ner (eben in Paris), der bekannte Wiener Postkartenzeichner, schuf ein allerliebstes Ex- libris fúr Georges Goury-Nancy *), der es in
der bekannten Kunstanstalt Dr. E. Albert «
*) rue des Tiercelins 5; Besitzer tauscht nicht, giebt aber dieses Exlibris za 8 Mk. ab.
Co., Múnchen, in Kupferdruck ausfúhren liess; das reichlich internationale Blatt zeigt eine liebliche, schönäugige Mädchengestalt mit Buch in Landschaft, rahmung; unten 2 Täubchen.
in feiner Biedermeier - Um-
Moritz Jung. Holzschnitt. Karl Diemer, RosaSchwarz.
Comm. Theo Ethofer-Salzburg, von dem
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auch reizende Künstlerpostkarten her-
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virtuosin Margot van Leeuwen in Leiden mit Harfenspielerin und holländischer Windmühlen- und Wasserlandschaft, b) für Lydia Schmidt- born-München, Sängerin und Alpinistin, mit Gletscher und Lyra, c) Fr. Johanna Levin-
stein-Bonn, mit Rheinlandschaft und Lyra; u Ss. w. Ungarn: Ofen-Pest: Endre von
v. R. "Teschner.
rühren, 2 Exlibris von guter Zeichnung, von denen hier (S. 38) ein namenloses abgebildet ist. Otto von Bolschwing und Professor Hans Berta Hassack- Fickert-Wien
Blumen und
Brandstetter- Graz. Linz, hübsches Exlibris Emil (s. Tauschverkehr) mit Laute, Büchern am Fenster, durch das man in die Berge blick. Konrad Willner- Teplitz 3 sehr gut und ansprechend gezeichnete Musik-
Exlibris, a) für eine holländische Harfen-
| Frecskay, guter Landschafter, Juliette de
Vajda, ValerMende, Ferdinand (Nandor) Honti, Josef Heim, Robert Nagel, F. O. Beck, Eder; J. Sebestjen- Kolozsvar; Cornel Span yik - Pressburg; Jeno Dórre-Arad; Gaal 2; Jande de Nagy, Joel Stern; Michaly K em - Ofen - Pest photo- eraphierte sich ein Atelier-Interieur als Exlibris. Karl Architekt, erweist sich als túchtiger Radierer;
Julius
Schweiz: Hover,
Zúrich,
‚von seinen 2 Exlibrisradierungen ist besonders das Otto Lang sche mit Büchern, Schwert und altem Turm sehr sympathisch. Frl. M. Sigg-Zürich und Frl. Marey Schider, je eine Radierung. Albert Wagen- Basel, Ge- werbeschullehrer, zeigt sich auf seinen 3 bild-
schönen Photolithographie-Exlibris Dr. Aug. |
Sulger, Heinr. Bendel und Rosy Christ als
|
E. Kupper, Architekt, Basel (vorher Karls- ruhe 1. B.) III. Aus Dilettantenkreisen: München: Frau Fanny Fraas, geb. Mordtmann; Botho Schmidt 4; Berlin: Charles Bessler, Rittmeister d. L.; Martin
Faber. Gustav Bardenheuer, Kauf-
mann, der für die Zeitschrift „Niedersachsen“
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hun lu ( dall Mtb pre ES Ni ce N AV)
dir G.SCHROESTER,
v. Frl. G. Schroedter.
Zeichner von bestem Kónnen und Geschmack; Landschaft, Figuren wie Ornament liegen ihm gleich gut. Johann Jakob Egon Vischer- Basel 2, Alfred Peter- Basel; Frl. Hedwig Scherrer-St. Gallen 3; Wilhelm Balmer- Seiler- Liestal: Heinrich Müller jr; stud, Basel (Miinchen) 4; Paul Kasser- Bern 4, u.a. Alfred Thomann - Zürich (-München): s. oben unter II., Deutsches Reich, Miinchen.
zeichnet: Exlibris mit Dolmen und
Báumen. Quirin Brassart, Major, Spandau, gut gezeichnete Batteriestube mit Geschiitz,
gutes
Kanonenrohren als Säulen, und Blick auf Köln und den Rhein. Frau Mathilde Sutter- Pforzheim 2 (s. Tauschverkehr unter Sutter). Felix Klipstein-Giessen (s. Tauschverkehr): Laubach). Ra-
gewandter Holzschnitt (Haus in Frl. Sofie Othberg- Eschweiler Aue,
—o
dierung. Adeline Freiin von Buttlar- Dachau. Felix FreiherrvonBrusselle- Frau. Dr. Bertha Strauss- Elsa Freiin von
Hentingsheim.
Worms: 3 Steindrucke. Falkenstein-Stuttgart. Carl Berkhan, Stuttgart
Buchhändler, (s. Tauschverkehr):
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DIN Ka L] GO
v. R. Linnemann.
Robert Meerwarth, Oberprimaner, Karlsruhe: 2 Holzschnitte. Karl Keller, Geheimer Hofrat, Karlsruhe 5. Frau Gertrud Hofmann, geb. Pahl (Schúlerin des Kunstgewerbe-Museums und der Steglitzer
3 gut gezeichnete.
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Werkstatt): 2 gut-einfache Exlibris. Frl. Hildegard Geisberg - Chemnitz. Frau Pfarrer Gertrud Schubring- Wundersleben- Soemmerda, Reproduktion 2er von ihr ge-
schnittener wenn auch
Bares
guter Silhouetten ;
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TETHOFER
v. Com. Th. Ethofer.
Silhouettenzeichnungen schon wiederholt vorkamen, ist das Verfahren des Silhouette- schneidens, dessen Ergebnis wie schwarze Feder- zeichnung wirkt, von dieser geschickten Dilet- tantin für Exlibris zum ersten Mal angewandt.
Frau Olga Gilles - Dortmund benútzte für das gut gezeichnete Exlibris ihres Gatten, eines Redakteurs, eine originelle Idee: Eine Tele- graphenstange mit Porzellan-Isolatoren und Draht geht nach unten in eine geflügelte Feder über, die „die Zeitung“ schreibt. Karl Hübner, Leutnant, Germersheim. Dr. Franz Westphal-Rostock. John Hübbe-
Hamburg 2. Frau Dr. W. Bitter- Hamburg
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v E. L. L. Meyer.
(in O. Schwindrazheimscher Manier). Frau Geh. Med.-Rat Paula Siemerling- Kiel 2.
Von den Heraldikern Dilettanten: Oberleutnant Bodo von Bose- Vortrefflich und Wappen - Exlibris
unter den
Altona: richtig Eduard L. Lorenz-M e y er, Handelsherr, Hamburg, 3, von denen 2 hier (S. 39 u. 40) von dem über dem Di- lettantismus stehenden begabten Handelsherrn,
Minister und Staats-Sekretär.
unserem Mitgliede, freundlichst gestiftet wurden;
stilisiertes
, alten
' trägt
Arthur Graf Posadowsky, `
das kleinere mit Gentiana und Schild, das gróssere mit dem Meyerschen Familien-Voll- wappen und dem schon früher von der Fa- milie geführten schwarzen Gerichtsherren als Schildhalter. Frl. Augsburg: unter Kampfscene Wappen
Frieda von Hösslin, mit Lanzknecht nach Holbeinschem Basler Glas- fenster. Hans Freiherr von Imhoff *) Oberleutnant, Nürnberg, dessen gutstilisiertes, sehr gut gezeichnetes Wappen-Exlibris Heinrich Freiherr von Pechmann,*) und dessen eigenes, gezeichnet von Maler Ernst Loesch, Nürnberg. ebenfalls gut heraldisch, hier (S. 41, 42) ab- gebildet sind.
IV. Besonders erwähnenswerte Ex- libris:
Exlibris Julius Wagner- München, nach dem schönen Blatt der Gutenbergfeier München von Julius Diez-Múnchen; Krone mit ,a bed“ auf Buch, auf 2 Säulen.
Exlibris Paul Singer (s. Tauschverkehr), Architekt, Gustav Stotz- Berlin; über einem Bande mit einer Melodie
Mannheim, von der Aufbau des nach dem Brande des Stutt-
carter Hoftheaters
o freigelegten Treppenbaus
des Stuttgarter alten Lusthauses. Exlibris
Professor
Ascan Westermann, von
Ludwig der der
Wappens
Keller- Düsseldorf,
das Problem Zusammenstellung eines
und eines jetztzeitlichen
Schildhalters vollkommen
indem er
glücklich löste,
einen badischen Infanteristen mit Helm und Gewehr, aus unseren Tagen, sein der Soldat
leicht auf
Familienwappen halten lässt;
sein Gewehr ebenso der
Schulter, wie die Schildfigur, ein sogenannter
wilder Mann, die Keule, und «dabei wendet
sich das Zimier, der wilde Mann wachsend,
scheinbar dem Schildhalter zu. Der strengste Heraldiker wird gegen diese ganze moderne die von alter und neuer Zeit nichts einzuwenden
Auflassung und glückliche Vereinigung
*) S. Tauschverkehr.
haben; ist die Idee auch noch neu und un- gewohnt, so birgt sie doch keine Unmöglich- keit oder Unrichtigkeit und beweist, dass „es geht‘‘, alte gute Heraldik und eine Figur aus der Jetztzeit neben einander zu stellen und zu verschmelzen; vgl. die Abbildung S. 42. Exlibris des Professors Dr. Otto War- burg-Berlin von Ephraim Mose Lilien-
40
» phophallus links) bedeckten Urwaldboden; rechts und links Lianen; hinten ein riesiger Würgfeigenstamm, der Kautschuckbaum. In der Hand und im Gewande der Monsunia sind Anonaceenblüten und die das Ylang- Ylang - Parfüm liefernden Canangeblúten zu sehen; die herabfallenden Zweige sind solche
des Muskatnussbaums. Eine schöne und be- `
> Elt9arDUT-DON.
v. E. L. L. Meyer.
Berlin; mit Beziehungen auf Forschungen, Arbeiten und Reisen (1880—1880) Botanikers im Gebiet des asiatischen Monsuns; Flora des malayischen Archipels, die im Urwald edle Blumen und Früchte der Waldbäume auf den von Rohr), (Rafflesia rechts) und Saprophyten (Amor-
dieses
die Monsunia, streut
Kletterpalmen (spanisches Parasiten
ziehungsreiche, gut angeordnete Zeichnung.
Exlibris des Dr. Hanns Friedrich in
Frankenthal zeigt das Grafl’sche Schiller- porträt.
Exlibris Albin Weber-Schöneberg (s. Tauschverkehr), mit dem heiligen Christo-
phorus, der Christum trägt (bekannt ist der
Spruch:
3 a — 41 —
„Christophorus trug Christum, bei Kreuzlingen, Schweiz, liess sich von Christus trug die Welt; | Adolf Sulzberger, Zürich, ein farbiges Sag mir, wo hat Christophorus | Wappenexlibris nachzeichnen, dessen Inschrift Die Füsse hingestellt ?); — genauer und getreuer Faksimile - Cellulloid- ` |
schnitt von Albin Weber nach dem ältesten
ausser dem Namen noch lautet: ,,Erneuertes Exlibris des Hans Jakob Ammann genannt Thalwyler Schárer 1586--1058.“
eo TE. Frihet Imhoff.
V. Ausland: In Spanien schuf als Einziger Jose
datierten Holzschnitt von 1423 vom Kloster Buchsheim bei Memmingen — aus dem die Hiltebrand Brandenburg-Exlibris stammen! —, | Triado in Barcelona mehrere neue, gute handkoloriert ; von hohem kulturgeschichtlichem ` Exlibris. In Holland Carel J. A. Begeer
in Utrecht 2 und H. C. A. van Kampen
Interesse; die Ausfúhrung ist Handpressen- druck auf Biittenpapier. in Amsterdam 1. In Schweden entstanden Herr August F. Ammann- Seeburg ‚ seit und infolge der zahlreichen Anregungen
Herrn Hasse W. Tullberg
unseres Mitglieds, g
in Stockholm, eine grosse Anzahl neuer Ex- libris.
Aus Norwegen kann ich infolge gütiger Abgabe der Platte seitens des Besitzers Herrn O. J. Larsen*) in Bergen, unseres Mitglieds, dessen „In memoriam“-Exlibris, das dem An- denken seiner 1905 verstorbenen Gattin, der
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v. E. Loesch.
Schriftstellerin Bolette C. Pavels Larsen, ge- Die treffliche Zeichnung und Radierung stammt
widmet ist, hier als Beilage bringen.
von Brvnjulf Larsson in Christiania, der Druck von Giesecke und Devrient in Leipzig.
In England ist die Exlibrisproduktion bedeutend zurückgegangen; als neu ist nur Miss Mary Lawson, Stourbridge, die in der
Art G. W. Eves arbeitet, zu nennen. Als be-
*) Dessen eigenes Porträt-Exlibris von Olaf Rusti-Bergen ich in Exl.-Z. XV. 4. S. 162—163 brachte. ,
deutenderes Blatt: Das fein gestochene Ex-
libris von „Helena“ Prinzessin Christian zu Schleswig- Holstein, geb. kgl. Prinzessin von Grossbritannien und Irland, von F.G. House- London mit Ansicht von Windsor Park und mit Klavier und Blumen.
Aus Amerika sind neue Exlibris zu melden, von Edwin Davies French (derzeit in Súdfrankreich), Sidney L. Smith - Boston,
T. Henry Foster- Ottumwa und dem
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v. Prof. L. Keller,
Triptych- New-York, das nun von Kendall Banning und Frl. Hedwig von Briesen geleitet wird.
Anhang.
Da es sich darum handelt, einen allge- mein noch nicht bekannten, aber sehr talent- reichen jungen Künstler Ernst Zimmer- mann,*) dem Exlibriskreis bekannt zu machen,
*) Seine Münchener Adresse für ev. Aufträge ist: Karls- strasse 36. III.
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Memorien-Exlibris O. J. Larsen, Bergen,
zur Erinnerung an die Schriftstellerin Frau Bolette O, Parels Larsen,
von Brynjulf Larsson, Kristiania, 1905.
Beilage zur Exlibris-Zeitschrift 1906, No. 1.
Druck von Giesecke & Devrient, Leipzig.
habe ich ihn in der Menge der vorstehend | zunächst beim Vater und dann auf der Mún- angeführten Exlibriskünstler nicht eingehender | chener Kunstgewerbeschule, auf der sein Haupt- genannt, sondern widme ihm hier diese be- | fach das Modellieren unter Professor Pruska
sondere kurze Betrachtung. ı war. Dann bezog er die Münchner Akademie,
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Konrad Dreber Eerhbris 2
Als gelehriger Schüler tüchtiger Meister | zeichnete bei seinem Onkel, Professor M. Feuer- verdient er, da er nun seine eigenen guten | stein und kam dann zum bekannten Professor Wege geht, und, obwohl noch jung, schon recht | Rudolf von Seitz, der ihn besonders die alten Tüchtiges leistet, entschiedene Beachtung. ı Meister kennen und lieben lehrte. Später
Geboren 1881 zu München als Sohn des | trat er in die Schule von Professor Wilhelm Malers und sehr begabten Lehrers Professor Ernst Zimmermann, lernte Ernst Zimmermann |
von Diez ein, dem er seine Malkenntnisse in der Natur verdankt; figürliche und deko-
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TUCO \/WIÜCT:
Beide: v. E. Zimmermann.
45
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EX LIBRIS
Dann, S ros
Beide: v. E rative Studien gingen nebenher, und nunmehr und Das Porträt- und das figürlich- dekorative Fach werden wohl seine Zukunft sein.
Angeregt durch zahlreiche Exlibris seines Bekannten Willi Geiger begann auch Ernst Zimmermann,
arbeitete er mehrere Monate in Rom
Terracina.
Bibliothekzeichen zu zeichnen, und er schuf bisher 13 Exlibris, die zum Teil Rudolf von Seitz’ guten Einfluss, zum anderen Teil gutmodernen Charakter haben. Anlehnungen sind erfreulicherweise nicht zu bemerken; er hat seine eigene, aparte Manier
. Zimmermann.
und man kann von ihm noch manch nicht- durchschnittliches, aussergewöhnlich Gutes er- hoffen.
Von seinen Exlibris bilde ich hier 6 ab, die keiner besonderen Erklärung bedürfen (was heutzutage bekanntlich nicht immer der Fall ist).
Konrad Dreher (S. 43) ist der berühmte Münchner Hofschauspieler und Komiker, der mit seinem Humor und seiner künstlerischen Schalk- haftigkeit tatsächlich oft Blumen ins Leben
seiner Zuhörer streut. Walther Zimmermann,
- —
der Bruder des Zeichners (S. 44, s. Tausch- verkehr) ist Kunsthándler in München, daher Obwohl alle ihren eigenen Reiz haben,
das Studieren eines Kunstblatts. 6 Exlibris besonders auf das R. Heusersche mit Baum
ist
46
(S. 45, s. Tauschverkehr) hinzuweisen, das in seiner Einfachheit so niedlich und wirkungsvoll ist.
München.
K. E. Graf zu Leiningen -Westerburg.
e TARA > Gei E Geom os, GH
Ce te bres
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v E. Zimmermann.
Russische Nachrichten.
Die bald ein ganzes Jahr dauernden und
alle Volksschichten mit sich reissenden rus-
rischen Freiheitsbewegungen haben das Leben aus seinen normalen Bahnen gebracht, und kann
darum von einer richtigen Tätigkeit — sei es
auf welchem Gebiete es wolle natürlich
keine Rede sein. Alles verbrüdert sich, um
einem einheitlichen Ziele zuzustreben und
alltägliche Interessen, ja sogar die Kunst und Wissenschaften treten zeitweilig in den Hinter- grund, um erst wieder nach erlangten freien Bürgerrechten ihre Berufstätigkeit aufzunehmen. Vieles ist der in Staub zusammensinkenden alten Regierung schon abgezwungen, Vieles ist in Aussicht gestellt worden, aber noch Vieles
muss durch manches Opfer errungen werden,
bis ,neues Leben aus den Ruinen blúhen
wird.“ Aus diesen Gründen geht hervor, warum die bereits im Spätsommer bestätigte Moskauer Exlibris-Gesellschaft bis jetzt noch kein Lebenszeichen von sich gegeben hat. Dieser Tage steht wieder eine Zusammen-
kunft der Vereinsgründer bevor, jedoch kann,
wie gesagt, von einer Aufnahme der Tätigkeit
Das Buch- welches sich den ehernen Fesseln
vorläufig nicht die Rede sein. gewerbe, der Zensur entrissen hat, wird viel dazu bei- tragen, dass das Wort auf dem Papier all- seitige und wahrheitsgemässe Beleuchtung finden wird und sobald diese Eroberung festen Boden unter sich spüren wird, wird auch der Forschungsdrang auf allen Gebieten frei auf- atmen und erleichtert seine Lungen ausdehnen können. Dann wird auch der Exlibrisforschung mit all ihrem „Drum und Dran“ das ent- sprechende Plätzchen in der Litteratur zu- erteilt werden; denn bis hierzu konnte selbst auf diesem unschuldigen Gebiete nicht frei die Feder geführt werden; dann wird die von der Moskauer Exlibris-Gesellschaft in Aussicht genommene Zeitschrift mit den ausländischen Schwesterschriften in aufrichtigen unbeschränk- ten Meinungsaustausch treten können und Arm in Arm mit ihnen ins Dunkel der Vergangen- heit hinuntersteigen, um Alles das, was den gemeinsamen Bestrebungen von Interesse, ans Sonnenlicht zu befördern. Zur Illustration des Gesagten sei hier folgendes Ereignis erwähnt, welches seinen Anfang von einem Exlibris genommen und einen strebsamen Mann, nach grausamer Verurteilung zum zwangsmässigen Aufenthalt in Sibirien, in den Tempel der Wissenschaft geleitet hat. Ich meine den be- kannten Naturforscher Grigori Karelin (* 1799 + 1872), dessen eigenes Exlibris in dem Ex- libriswerke des Unterzeichneten auf Seite 147 Beschreibung gefunden hat. Im Jahre 1817, nach Beendigung des Kursus im I. Kadetten-
korps, trat Karelin als Artillerie- Fähnrich ın
47
die Kanzlei des seinerzeit ganz Russland be-
herrschenden Grafen Araktschejew, dessen Wappen die Devise „Bes lesti predan“ trägt, d. h. Um-
stellung einiger Buchstaben ergiebt sich ein
„Ohne Arglist ergeben.“ Durch
ganz anderer Sinn und zwar: der Teufel ist der Scherz hatte sich der heitere Karelin mit dem
Arglist ergeben.“ Diesen unschuldigen Exlibris des Grafen Araktschejew erlaubt, was zu den Ohren des Letzteren kam. Karelin wurde sofort degradiert und per Etappe ins Gouvernement Orenburg befördert, wo er sich Die vielen Kollektionen dieses sozusagen zufälligen
ganz den Naturwissenschaften widmete.
Gelehrten befinden sich gegenwärtig im Mu- seum der Kaiserlichen Akademie der Wissen- St. Das in Rede stehende Exlibris des Grafen Araktschejew ist
schaften zu Petersburg.
in meinem Exlibriswerke auf Seite 55 abgebildet. Die Monate úberschauend, bleiben unsere Blicke
russische Exlibris-Littteratur der letzten
auf dem Anzeiger für Litteratur und Biblio- Hofbuchhandlung Ges. M. O. Wolff, St. Petersburg, haften; dieser Anzeiger
graphie ' der
ist augenblicklich das einzige russische Organ, welches Exlibris behandelt.
Abbildung des Ex-
libris Angelica Picardis von Baruffi.
No. Seite das Resultat des I.
No. 10. Seite 135:
Artikel über russischen Exlibris-Preis- Abbildungen der prámiirten Exlibris von Depaldo und Belsen (vergl. Exlibris-Zeitschrift XV Heft 3, Seite 137) und über die ersten Exlibris für Volks-
II. 151—152:
Ausschreibens, mit zwei
bibliotheken von Victor Russakoff.
No. 12. Seite 167— 169: Abbildung des Exlibris Maxim Gorki von E. M. Lilien (vergl. Exlibris-Zeitschrift) XV. 2. S. 54) und Artikel „Ist für Volksbibliotheken - Exlibris notwendig?“
Allegorie
No. 13. Seite 183—184: Abbildung des Exlibris Alexander Englesi von J. Simakofl-
St. Petersburg und Artikel „Zum Exlibris von J. Simakoft.“
No. 15. Seite 215: Abbildung des Hupp'schen Universalexlibris, fúr Philosophie und Theologie.
No. 16. Seite 231—232: Artikel „Rus- von Victor Russakoff (Be- sprechung meines Buches úber Exlibris; vergl. Exlibris-Zeitschrift XV, Heft 3, Seite 136).
Das wäre alles; eine winzige friedliche
sische Exlibris“
Nussschale auf den schäumenden Strom- schnellen der angebahnten russischen Freiheits- bewegung!*)
Moskau, den 15. November 1905.
Udo Iwask-Issako.
Exlibris-Wettbewerb.
Die Typographische Gesellschaft München geht schon längere Zeit mit dem Plane um, für ihre stattlich herangewachsene Bibliothek ein Exlibris anzuschaffen. Mit grosser Freude wurde es darum begrüsst, dass sich Herr Graf K. E. zu ergangenes Ersuchen in entgegenkommender
Leiningen-Westerburg auf \Veise bereit erklärte, in einer Versammlung über das Exlibris, seine Geschichte und seine Bedeutung zu sprechen und damit die Mit- bekannt zu
glieder mit dem Stofle näher
machen. Der Vortrag, der sich eines sehr guten Besuches erfreute, fand am 22. November v. ]. abends bei Gelegenheit einer Monatsversamm- lung statt und war mit einer Ausstellung von alten und neuen Exlibris verbunden, welche aus den Sammlungen des geschätzten Herrn Vortragenden und des Referenten stammten. Durch die Auslage hervorragender neuer Blätter, worunter solche von Greiner, Klinger, Heroux u. a. zu nennen sind, sowie wert- voller alter und besonders für Buchdrucker
interessanter Exlibris seitens des Herrn Grafen
*) Jüngst erfolgter Nachricht zufolge kommt Ende März
bereits No. 1 der russischen Exl.-Z. zum Druck.
gewann die Ausstellung ein besonderes Inter- esse, das ihr denn auch nicht vorenthalten blieb. Die Ausführungen des Herrn Vor- tragenden gaben ein treffendes Bild der nun über vier Jahrhunderte sich erstreckenden Exlibrissitte, boten schätzbare Winke und Ratschläge und bildeten so eine vorzügliche Einleitung zu dem von der Gesellschaft ge- planten Wettbewerbe zur Erlangung passender Nach dem sehr beifällig aufgenommenen Vortrage wurde die Veran- staltung des Wettbewerbes beschlossen, die Bedingungen hiefür festgesetzt und die Preise Um die grosse Anzahl minder-
Exlibrisentwürfe,
bestimmt. wertiger Bibliothekzeichen nicht zu vermehren, soll nicht die zeichnerische Betätigung der
Mitglieder auf diesem Gebiete angeregt werden, sondern es wird die Schaf- fung eines schönen, typographischen
und so den Zwecken der Gesellschaft, För- derung des Buchdrucks nach der künstlerischen Seite wie Hebung des beruflichen Könnens und Wissens, entsprechenden Exlibris angestrebt. Darum müssen die Entwürfe nur mit typograph- ischem Material, allenfalls mit Zuhilfenahme
des - Tonplattenschnittes, auszuführen sein, wobei nicht mehr als drei Farben verwendet werden dürfen. Der Termin für die. Ein- sendung der Wettbewerbsarbeiten ist der 31. Januar 1900. zahl Exemplare von Klimsch’s Jahrbuch der gra-
phischen Künste 1906 und verschiedene Geld-
Als Preise sind eine An-
beträge ausgesetzt. Das Preisrichteramt haben neben einigen Herren aus der Gesellschaft Herr Graf zu Leiningen-Westerburg und Herr Kunstmaler und Graphiker Walter Ziegler zu dürfte
das der erste derartige Wettbewerb, soweit es
übernehmen sich bereit erklärt. Es sich um rein typographische Exlibris handelt, sein und ist darum seinem Ergebnis mu In- teresse entgegenzusehen.
München.
Franz Fleischmann.
Verschiedenes.
I. Warnecke gibt in seinem Exlibrishand- buch (1890) S. 43 unter No. 277 ein Blatt Christophorus Bruno an, das Schäufelin (La zuteilt; das gleiche Blatt ist in Hirth’s Formenschatz (1887) unter No. 97
er Hans
abgebildet und ist hier Hans Burgkmair zu-
geschrieben.
hat mir ein altes Werk von
1542 vorgelegen, das beweist, dass genannter
Nunmehr
schöner Holzschnitt gar kein Besitz- oder Bibliothekzeichen war. Der prächtige holz- schnittreiche Band ist betitelt: „Johannis
Boccatii Die gantz römisch histori auffs fleissigst und kürtzst begriffen. Ein treffentliche schöne Oration M. T. Ciceronis für M. Marcellum, zum Rat der Stat Rom vnd zu Julio Cesari gethon. Alles zusammenbracht und verteutscht durch Christophorum Brunonem, von Hyrtz- beider licentiaten, jetzund
der vnd Stat München; getruckt zu Augspurg, bey Heinrich
Stayner, im M. D, XXXXIL Jar“.
Auf Seite 3 lautet die Ueberschrift „Dem
weil, Rechten
Poeten, löblichen fürstlichen
der
Vorrede: Ersamen fürsichtigen vnd
weysen Herren Antonio Sánfftin, Burgern,
49
| l
des |
inneren Rhats zu München, meinem günstigen `
Die Unterschrift auf Seite 4: „Datum München 16. Maii Anno Domini M. D. XLII E. L. W. (-Euer Lieb- den Wohlgeboren) gehorsamer Christophorus
vnd gepietenden Herrn“.
Bruno, Poet allhier“.
Das 1. und letzte Blatt dieses Bandes bilden
Vers. Beide Wappen ‘sind von einer Rand- leiste von Putten und Ornamenten umgeben, die aus 4 Teilen bestehend, von anderem Meister stammen; sie waren jedenfalls in der Steinerschen Druckerei zu Augsburg vorrätig und sind um das Mittelstiick, den Wappen- holzstock, herumgesetzt.
Wir haben also hier den Urzweck dieser beiden gleich gearteten deutlich des
das vordere Wappenblatt ist Dedikationsblatt,
ganz Wappen
vor uns, den Buchschmucks; das Wappen dessen, dem das Buch gewidmet ist; das hintere Wappen ist das Autorenwappen, das des Verfassers des Werkes, des Christo- phorus Bruno, der das Buch dem Sänftl widmete. Also kein Besitz- oder Eigentümer- oder Biblio- thekzeichen. Die Maase bei der Warneckeschen
Angabe und den beiden Wappen dieses
Bruno’schen Werkes stimmen ganz genau über-
ein. Trifft man das Blatt aus dem Buche aus- gelöst einzeln an, so kann es sehr wohl den Eindruck eines Exlibris machen; auch ist ja nicht ausgeschlossen, dass Bruno es einmal als Exlibris verwendete. Sein Urzweck war aber jedenfalls (als genaues Gegenstück zum Sänftl- Dedikations-Wappen): Ein Autorenwappen und kein Bibliothekzeichen. Einige der Text- bilder sind „AS“ mit der Schaufel signiert -~ Hans Schäufelin.
IL. In
kationsfolge der deutschen Verlagsanstalt, Stutt-
der sehr empfehlenswerten Publi-
gart, „Alpine Gipfelführer“ befindet sich ein
einfacn hübsches „Universal-Exlibris“: „Ex-
- libris“, umrahmt von 2 Edelweiss-Sternen über
2 vom gleichen Zeichner und Holzschneider |
gefertigte Wappenblätter: Vorn das des „An- tony Sänftl“ (Schild: geviert von Stern und
wachsender Mann
1542 hinten das Wappen des „Christophorus Bruno“
3 Seitenspitzen; Zimier:
mit Stern) und der Jahreszahl oben;
(Schild: Phönix über Flammen nebst Sonne;
Zimier: Phönix aus Flammen) und ebenfalls |
der Jahreszahl 1542 oben; unten ein lateinischer
leerer Schrifttafel, gezeichnet von Maler Leo
Kainradl in Esslingen.
III. Das neuste Universal-Exlibris der
o trefflichen Zeitschrift: „Die Musik“, V. Jahr-
gang, Verlag von Schuster & Löffler, Berlin S. W. 11, — ein Rattenfänger von Hameln, gezeichnet von Hans Lindloff- München —
sei hier (S. 50) abgebildet. Bekanntlich giebt der Verlag alljährlich ein neues Universal- Exlibris
seinen Heften bel.
IV, Nachdem erst vor kurzem
Vergl. die Abbildungen dieser Exlibris in den 4 letzten Jahrgängen.
hier von Plagiat-Exlibris die Rede war — Exlibris-
— 50 bn
Zeitschrift XV. 4., S
einem Exlibris von Paul Voigt;
S. 1 dieser Nummer, — sind
A
— AA. A —— PE AEAEE ge A a e am ae TEAR ERE pe
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v. H. Lindloff.
Zeitschrift XV. 3., S. 137: Exlibris Victor
Schick, Plagiat von Ernst Floss- Prag nach Willy Geiger; Exlibris-Zeitschrift XV. 3., S. 138: Exlibris Ernst Schick, Plagiat von Ernst Floss- Prag, auch nach Wili Geiger; und Exlibris-
festzustellen: 1) Exlibris Richard Sohr, Plagiat
von Ernst Floss- Prag, auch ohne Wissen des
Besitzers, das aus 2 deutschen Exlibris zu-
sammengesetzt ist: Ein Teufelchen oben, vom
Exlibris W. von Zur Westen von Käthe Schön-
. 1. 184: Exlibris Gräfin Butler, Plagiat von Carl Krauss- Graz nach
vergl. auch
3 neue Plagiate
berger-Berlin, giesst — statt aus einer Giess- kanne — aus einer Retorte über Bücher — diese auch nach dem von Zur Westen’schen Ex- libris — hinweg eine Flüssigkeit herab auf einen Zu einem zusammengeklappten Buche liegenden Zopfträger und Pedanten — dieses Motiv nach dem Exlibris Carl Ernst Pöschel von Walter Tiemann. Herr Sohr benutzt und gibt das Exlibris nach der Plagiat-Feststellung 2) Exlibris des Grafen zu Stuben-
berg, Plagiat von oben gen. Carl Krauss-
nicht mehr.
Graz nach meinem Exlibris von Oskar Roick; ausschliesslich der Wappeninhalte genaue Nach- empfindung, nur in erheblich minder guter Ausführung und mit einem heraldischen Haupt- fehler „verbösert“. Signiert! 3) Weiteres Plagiat: Exlibris des Verseczi- Casinos’, Siebenbürgen, 1906, Haus aus Büchern errichtet (nur noch mit einem Rot-Ton versehen) genau, sogar in den oberen Inschriftbuchstaben, kopiert nach dem seiner Zeit in den „Liebhaberkünsten“ veröffentlichten Exlibris „F. Häusslin“ (redend), gezeichnet 1896 von Oskar Schwindrazheim- Es empfiehlt
Anleihen (um keinen schärferen, drastischeren
solche
Hamburg. — sich, Ausdruck zu gebrauchen) alsbald nach Be- Exlibris - Zeit-
zum Schutze unserer
kanntwerden hier in unserer
schrift festzunageln — „Original“ - Künstler! —, um weitere Plagiate möglichst zu verhindern. Gerichtliche Schritte —, Schutz des geistigen Eigentums! --- wären
freilich das Richtigere.
V. Im des deutschen Buchhandels“ 1906, ist bei der Firma L. Angerer, chalkographische Kunstanstalt, Berlin S. 42, Wasserthorstrasse 59
offiziellen „Adressbuch
(gegründet 1849) das eine Exlibris Toelle von Professor Richard Müller- Dresden als Muster
in Heliogravüre gebracht. Gen. Kunstanstalt,
die auch die von früher her bekannten Ex- libris von Tümpling (v. Chr. Bühler und F. Homberg) und W. von Busch wv Marie
Stein) lieferte, ist Kunstliebhabern sehr zu em-
pfehlen, die ihre Exlibris in Kupferdruck, Stich, Radierung und Photogravüre herstellen lassen wollen, — Verfahren, die für Bibhothekzeichen wärmstens anzuraten sind und die den Cliché- druck (Zinkätzung) weit überragen.
VI. Am 16. November 1905 hielt Herr Bauführer L. Krahmer in Landsberg a. Lech einen — zahlreich besuchten — Vortrag über
Exlibris, der sehr eingehend von in- und aus- ländischen Exlibris handelte. Vorgelegt waren etwa 3100 Stück der Krähmer’schen Sammlung 1) alte Exlibris,
2) Techniker-Exlibris von und für Techniker,
(begonnen 1902); und zwar 3) bessere Blätter seiner Sammlung. Eine Folge des Vortrags war die Anmeldung dreier neuer Mitglieder. — Rühmende Besprechungen standen im „Oberbayrischen General-Anzeiger“ No. 5. Landsberg) und in der „Süddeutschen Tech-
5.
Igo Y. ı2. 5 (von Beneficiat Riehl-
nıker-Zeitung“ IV. No. 48 v. 25. 11. (von Stadtbaumeister Donhauser-Landsberg).
VIL Am auf Einladung der „Typographischen
22. November
(oos hielt ich
‘in dieser einen Vor-
neuen
Gesellschaft München? Vortrag über Bibliothekzeichen unter legung mehrerer Hundert von alten,
besseren und Buchdrucker - Exlibris aus der Sammlung des Herrn Franz Fleischmann und der meinigen. Nach dem Vortrag wurde die Veranstaltung eines Wettbewerbs zur Erlangung eines zu setzenden Bibliothekzeichens für
die Gesellschaft beraten und beschlossen.
VII. Sprüche. llerr Professor Dr. Michael M. Rabenlechner, Wien, schreibt in der Jubiläums - Nummer der „Grazer Tagespost“, Kb, ys Te Te OOO Ap Den bibliophilen l'reunden sel verraten, dass sich unter diesen Rosegger-Schätzen einer findet, der uns der unbezahlbarste an Wert. Ein unaufgeschnittenes reines Exemplar des ,,Waldschulmeisters" in der I. Ausgabe — auf dem rótlichen Original- umschlag von des Dichters eigener Hand die
Worte geschrieben: „das erste Exemplar der
ersten Ausgabe meines Waldschulmeisters“. Wohin wird einmal dieses Exemplar geraten?!? Unter die symbolische Zeichnung meines Ex- libris aus dem kundigen Pinsel Professor Hlavatys in Trest liess ich mir die Verse em- gravieren:
Das Buch aus meiner Bücherei,
Sie zählt viel tausend Bände --
Gern wüsst ich, was dein Schicksal sei,
Gehts einst mit mir zu Ende!
O mogst du dich auf ktinftiger Bahn
In ernste Hand nur legen,
Auf dass du, wie du mir getan,
Auch Anderen wirst zum Segen‘.
In der gleichen Jubiläums - Nummer der Grazer „Tagespost“ bringt Dr. Ernst Gnad ın „Erinnerungen an Rudolf Baumbach‘ em be- herzigenswertes Gelegenheitsgedicht Baumbachs zum Abdruck, das folgender-
massen lautet: „An die Borger“
(Aus einem Exemplar des Zlatorog):
Die ihr euch dies Büchlein borgt, Seid für die Schonung recht besorgt, Schreibet nicht mit kritischer Hand Eure Glossen an den Rand. Speiset auch nicht ohne Not
Auf dem Buch das Vesperbrot. Butter, Schinken, Wurst und Speck Machen leicht ein fettes Fleck. Auch das Lampenöl ist fett, Darum leset nicht im Bett.
Gar zur leicht ein Buch verbrennt Und der Leser mit am End.
Ergo wird’s am Besten sein,
Wenn Ihr lasst das Bücherleih’n, Wenn Ihr in die Handlung lauft Und das Buch Euch selber kautt. Wenn’s zu eigen euch gehört, Dann beklext es ungestört!“
IX. Im November 1903 fand in Kreuz-
nach, vom dortigen Frauenbildungs - Verein
Ca
Rudolf
f
lo
und Exlibris-Aus- stellung statt, die nach den Zeitungsverichten
eingerichtet, eine Buci- ebenso überrascht wie interessiert hat, sodass sie um einige Tage verlängert werden musste. Die neueren Exlibriskünstler
waren gut ver-
treten. Sonderkollektionen waren u. a. da von Br. Héroux, Aug. Stöhr, Gg. Otto, Franz Busch- meyer; ferner mit Einzelblättern H. Volkert, H. Thoma, A. M. Hildebrandt, E. Doepler d. J, B. Wenig, Al. Balmer, R. Sturtzkopf,
G. A. Closs, O. Hupp u. s. w.
X. ImKunst-Verein Jena war eine Orlik-Ausstellung, bei der auch 38 Exlibris von Ihm vertreten waren; ı5 Mk. für das Blatt.
XI. Das deutsche Buchgewerbe-
die Preise waren
Museum-Leipzig veranstaltete im De- zember 1905 eine umfassende Kollektiv- Ausstellung der graphischen Arbeiten von
Heinrich Vogeler - \Vorpswede in Original- und
Illustrationen
entwürfen Nachbildungen. Neben fein-
fühligen und reizenden Buch- schmuckarbeiten für den Insel-Verlag, Leipzig,
das Worps-
und Eugen Dietrichs - Jena war auch
reichhaltige Exlibriswerk des Meisters nahezu und
beschränkte
weder
Wänden Wohl die Exlibris -Radierungen,
vollständig an den in den Schaukästen vereinigt. sich die Ausstellung auf doch war diese Gruppe dafür um so interessanter, als sie zahl- reiche Probedrucke und Vorzugsdrucke auf Japan mit der eigenen handschriftlichen Sig- nierung des Künstlers aufwies. Das schöne Exhbris 15 schiedenen Plattenzuständen ausgelegt, die einen
Valerie Brettauer war ın ver-
höchst lehrreichen und anziehenden Einblick in die peinlich sorgfältige und fleissige Arbeits- weise des Graphikers boten. Unter Rahmen waren zu sehen die Exlibris Marie Vogeler, Tony Schütte, Margaritha und Alfred Heymel, Theodor Bienert, Margarete Herwig, C. von Rose, Heinr. Vogeler - Barkenhoff (2 verschie- Schotteck, Hackfeld, Georg,
dene), Marie
Adele und Luise Wolde, Jul. A. Grober, Ida Perutz, Bertha Bienert, 1 anonymes (V. Singer), Milli Becker, Valerie Brettauer, Liebtraut El- feldt, Johann Baron Knoop, Hans Müller- Brauel, Wilhelm Oelze, J. C. Pflüger, Hugo von Reininghaus, Rud. Alex. Schroeder, Eduard Vogeler. (Der Künstler tauscht bekanntlich nicht.)
XII. Im ,elsassischen Kunsthaus“ zu Strassburg 1. E waren vom 10. 12. 1905
—
I. 2. 1906 3 Sattler-Exlibris aus- gestellt: Ein eigenes, ein Warnecke’sches und Exlibris Dr. G. A. Müller.
In einer Lithographie-Ausstellung von Hugo Steiner (-Prag, -München, nun Lehrer der Handwerker- und Kunstgewerbe- schule) zu Barmen waren neben Illustrationen
auch Exlibris von Hugo Steiner ausgestellt. XII. Im Januar wurden mir von 2 mittel- deutschen Firmen die 2 Klinger - Exlibris 100 Mk. angeboten (erfreulicherweise besass ich diese
Asenijeff und Vogel zu 125 bezw.
2 Exlibris jedoch schon); es würde mich Interessieren, zu erfahren, ob auch nur einer unserer Exlibris- Sammler solche Preise zahlt, die bei
Meister Klinger's durch mich — für entschieden
ich aller hohen
— Wertschätzung viel zu hoch halte.
XIV. Exlibrisauktion bei E. Paul et fils 16.— 18. Nov. 1905. Sammlung des Prinzen C. P. D., Katalog von 3ı Exlibris- französischer Exlibris
et Guillemin, Paris,
illustriert mit
Nos.
456 Nummern, 126 des 17. und 18. Jahrhunderts, darunter solche
abbildungen;
von Collin, Gaucher, Giffart, Gravelot, Janinet,
Monnier, Nicole, Ollivault, Picart u. a.; So
17; 18. Jahrhunderts, darunter solche von Choffard, Dunker, Müller, deutsche des 16.-- 18. Jahrhunderts, solche
italienische und 45 schweizer des und
Lips, Schellenberg, 117
von J. Ammann, Chodowiecki, Heumann,
Kihan, Klauber, Kriiger, Siebmacher, Wierinx
u. aj Aë belgische und holländische,
20 spanische, 26 englische, 13 ungarische, polnische, russische und schwedische des 17.
und 18. Jahrhunderts.
An deutschen und österreichischen Exlibris waren u. A. vertreten: die Exlibris Holzschuher, Tübingen, Rem von Ketz, Bayern, Bozen, Eich- státt, Imhoff, Klesel, Kress, Niederaltaich, Oedt, Doemer, Volkamer, Weisenau, Augsburg St. Anna, Chodowiecki, Cobres, Gottsched, Königs- (bal Lehnemann, Mönchsroth, Raigern, Treu, ; abgebildet: Ohlen- schlager, Knöringen, Imhoff, S. Myller, Poemer,
Woog, Danzig u. s. w.
Nürnberg St. Lorenz, 2 Uffenbach, Kirch- maver, Pfinzing. Bei der letzten Auktion ım Hotel Drouot
zu Paris wurden folgende Preise u. a. gezahlt- Joh. Ey. v. Knöringen ív. J. Ammann): 22 fr.:
Melchior Klesel - Wien 1613: 32 fr., Pfinzing
v. A. Khol: 30 fr., Gräfin Marie Anna Przehorsowsky, geb. Gräfin Palfy: 46 fr, Gráfin Albany (Freundin Alfieris): So fr.! Valori v. Fr. Boucher - Paris: 18 fr, — zum
grössten Teil „komische“ Preise!
XV. Berlin, vom 27. November 1905 wurde wieder '
In der Auktion von Rudolf Lepke,
einmal ein Exemplar des Exlibris des Baron Kottwitz, von Kupferstecher George Friedrich Schmidt — „von grösster Seltenheit“— versteigert; es erzielte den Preis von diesmal nur ı3 Mk.
XVI. Während ich jüngst vom Verschwinden der ‚und folg. Nr. XIX.) Exlibris-Zeitschrift berichten musste, kann ich heute mitteilen, dass die schweizer
spanischen italienischen; s.
Exlibris-Zeitschrift wieder aufleben wird, —-
was nur zu begrüssen ist. Sie erscheint ab
1. April oder 1. Mai in früherem Gewande unter der Schriftleitung des Herrn Pfarrers L. Gerster, Kappelen bei Aarberg, Kanton
Bern, jährlich 6 Nummern, Preis ım Jahre einschliesslich Einband-Decke für die Schweiz 1o fr, für's Ausland 12 fr. 5o c. Redaktionelle
Beiträge werden gern entgegengenommen.
Jn Ungarn bereitet sich auch ein un- garischer Central - Verein für Exlibris und
künstlerische Schutzmarken vor.
XVII. Mitten in unruhigster Zeit ist die russische „Moskauer Exlibris-Gesellschaft“ in’s Leben getreten, bezw. genehmigt worden. Die Wahlen ergaben als Präsidenten Herrn Alexander Meck - Moskau, Obuchow Pereulok, Haus von Meck, an den allgemeine
von
Korrespondenzen zu richten sind — , als Vize- Präsidenten und Schatzmeister Herrn Wladimir Trutowsky (unser Mitglied) und als Sekretär und Archivar Herrn Udo Iwask -Issako (unser Mitglied), den Verfasser des russischen Exlibris- hauptwerks*), - Moskau, Nikitsky Boulevard, Waldthardt, Qu. 4, Korrespondenz bezüglich der ıussischen Zeit- schrift zu richten ist. — Eine Zeitschrift, „Nach- der Exlibris - Gesellschaft‘,
soll jährlich je nach den vorhandenen Mitteln
Haus an den alle
richten Moskauer
periodisch 1—4 mal erscheinen. ist Herr Iwask-Issako; Tauschverkehr ist vor- erst Mangels vorhandener Exlibris noch nicht Beitrag für die 40 sogen. wirklichen Mitglieder (stimmberechtigt): 15 Rubel, für (unbeschränkte Zahl): 5 Rubel
möglich.
die übrigen jährlich. XVII. Auch das Ausland ahmt nun die alte und wieder aufgenommene deutsche Sitte der Universal-Exlibris nach; im schön aus- gestatteten Werke „Il Monastero di S. Benedetto in Polirone, nella storia e nell arte“, Verlag von Eredi Segna in Mantua, befindet sich ein von Professor Rosolino Bellodi gezeichnetes Blatt: Nackte Figur der Wahrheit mit flatterndem Schleier, oben „Exlibris“, unten
hübsches
„Veritas“, alles umgeben von Rosenzweigen
mit Dornen.
Ein anderes ausländisches Universal- Exlibris befindet
Chemist’s Diary, 1906, Verlag von Burroughs,
sich ın Wellcome’s
*) S. Exl.-2. XV. 4. S. 184 u. S. 40—48 dieser No.
Redakteur
Wellcome a. Co., London (Sydney, Capetown und Mailand), das einen chinesischen Drachen zeigt, dem die Inschrift (in leicht imitierter chinesischer Schrift) beigegeben ist: „This book belongs to . . .“ (Dies Buch gehört . . .) und „If found, please return immediatly“ (Wenn
gefunden, bitte um umgehende Rückgabe).
XIX. Bezüglich deritalienischen Exlibris- Zeitschrift (Burti- Genua) erfahre ich, dass Nr. dass
der 2. auch schon wieder eingegangen, d. h. Nr. nichts wieder erschienen ist; die Abonnenten
Da ich
diese nach
seit dieser 2 haben somit ihre Einzahlung verloren. der Sache von vornherein nicht traute, gehörte ich nicht zu den Subscribenten, doch konstatiere ein dem
ich, zur Warnung anderer, dass
Herausgeber auf seine Bitten geliehenes Klischee
o trotz 2maliger Mahnung bis heute nicht zurück-
gegeben ist! Einem Gerüchte, dass Herr Comm,
Jacobo Gelli in Mailand diese Revista ange-
kauft habe und weiterführe, widerspricht dieser Herr aufs Bestimmteste und er bat mich, dies hier zum Ausdruck zu bringen. Herr Gelli arbeitet dagegen selbst an 2 Monographieen über italienische Exlibris mit etwa 250 Ab- bildungen bezw. 1200, die im September und Dezember erscheinen sollen.
XX. Der berühmte Maler Sir Laurence Alma Tadema - London feierte am 8. Januar 1906 seinen 70. Geburtstag. Der Künstler stammt aus Holland; er ist 1836 zu Dronryp in Friesland geboren, lebt aber seit 35 Jahren in London und ist englischer Bürger geworden. Schon auf dem Gymnasium zu Leeuwarden trieb er klassische Studien. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er auf der Antwerpener Akademie, wo er durch Hendrik Leys seine archaisierende Richtung erhielt. Er schuf zahlreiche Bilder aus der fränkischen Geschichte und dem ägyptischen, griechischen und römischen Altertum. Vorzüglich behandelt er das stoffliche Material des Marmors, der Bronze und antiker und ist auch ein
Geräte, heworragender
Aquarellist. In Berlin bekam er
1874 die grosse goldene Medaille und wurde zugleich auswärtiges Mitglied der Akademie der Künste.
Da das Exlibris des 7ojährigen grossen Künstlers unsere Leser interressieren wird, sei es hier nach einem meiner Exemplare ab- gebildet. Gezeichnet ist es von Alma Tadema’s Mündel Mr. J. Elmsly Jnglis und
zeigt in
Umschrift das, sinnig eine Malstaffelei bildende Monogramm A und T von Alma Tadema, um das sich 5 allegorische Figürchen der Malerei, Zeichnung, Ätzung, Skulptur und des Kunststudiums vor Bauresten gruppieren; feine Radierung in 2 Grössen, mit zweierlei Künstlereinfällen, v. e. 1892; die auf dem grossen Blatte befindliche hier weggelassenen
Remarque ist das Ebenbild des Kiinstlers und
klassischen
macht es gleichzeitig zum Porträt- Exlibris; die feine Remarque auf dem kleineren Format sitzende Figuren (Mann und Mädchen) in klassischer Gewandung mit Harfe und Tamburin.
XXI. amerikanischen Exlibris, das Beziehungen zu Deutschland hat, sel hier
Erwähnung getan: Inschrift: „From the library
zeigt einen Hinweis auf Musik: 2
Eines
= 14
| of Professor Karl Heinrich Rau of
the University of Heidelberg, presented to the University of Michigan by Mr. Philo Parsons of Detroit Davor die Re- produktion des J. W. Spenceley (Boston)-schen sauberen Exlibrisstichs von 1904, Wappen von
1871“.
Michigan zwischen Tannenzweigen über leerer Tafel, unter der Überschrift „Library of the University of Michigan“; oben antike Lampe
und Buch, 1837 und „Artes veritas scientia“. Der Rau,
dessen Bibliothek wie so viele nach Amerika
Die genannte Universität ist Ann Arbor. hier erwáhnte Professor Karl Heinrich
gewandert ist, war Nationalókonom, geboren 1792 zu Erlangen, y 1870 zu Heidelberg. XXI. Zu den besten amerikanischen Exlibriskünstlern E. D French, S. L. Smith und J. W. ebenbiirtiger Exlibrisstecher
Spenceley ist ein neuer
hinzugetreten:
J A. J. Wilcox in Boston, der unlängst das |
vorzüglich gestochene Exlibris der amerikanischen antiquarischen Gesellschaft gefertigt hat und in der Manier und Giite den oben gleichkommt. Exlibris
Bibliothek-Innenraum die 2 Portrát-Medaillons von Isaiah Thomas (Präsident der Gesellschaft 1812—31) und Stephen Salisbury (1854—84); oben das Siegel der Antiquarischen Gesell-
Erwähnten
Dieses zeigt über
schaft: Tempel und Chronos.
XXII. Der „Kurier für Niederbayern“ in Landshut brachte im Dezember 1903 folgen-
den (grausamen) Exlibriswitz: Bestrafte Protzerei: Kommerzienrat: „Für mein drei- jáhriges Töchterchen, das schon sehr viele
Bücher hat, möchte ich ein Exlibris; wollen
Sie mir das zeichnen?“ Maler: „Gewiss! Ich werde Ihnen ein Äffchen, das Bücher zerreisst,
zeichnen.“
K. E. Graf zu Leiningen-Westerburg.
Exlibris-Litteratur.
I. Unser Mitglied Herr Faktor Albin Weber-Berlin-Schöneberg veröffentlichte im „Kunstgarten“ (C. Kulbe, Gross-Lichterfelde) III., 7—8,
„Das Exlibris“, in den er in gedrängter Kürze
einen 3!/, seitigen Aufsatz über
aber übersichtlich und richtig das Notwendigste
über die Geschichte und das Wesen, das
Sammeln und die Litteratur unserer Bibliothek-
zeichen bringt. 4 Abbildungen von meinen
Tr 1589)
Exlibris von R. Sturtzkopf, W. Geiger, P. Voigt und G. A. Closs sind beigegeben.
II. Das an guten und interessanten Illustra- tionen reiche Heft XII. 4 (Januar 1906) des „Deutschen Buch- und Steindruckers“ (Ernst Morgenstern, Berlin W. 57; Heft: 75 Pf.) bringt in seinem Aufsatz: „Neuere deutsche Buchkiinstler“, XXII., Fritz Arbeit- Berlin, 3 von diesem gezeichnete Exlibris Richard Lüders (stilisierter Dr. Cl. Heiss (Mann Buch) der „Musik“ (Klavier, Harfe) neben anderen guten Zeich-
Baum), mit und das
nungen , dieses geschickten Buchschmuck- künstlers.
III. „Essai sur les Exlibris alsaciens“ Moeder, Elsass; librairie Clement 1905. 16 Seiten,
Nur in 40 Exemplaren.
von Referendar Marcel Strass-
burg i. Drioton, Dijon, 4 Abbildungen.
Der Umstand, dass dieser Essai zuerst in einem französischen Journal, dem ,,Jnvestigateur illustre“ erschien, erklärt es, dass diese in ihrer Hauptsache über deutschelsässische Ex- libris und Namen handelnde Schrift in fran- Die Ab-
beschränkten Raumes
zösischer Sprache abgefasst ist.
handlung will wegen
keine vollständige Liste bringen, sondern plaudert mehr in erzählender Form von einer Anzahl (e. 80 von e. 5—600) elsässischer Exlibris, ohne alle nennen zu wollen; eine grössere diesbezügliche Arbeit ist der Zukunft vorbehalten. Die kleine Schrift erinnert in ihrer Art an die kleine Stoeber’sche Broschüre Bibliothekzeichen, die sie etwas ergänzt. Die Abbildungen sind die
Exlibris: Hieronymus Gemusaeus, e. 1640 — 60
über elsiissische
(ist aber mehr ein schweizer Exlibris; Hier.
Gmues, 7 1708, der Exlibrisbesitzer, war
Pfarrer im Baselland, und Thurneyser, der Stecher, war Baseler und lebte meist in Basel; vel. Exlibris-Zeitschrift VIII. S. 59, No. XVIII.) von J. J. Thurnevser, Johann Fischart (* 1550,
von Jost Ammann (ist aber von
Lukas Meier, Formenschneider in Núrnberg, Schúler und Gehúlfe Jost Ammanns; vgl. Ex- libris-Zeitschrift V. S. 37, No. 8), Dr. med. Thomas Lauth von Chr. DEE Professor J. L. Blessig, von Ferdinand Wachsmut (17 — 4):
IV. Dritte Publikation der Oster, reichischen Exlibris-Gesellschaft“, Wien, Weihnachten 1905; 79 Seiten Illustration. 10 Radierungs-, 3 sonstige Beilagen, sowie
Guerin
mit reicher
2
1 Portrát (Karl Koch +) und 54 Textabbildungen machen
farbige und
dieses 111. Jahrbuch unserer Schwestergesell- schaft publikation, die sowohl die Zierde jeder Ex- librisfachbibliothek
zu einer hochinteressanten Exlibris-
ausmacht, als auch von
allgemein künstlerischem Interesse ist. Obenan |
steht der Artikel „Seltene Exlibris aus der Sammlung Sr. E. des Grafen Johann Wilczek- Wien“ des Herrn Dr. Karl Mandl. Dieser in den Exlibrisstoff gründlich
eingeweihte Sachverständige bringt eine hübsche
aus der Feder
Anzahl — 14 — bemerkenswerter, selten vor- kommender österreichischer Bibliothekzeichen von Klöstern, Geistlichen, Adeligen, Gelehrten u. s. w. zur Abbildung und Besprechung und bewährt sich hier als sorgfältiger Historiker. Über alte Herzogenburger Exlibris schreibt Frau Gräfin Ernestine Coudenhove und bildet dazu 4 seltene Blätter dieses Klosters ab. Herr Dr. Rudolf Neumann bespricht, mit einer Ab- bildung, Eichstätter Exlibris. sind noch die sehr guten Sonderaufsätze über
Hervorzuheben
österreichische jetztzeitliche Exlibriskünstler: Über Ernst Krahl-Wien, von Eduard Dillmann, über William Unger-Wien, von Gerhard Ram- berg, und über Alois Kolb-Wien-Magdebureg, von Oskar Leuschner, mit vielen Abbildungen. Inhalt Nekrolog Karl Koch, von Ed.
An sonstigem ist noch zu nennen:
Dillmann; Exlibrisausstellung in Salzburg, von Philipp Strasser; Exlibris Franz Schwab (v. Louis Uhl),
von Ed. Dillmann; österreichische Exlibris-
57
| |
neuerscheinungen, von Ed. Dillmann, von grosser Genauigkeit; Allerlei (Plagiat, Franks’
Exlibrissammlung, Kupferstich-Reinigung, Biblio-
_ graphie) von Ed. Dillmann; 2 historische Ex-
| des
libris und Exlibris von Graf Buonaccorsi, von mir; Mitglieder-Verzeichnis (130); Tauschliste (04).
Dillmann,
Der Redaktion, Herrn Landesgerichtsrat
kann für die Beischaffung des Materials und die Anordnung des Ganzen nur vollste Anerkennung ausgesprochen werden. Diese 3 bisherigen Jahrbücher sind 3 prächtige, unendlich preiswerte*) Publikationen, die ın keiner Exlibris - Fachbibliothek richtiger Ex- librissammler fehlen dürften, zumal der Text- druck wie der der Bilder, und namentlich der an und
reichen Materials Radierungs-
farbigen Beilagen tadellos ist.
V. Vor Jahresschluss erschien: „Biblio- graphie des Exlibris“, von Emil Graf Budan, in Venedig, Verlag von Karl W. Hiersemann, Leipzig, 1900; 61 Preis 15 Mk.
Diese neuste Exlibris - Bibliographie,
Seiten, 34 Abbildungen, die 387 Angaben von Exlibris-Büchern und -Ar- tikeln enthält, erscheint in húbschem Gewande, Einband mit und
in blauem Goldschnitt stattung und Inhalt
Pergamentrücken, Aus-
das Büchlein
sauberem Druck. machen dem Bibliophilen wie dem Exlibrissammler und dem von Exlibrisliteratur wert, wenn auch nicht verhehlt werden kann, dass der Preis, ım Vergleich zu anderen Exlibris- Forschungs- Werken ein viel zu hoher ist. Die Liste ent- hält Exlibris - Litteratur-
Quellen, doch die überwiegende Mehrzahl aus
noch nicht alle
Europa und Amerika. Die Bilder sind etwas ab- hängig gewesen von dem, was an Klischees zum
Abdruck (grossenteils) geliehen wurde, und
sie bieten in ihrer Auswahl nicht immer das
Allerbeste; einige „mindere“ Exlibriszeichner
*, Preis für Mitglieder nur 10 Kronen; ev. Anmeldungen an Herrn Landesgerichtsrat Ed. Dillmann, St. Poelten, Nieder-
Osterreich.
hätten ruhig wegbleiben und durch Blätter
hervorragenderer Exlibris - Künstler ersetzt
werden können. Für eine ev. II. Auflage empfiehlt es sich auch, bei den Bilderunter- schriften den Zeichnernamen anzugeben, statt den den
Besitzernamen, da dieser ja in
meisten Exlibris selbst zu lesen ist, während das oft
dem Beschauer wichtiger erscheint und oft
wissenswertere Künstlermonogramm
ihm unbekannt ist. Die Abbildungen ver-
teilen sich, wie folgt: 5 französische alte,
ı spanisches altes, 3 schweizer alte, 24 neue deutsche und schweizer Exlibris von Ed! Lor. L. Meyer, R. Sturtzkopf, A. Frhr. v. Foelkersam, B. Wenig, B. Schmidt (3), R. Münger, Horst, Schulze, O. Voigt, L. Burger, Br. Heroux (3), H. Nernst, H. Berthold, H. Hirzel, E. Gerster,
L. M. Rheude, A. Balmer, R. Grimm (2) u. A.
Die Titel der betreffenden Bücher u. s. w. sind in den Originalsprachen angegeben; die Verbindungssprache ist die französische; der gleiche Verlag K. W. Hiersemann, Leipzig, Königsstrasse 3, bietet auch im Gf. Budanschen Buche das A. de Riquersche prächtige Exlibris- werk von 1903 (64 Exlibris in Radierungen und Klischeedruck) zu 20 Mk. an.
Nachschrift hiezu:
Etwa 2 Wochen, nachdem Vorstehendes
geschrieben war, erhielt ich von mehreren
Seiten eine ,,Drucksache“ zugesandt, über-
schrieben „Wichtig für alle ernsten Sammler": am Rande stand: „Bitte um Weitergabe“, und
unterschrieben war das Ganze „Von einem ernsthaften Sammler und Bibliophilen.“ Da der Verfasser und Versender — der
sich diesen anonymen Angriff gegen die Gf. Budansche Exlibrisbibliographie durch Druck und Porti etwas kosten liess — seinen Namen vorsichtig verschwieg, sei auf den sachlichen Inhalt dieses Sendschreibens hier gar nicht erst weiter eingegangen; es sei nur bemerkt,
dass dieser Schütze besser und ins Schwarze
getroffen hätte, wenn er nicht anonym auf-
getreten, sondern mit offenem Visier, mit
seinem Namen für seine Niederschrift ein- getreten ware.
Frwähnt sei, dass diese Drucksache teils von Würzburg, teils von München aus versandt wurde, — also wahrscheinlich nicht aus diesen 2 Versandtorten stammt?
Noch
daran gedacht, (oder damit gerechnet?) dass
eines: Hat der Anonymus nicht er durch seinen unkontrolierbaren „Schuss aus dem Hinterhalt“ andere ebenfalls ‚ernsthafte den unschönen Verdacht der Bei
bereits mehrere Anfragen von den verschie-
Sammler“ in anonymen Offensive bringt? mir sind densten Seiten mit Vermutungen eingelaufen, die nach der Möglichkeit frugen, ob der oder jener vielleicht als „Meuchelmörder“ in Be- tracht käme, d. h. mehrere hochachtbare Personen sind bereits verdächtigt worden, in Falle
Anonymität gefröhnt zu haben!
diesem der unlauteren Maxime der
Vielleicht zwingt diese Erwägung den Anonymus, — der vielleicht in Konkurrenz- kreisen zu suchen ist? — ehrlich hervor-
zutreten ?
Nebenbei bemerkt, ist es fraglich, ob nicht dieser Rtickenangriff dem Budanschen Büch- lein famose Reklame gemacht, — der Namens- verschweiger also das Gegenteil von dem er-
reicht hat, was er im stillen Kämmerlein
erhoffte? *) VI. Die Librairie Sidot Freres in Nancy,
rue Raugraf 3, Frankreich, kündigt eben
mittels Prospekts an: „Essai de Repertoire des Exlibris et Fers de Reliures des Bibliophiles Lorrains“,von Cte. Antoine
* Das Buchhändler-Bürsen-Blatt 73, 60 v. 13. 3. 1906 bringt S. 2722 bereits ein ,‚Gesuch‘‘ des Verlegers, Herrn K. W. Hiersemann-Leipzig, in dem er eine durch das anonyme Schreiben bewirkte Beleidigung seiner Person, Herabwürdigung seines Gescháftes und die Absicht, seine Firma zu schädigen, feststellt und bittet, dass man ibm in der Ausfindigmachung des Anonymus helfen möge. Das Faksimile der Adressschrift ist
beigefügt.
59
deMahuet und Edmond des Robert `
(unserem Mitglied). Ein Band von 380 Seiten enthält die Beschreibung von über 1100 Ex- ‘libris und Super-Exlibris, mit biographischen Notizen, Lothringens, der Grafschaft Bar und der 3 Bistümer Metz, Toul und Verdun, 10. bis 19. Jahrhundert; über 100 Text-Illustra-
3 von
Nur
tionen und 15 Beilagen, von denen alten Original-Platten abgedruckt sind. 300 Exemplare; Preis: 30 francs.
VII. Wenn auch Herr Dr. von Stradonitz bereits in seiner
St. Kekule trefflichen Abhandlung über Super-Exlibris in der Zeit- schrift für Bücherfreunde VIII., 9, auf nach- stehende Quelle kurz hinwies, so möchte ich, da die Z. f. B.
unserer Leser ist, auch hier in unserer Exlibris-
nicht in der Hand jedes Zeitschrift erwähnen, dass sich hunderte von Super-Exlibris in getreuen Nach- bildungen, jedes namenlose Wappenblatt mit dem Namen des Buchbesitzers und Wappen- herrn versehen, finden in: „Joannes Guigard, Nouvel armorial du bibliophile, Guide de l’amateur des 2 Bände, Verlag Emile Rondeau, Paris, passage 1890.
livres des panoramas 35; Vertreten sind vorherrschend französische Familien--und Super- Exlibris; doch finden sich auch ab und zu deutsche.
VIII. Die Edinburger Publikation „Book of Bookplates“ er-
ursprüngliche scheint in III. Umwandlung. Nachdem das
Interesse an modernen Exlibris in England geschwunden war, hörte die ausschliessliche Exlibrispublikation auf, und die Exlibris er- schienen nur noch als Anhängsel der II. und nunmehr II. Umwandlung; die letztere heisst nun „The booklovers Magazine, Books and Bookplates“; volume VI, part 1; Preis (nun erhöht) der Einzelnummer 6, Monate geben I Band,
20 sh.)
KI
3 erscheinende
sh. © p.; Nummern
(Postfrei Zeitschrift
alle 2 der 18 sh. kostet. In der Art der neuen
ähnelt diese unserer deutschen Zeitschrift tür Bücherfreunde; ihre Bildausstattung und der Druck, auch der der farbigen Tafeln, sind sehr gut. Die 1. No. umfasst: The signet library, Edinburgh, v. W. K. Dickson; notes for a Whistler Bibliographie, T. R. Way und G. R. Dennis; Charles Asselinau, v. W. F.
dem Exlibris Asselinau’s
V.
Prideaux mit
(Storch auf Schildkröte, von Braquemont); —
the greatest latin psalter of Fust and Schöffer
armoriés“,
Textillustration von Har Nelson; a of bookprices, A. W. Pollard; Exlibris v. David H Becket; 1 Exlibris M. L. A. Girardot, guter Farbendruck; ı Exlibris Herrn Ludwig Saeng - Darmstadt)
1459; Theorv v.
>
V.
(namenlos, jedoch das
von A. de Riquer; Mr. Whistlers names, addresses and
vV.
birthplaces, v. S. D. Shallard; how to collect books, v. J. H. Slater.
IX. Der „Connoisseur“ ein Londoner Sammlerblatt, XIII., 53 (Carmelite street; Heft: 1 M. und 50 Pf. Porto) bringt S. 15—20 von Mrs. L. Nevill Jackson einen „Das Sammeln von Bibliothekzeichen“ betitelten Artikel mit dem Hector Poemer (A. Dürer) - Exlibris und 13 anderen Abbildungen englischer (11 alter, Wenn
von
>
neuerer) Exlibris. die Verfasserin das H. Poemer - Blatt 1525
datierte Exlibris nennt, so irrt sie, denn selbst
das älteste
in englischen Exlibrisbüchern ist schon fest- gestellt, dass das älteste datierte Exlibris das von Hieronymus Ebner, von A. Dürer, von
1510 ist. Ihre anderen Angaben der ältesten
‚ datierten Exlibris stimmen auch nicht ganz.
Schweden: nicht 1575, sondern 1595; Schweiz: nicht 1607, sondern 1502; Italien: nicht 1623, sondern 1022; Amerika: nicht 1740, sondern 1679. Die kleine Abhandllung, in der auch die Stile besprochen werden, ist anderes als
Blatt S. re Dass die Ver-
deutschen Exlibrisktinstlern
nichts Das Porträt:
kein
für Laien bestimmt und
eine Plauderel.
halte ıch für Exlibris.
fasserin von der
Jetztzeit nur die 3 Worte „Voigt (ohne Vor- name, der hier nötig wäre, da es mehrere gibt; jedenfalls Paul) or Sattler“ bringt, be- weist, dass sie sowohl die bedeutendste Exlibris- kleinkunst der Welt, nämlich die deutsche, gar nicht kennt, als auch nicht einmal die hierin aufklärende bekannte Winter-Nummer des englischen „Studio“, die Jemand, der über Exlibris schreibt, oder lesen müsste, insbesondere in England.
X. Ellis- London W., Bond Street 29, England, gab den II. Katalog der Franks - Dubletten englischer und amerikanischer Exlibris No. 26309, Hoare, bis No. 4917, Ryves; ohne Abbildung;
unbedingt vorher kennen
New
heraus;
Preis: 6 pence.
XI. In ,Brush and Pencil, illustrierte Kunstzeitschrift New-York’s, August-No. 1905, Vol. XVI. No. macht uns unser Mitglied Miss Esther Griffin White geschriebenen Artikel of bookplates“ Exlibriszeichnern bekannt, mit Grace und May Greenleef (4 Abbildungen), Gaar C. Williams (6), Anna Hasselman,
E
2)
in ihrem gut- „Indiana designers neuen
mit amerikanischen
Helen und Margaret Armstrong, Paul Keinker, Margaret Stull (je 1). Fast alle 14 Exlibris sind flott und gutmodern gezeichnet.
XII. Das „Triptych“ in New- York gab wieder ein neues kleines Heftchen ,,Book- plates“ heraus: 3 Seiten Text mit Hinweis auf die verschiedenen Arten von Bibliothek- und 10 Exlibris von Zeichnern des » Triptych“ (Jay Chambers, W. M. Stone, Kendall Banning) ;
H
zeichen
mit Land-
W.
„pictorial“ gehalten Bildchen
schaften, Schiffen, Figuren u. s. von an- sprechender, hübscher Zeichnung, einfach und Adresse: New-York Citv,
Erwähnt sind in diesem Book-
plates, ro in colors, on Japan vellum, by
nicht überladen. 1 Madison Avenue.
Heftchen an Exlibrispublikationen :
the Triptych, von Kendall Banning; vorstehend
60
mit Ausnahme eines Wappens alle
gen. Heftchen: 50 cents. Women desig- ners of bookplates, von W. M. Stone; 30 Exlibris 1 doll. 50c. Jav Chambers, ‚27 Exlibris, von W. M. Stone: `
I doll. 50 c. Exlibris werden im „Triptych“,
his bookplates
einschliesslich 500 Exemplaren aúf Vellum Der
Verlag des Triptych steht neuerdings unter
(Pergamentpapier) zu doll. 20 gemacht.
der Leitung des Herrn Kendall Banning (un- seres Mitglieds) und des Fräuleins Hedwig von Briesen (Tochter von Arthur von Briesen, des Präsidenten der „Legal Aid Society“, eines der bekanntesten Deutsch-Amerikaner).
K. E. Graf zu Leiningen-Westerburg.
Gegen Anonymität. Mitte Februar dieses Jahres erhielt ich von Werkchen Existenz
einem hiesigen Buchhändler ein
zur Ansicht übersandt, von dessen ich schon vorher durch eine mit dem ganzen Aufwand verlegerischer empfehlender Bered- samheit ausgeschmückten Anzeige Kenntnis Emile de Budan,
Bibliographie des Exlibris. Verlag von K. W.
erhalten hatte, , Comte Hiersemann-Leipzig“.
Es scheint mir, höchste Zeit zu sein, gegen eine,
neuerdings bedenklichen Umfang an-
nehmende Form im Publikationswesen Front zu machen, die unter anderem, hauptsächlich darin besteht, dass die Erscheinung eines Werkes nur in nurnerierten Exemplaren, bei ganz geringem Umfang der Auflage, womöglich mit nach Ablauf eines bestimmten Zeitpunktes eintretender Preiserhöhung angekündigt wird. Natürlich kann das Experiment nur bei solchen Werken Anwendung finden, die ihrem Inhalt nach sich an einen mehr oder weniger engen Selbstverständlich
dürfen nach Ansicht der betreffenden Verleger
Interessentenkreis wenden.
derartige Raritäten in keiner Fachbibliothek
[fehlen und sind berufen, eine wesentliche
Lücke der Fachlitteratur zu füllen.
Wenn vor der Herausgabe von umfang- reichen, oder nur mit grossen Kosten herzu- stellenden Spezial- Publikationen ein Verleger
61
sich durch Subskription eine gewisse Sicherheit |
für den Absatz schaffen will, wird jeder recht- lich denkende Mensch das ganz in Ordnung dabei der Autor Fachkreisen, an die das Werk sich wendet,
finden; meist ist in den so hinreichend bekannt, dass jeder von vorn herein weiss, was er zu erwarten hat; anders dagegen liegt die Sache, wenn von einem nanı- haften Verleger eine dieser Methoden dazu benutzt wird, irgend ein wertloses Machwerk, in ein äusserlich kostbares Gewand gehüllt, an den Mann zu bringen. Es ist das, gelinde
gesagt, eine bedenkliche Spekulation.
An- mir ein Flugblatt,
Dass ich nicht allein mit dieser
schauung stehe, beweist „Wichtig für alle ernsten Sammler“, das ich einige Tage nach Empfang des „kostbaren Werkes“ aus München zugesandt erhielt. So sehr ich und mit mir einige Würzburger Exlibrissammler und Bibliophilen den Inhalt dieses ,,Flugblattes“ anerkennen, müssen wir doch ganz entschieden dagegen Verwahrung einlegen, dass derartige an und für sich voll- ständig berechtigte Worte in einer Form in die Öffentlichkeit gebracht werden, die absolut keinen Schluss auf den Autor ziehen lässt. Das anonyme Blatt „ohne Druckerangabe“!! ist in raffinierter Weise an 2 Orten versandt worden. Eine Quelle fliesst in Würzburg, —- ich erhielt meine Exemplare aus München! Wenn
Bibliophilen“, der „der Exlibrisforschung auf
es dem „ernsthaften Sammler“ und den Grund geht“, wirklich darum zu tun ist, gegen einen vorhandenen Misstand Front zu machen, warum bekennt er nicht Farbe und nennt seinen Namen? Warum benützt er die verächtliche Form eines Anonymus? Entweder er hat mit seiner Ansicht recht, dann werden alle „ernsthaften Sammler“ ihm mit Vergnügen
ihre Zustimmung geben, für eine Namens-
verleugnung ist also absolut kein Grund vor- handen; oder er greift eine Sache zu unrecht an, dann ist die Situation des ,,Riicken- schützen“ besonders verwerflich.
Der Mann begreift wohl garnicht, dass er mit seinem Geschoss aus dem Hinterhalt unserer Sache eher geschadet als genützt hat; solange er nicht den Mut findet, sich offen zu nennen und für sein Werk einzustehen, müssen wir ibm die Berechtigung aberkennen, sich als zu der Reihe ,,ernsthafter Sammler und Bibliophilen“ gehörig zu bezeichnen.
Würzburg.
August Stohr.
Eingesandt!
Über Preisnotierungen: Ein An- fänger im Exlibrissammeln bekam Ende 1905 einen Exlibriskatalog zugesandt, der ihn ver- anlasste, einen Sachverständigen um Rat zu fragen. Dieser klärte jenen auf, dass man Exlibris zu den in diesem Katalog gen. Preisen klugerweise nicht kaufe, da solche Notierungen wiein diesem Katalog einfach auf Überschätzung beruhen oder auf die Unkenntnis und das mangelnde Verständnis (um nicht etwas Anderes zu sagen!) sowie auf einen gespickten Geld- beutel spekulieren. Das Sammeln alter Exlibris
auf dem Kaufwege ist bereits bedeutend
zurückgegangen, eben weil einige Antiquare die eine Zeitlang grassierende Sammelleiden- schaft ausnutzten und Preise stellten, die den walıren Wert eines Blattes um das 3 und 4 fache überstiegen; aufgeklärt, gaben viele Sammler diese sinnlose Geldverschwendung und damit den Ankauf alter Exlibris einfach auf und das mit Recht; denn was sagt ein halbwegs Kundiger dazu, wenn ihm für das Exlibris Fi- Ae
schweig-Oels, das weder schön 1 ] hweig-Oels, das weder schön noch selten ist
des Herzogs von Braun- (denn es kommt zu Hunderten und so ziemlich
in jeder Exlibrisoflerte vor!) 3—4 Mk. ab-
e io (en verlangt werden? 40 Pfennige ware der rich- ' von Georges Goury. Exlibris Graf Brunetta tige Wert, also vielleicht höchst-zuzahlender d’ Usseaux (von Aere, Paris). Graf K. E. Preis: 1 Mk.! 2 griechische Exlibris, die in zu Leiningen - Westerburg, der bedeutendste französischen Offerten oft zu 50, 60 c. vor- | Exlibrissammler der Welt. Mitteilungen.
Das
schon dem Papierkorb jedes Exlibrissammlers
kommen, sollen u. A. 5 und 3 Mk. kosten !
wohlbekannte Jöcherblatt, das auch sozusagen in jeder Offerte paradiert und jedem der nicht mehr vielen alter
Kauf-Sammler ein guter
Bekannter ist, ist mit 3,50 Mk. bewertet! Vor-
Und
einige andere Preis-
Höchstwert wäre be dem häufigen
kommen dieses Ladenhüters 50 Pfennig!
so liessen sich noch
übertreibungen erwähnen, die komische
Schlüsse zulassen! Man kann nur alle kauf-
lustigen Exlibrissammler davor warnen, der- artige exorbitante Forderungen zu er-
denn da kann sein durchaus
Geld
wegwerfen oder — praktischer z. B. durch
füllen; man
überflüssiges noch viel genussreicher Wohltun!) los werden; ausserdem kann das Sammeln von Exlibris nur mittels Mammon, ohne Sinn und Verständnis, un- möglich die richtige echte Sammelfreude und
Befriedigung erregen.
K. E. Graf zu Leiningen-Westerburg.
Redaktionelle Mitteilungen.
> ar e Inhalt der „Revista CANO Italiana di Exlibris“ I. I
dee (Nov. 1005): Entwickelung der Exlibris.
Ursprung und Ein charakteristisches Venetianer Exlibris. Exlibris Hier. Spreti. Exlibris Advokat D. Giussepe Verschiedenes und Literatur; Tausch (12 Adressen).
Stampa.
el 2. (Dez. 1905): Exlibris Enea Caprara 1086. Italienische Exlibrissammler: Jacopo Gelli (c. Exlibris Papstes Pius IX. (kein wirkliches Exlibris!),
10000 Exlibris).
des
des noms.
Tausch (6). Die Zeitschrift ist nach diesen 2 Nummern cingegangen.
e Inhalt der „Archives de la société des collectionneurs d’Exlibris et de reliures historiques“. Paris XII. Io. (Octobre 1905): Exlibris de M. R. Laloy, par M. Em. Théodore de Lille.
cation, par I. C. Wiggishoff. Les bibliophiles
Communi-
du Bas-Languedoc (Suite): Mr. de Bargeton Durfort, Baumes, Baux, Becdelievre, Begault, Bertram, Bornier, par Prosper Falgairolle. Correspondance. Liste sommaire pour servir à l'étude des Exlibris Lorrains. Questions. Réponses. Bibliographie (Les Exlibris de M. H. Nelson).
e Inhalt XI. ır. rendu de la Officiers - Liste sommaire pour servir A l’etude des Exlibris Lorrains (Suite): Exlibris de P. L. I. Jacops Une etiquette Exlibris de l’abbe Deschamps, par Vicomte de Gastine. Biblio-
der
1905). reunion du 23. novembre 1905.
„Archives“ (Novembre Compte
bibliophiles, par A. de Remacle.
d’Haillyv, par P. de Faucher. conjugale, par A. de Roffray. Demandes.
Questions. Réponses.
graphie.
XIL r2.
rendu de la
der 1905). reunion du 26. novembre 1905. de Champlagarde, par A. Fray - Fournier. Officiers bibliophiles (Suite), par A. de Re- Liste sommaire pour servir à l’etude
e Inhalt „Archives“
(Decembre Compte
I. Froment
macle. des Exlibris Lorrains, (Suite): Table heraldique classee methodiquement, par
Bibliographie.
pieces principales de Pécu. Index alphabetique Table alphabétique des matiéres.
o Das Oktober-Heft des ,Journal ofthe Exlibris-Society“ (1905, vol. AN, part. 10) hat folgenden Inhalt: Notes of the
month. Dated plates, by Carnegy Johnson. An uncommon A des- cription of the bp. of Dom Walter Mackev. Bp. of Rev. G. R. I. Fletcher. of legal bps., compiled by S. A. Grundy-
Letter. Burton bp.. Exchange. bp., Mr. Jamcs Arrow of Clapham.
Newman (Surtees-Warner).
A rough list
List of Festoon- `
plates, compiled by J. F. Verster (Hill-Jago). `
eo Das November-Heft (1905, vol. XV, part. ıı) enthält: Notes of the month. Irish bps., in order of counties, compiled by William Chamney (Blood-Westropp).
on a medical bp. A list of Chippendale bps.
Notes
not included in the cataloque of the Franks An bp. for the Brimfield library, Massachusetts. Letter. Bp. of Mr. Ernest Hill. list of legal bps., compiled by S. A. Grundy-
collection (Abell-Ayscough). interesting
Newman (Warren-Young).
e Das Dezember-Heft (1905, vol. XV., part. 12) enthält: Notes of the ınonth. Parmele bps. wanted. The bps. of Jesus
College, Bp. identification. Irish bps, — Chippendale bps. A list of Chippendale bps. not included
in the catalogue of the Franks collection, compiled by Frederic Cattle (Bacon-Bristowe). Baker plates not in the Franks collection. List of Festoon plates, compiled
Verster (James-Knaresbro).
Bibliographie und Katalog. Verzeichnis der in der „Revista“ publicierten spanischen Ex- libris.
2 Tauschlisten.
Anfrage.
Kennt jemand aus dem Leserkreise ein Exlibris oder Parmele aus Flandern? 1773 de Joigny de Wappen: Geviert 1 und 4: silberner gold-
6 mal I. Adler, 2. Eberskopf zwischen
freiherrlichen Familie van (Nach
Parmele >)
der alten de
genann t
Ki
5.: Zimicr:
>
bewehrter Adler in Rot; und geteilt von Gold und Rot. wachsend aus Krone;
Flügeln.
Devise: „Vertu pour guide honneur
-= pour but“. Dr. Geo. L. Parmele, 65. Prattstreet,
A rough `
Oxford, by J. Henderson Smith. `
by Lk
e „Revista Jberica de Exlibris“, `
II. No. 4: Verzeichnis der Artikel und der ` Abbildungen. Das Exlibris S. M. des Königs `
Pau
Alfonso .XIII. Font de Rubinat.
(v.
A. de Riquer), Exlibris
V.
der Condessa de
Vimieiro e de Diogo de Mello, v. A. Loureiro.
Exlibris Pere de Leiba, v. J. de Janer. Ex- libris und Medicin, v. Dr. Über Kinder-Exlibris, v. Exlibris mit Drachen, v. R. Miquel y Planas. Exlibris Marques de la Canada, v. Pau Font de Rubinat. Moderne Exlibris, v. R. M. P.
La novela de un Exlibris, v. Carlos Boselli.
P. G. Munoz. | R. Serra y Pages. `
Hartford, Conn., V. St. Amerika.
Die für Bücher-
freunde“
„Zeitschrift
enthält in ihren Heften 11 und
12 des IX. Jahrgangs 2 grössere Artikel aus der Feder des Herrn Grafen K. E. z. Leiningen-Westerburg über
„Neuere Exlibris-Litteratur“, bezw. Exlibris gen“, letztere Arbeit illustriert.
von Bühnenangehöri- Zu beziehen, soweit der Vorrat reicht, das Heft zu 4 Mk. von Velhagen & Klasing, Leipzig.
Tauschverkehr.!) Zum Austausch ihrer eigenen Bibliothekzeichen gegen diejenigen von Mitgliedern des Exlibris- Vereins sind bereit: Herr K.E.Grafzuleiningen-Wester- burg, München, Rambergstrasse 3,
tauscht eine Anzahl Dubletten von heraldischen, Musik-, Damen- und Arzt- Exlibris*) .
1) Für diese Rubrik übernehmen weder der Verein noch die Redaktion und Expedition irgend welche Verantwortung. *) Auf Wunsch der Betreffenden mitgeteilt von K. E. Graf
zu Leiningen-Westerburg.
Herr Max Arnold, Neustadt, Hzgthm. | Frau
Koburg (v. Maler C. Arnold-Múnchen).*) Herr Carl Berkhan, Stuttgart, Schel- lingstrasse 15 (tauscht seine Exlibris: eigenes, Exlibris R. Wiedersheim E. Bonz).*) Otto Bertschi, Basel, Petersgasse
und
Herr 40, Schweiz 5 Exlibris v.
C. Roschet-Basel, 1
(tauscht T.
modern
Di
herald., l
1 Allegoric in Strichätzung, 1 in Auto- |
typie, ein und 2 farbig, I herald., ı land- schaftl., alle 5 in diversen Ausführungen.
2
dee a
3 Exlibris v. Alfr. Peter-Basel, 2 ver- schiedene mit Kindern vor Landschaft, in diversen Ausführungen und 1 vier:
farb. Exlibris mit Basler Múnster; letz-
teres nur gegen Besseres. 3. 3 Ex- libris v. F. Bovard-Lausanne, lesendes Mädchen, sowie Dame mit Kind, im Garten lesend, — und prächtiges 3 farb. Exlibris Dame am Wasser im Park;
dieses nur ganz ausnahmsweise (auch auf Japan).*)
Frau Caecile von Bose, Hamburg, Winterhude, Marie - Luisenstrasse 39 (2 v. B. v. Bose, 2 v. Anna Feld- | husen)*).
FrauBögh, Kopenhagen V., Lindevej 3, Dänemark (v. Prof. C. Thomsen).*)
Herr P. Bourcart, Els., (tauscht Exlibris Alexander Bourcart v. B. Mangold).*)
Frein Agnes von Buttlar, Fritzlar,
Adeline Buttlar-
Dachau und 2.) von Buttlar-Elberberg,
Holzschnitt
(Warnecke
Gebweiler 1
(1.) eigenes v. von auf altem No. 301);
künstlerische und moderne Exlibris, keine
Papier, 1870,
sammelt nur
heraldischen)*). Herr Siegbert Cohn, Berlin W. 35, Pots-
damerstrasse 118b (neuer Fidus; nur
gegen Besseres, z. B. Vogeler-, Fidus-, |
Weiss-, Lechter-, Sattler-Exlibris).*)
Frieda Cramer, Kóln, Kardinals- strasse 2 (v. E. Ziminermann-Rom).*)
Herr Karl Csanyi, Kustos des ungarischen Landeskunstgewerbe-Museums, Ofen-
Pest IX., Üllöerstr. 33—37 (3 v.ihm).*)
Herr Günther Deneke, cand. phil.; Leipzig, Pfaffendorferstrasse 24 I (v. G. Stummer-Wien).*)
Herr Dr. Paul Ebers, Baden-Baden,
Sanatorium Dr. Ebers (v. Herm, Ebers- München).*)
Frl. Alice Erdmann-Jesnitzer, Bremen, bittet längerer Reise Tauschangebote in
um Entschuldigung, wegen der letzten Zeit unberücksichtigt gelassen
zu haben und wird erst im Sommer erwidern.*)
Herr Dr. Rud. Erhard, prakt. Arzt, Stutt- gart, Olgastr. 6 (v. Eberh. Schreiber).*)
Herr Carl Ettlinger, Redakteur, Mün- chen-Laim, Villa Anna Maria (v. Arp. Schmidthammer ` reagiert nur auf Bes- seres; „Schund“ bleibt unverwidert).*)
Fräulein Else Falkenfeld, walde a. Spree, Karlsstrasse 7 (v. Frl.
Fürsten-
Marta Flatauer-Königsberg i. Pr.).*) Emil Wien XVIII ı, Staudgasse ı (Neu! v. Bertha Hassack-
Herr Fickert, Linz; nur gegen Musik-Exlibris).*)
Herr Wilhelm Freyer, Jena, St. Jakobs- strasse 35 II (zweierlei Radierungen v. Max Spendig-Danzig).*)
Herr Louis Graf, München 23, Herzogs- strasse 1. II. (giebt das Exlibris M. Rei- nitz, Maler, Lithogr. von diesem, das dieser nicht tauscht, gegen — nur — Besseres; nur 20 Exemplare).*)
Herr A. Grafe, Dresden, Ermelstrasse
17 II (v. Kleuckens).*)
Herr Dr. Moritz vonGrünebaum, Wien IX. 1, Peregringasse 2 (tauscht s. Exlibris von Dr. H. Przibram-Wien, 1900 2 Grössen; bittet bei Sendungen um
in
Herr
Herr
Herr
I. 3 Blätter
Il.
ITT.
IV.
gefl. Angabe des Namens und Orts des behält aber ev. Rücksendung einzelner Exlibris
Zeichners bezw. Datum;
ohne Antwort vor).*)
B. Halbreiter, wegen grösserer Reisen
München, wünscht nicht mehr zu tauschen; Erwiderung erfolgt nicht mehr.*) Jos.
berg, Bucherstrasse 23 (I v.
Hammer, Ingenieur, Nürn- Hugo Krauss-Núrnberg, ı v. Nürnberg, ı v. Carl
brechts-Nürnberg)*). Oberarzt Dr. Has, Fritzlar:
Ferry Riegel- Schmidt - Helm -
von Carl Horn, 1.) Wilhelm Has.
graphie; 2.) Agnes Has.
1903. Chromolitho- 1905. Künst-
lerische Autotypie nur in wenigen
OS
München. |
| Herr sich |
Friulein Emilie Hexamer,
| Frau
Herr
Herr
Herr
' Herr
Exemplaren gegen Bestes — 3.) Wilhelm
Hom. 1902. Chromolithographie —
nur noch wenige Exemplare gegen | Besseres. —
Dr. J. G. Wagner. 1830. Steindruck.
Seltenes heraldisches Blatt. Der Rest‘
der Auflage (noch 40 Stück) aus dem
Nachlass des Besitzers; nur gegen alte
Blätter. Dr. heraldischer Kupferstich, nach bestem Vorbild
E. Uckermann. 1830;
am Wappenbrief von rand. 1.) nur wenige alte Exemplare gegen gute alte Blätter. 2.) geringe Anzahl Neudrucke von der alten Platte auf Büttenpapier. Nur gegen Stiche,
Radierungen p. p.
Bibliothek zum H Peter, Fritzlar, 1840. Typographisch)*).
1525. | Ohne Besitzernamen. 13/15 mit Platten- |
-3$ q oy prachtiger `
Herr
Herr
Herr
Herr
| Herr
Frl. Emma Heck, Heiligenwald, Rhein- `
preussen mehr Gutes! Sammelt in erster Linie Damen-
und Kinder-Exlibris).*)
(tauscht nur gegen
Herr
Herr
Robert Heuser, Köln, Neumarkt 8 (v. E. Zimmermann-Rom).*)
Bad Kreuz- nach, Weinkaufstrasse 4 (v. Gg. Geyer- Wiesbaden),*)
Stadtrat Gertrud Hofmann, Zittau 1. S. (2 Exlibris, von ihr.)*)
Architekt Ham- 8— Io (eig.
Julius Hoffmann, burg, Hohe Lithogr.).*) Fritz
Bleichen Hoffmeister, Stuttgart, H.
Marienstrasse 17 (Radierung v. Bastanier; nur gegen Bestes !).*) R. v Hoschek, Prag II, Bolzano-
strasse, Böhmen (v. L. M. Rheude).*) Dr. Max Höltzel, Stuttgart, Stafflenbergstr. 24 (v. M. Kleditsch).*) Leopold Hummer, München, nun: Massmannplatz 4 ILr. (v. Franz Kobler).*) Hans Freiherr v. Imhotf, Ober- und Bat.-Adjutant, Nürn- 7 III (v. Ernst
Loesch-Nürnberg; sammelt nur heral-
leutnant berg, Egidienberg dische Exlibris Adeliger; andere Sen- dungen bleiben unbeantwortet).*) Leonh. Kalb, Frankfurt a. Main, Trutz 47 (v. Rud. Linnemann-Frank- furt).*)
Maria August Klipstein, stud. art., Giessen, Frankfurterstrasse 123 (Holz- schnitt v. Felix Klipstein).*)
Anton Koch, München, Dachauer- I (1 farb. Orig.-Lith. v. Rud. Sieck und 2 Radierungen v. Otto
Strasse ÓI,
Bauriedl-Múnchen).*)
Fr. König, Buch- und Kunsthändler, Oldenburg i. Gr, (v. B. Wenig).*) Ludwig Kozma,
Huntestrasse 4,
Architekt, Vascrtér 22, Ungarn, (tauscht s. selbstgez.
Györ,
Exlibris, in Farb.-Varitäten, nur gegen
Gutes).*)
Frau Gabriele Krasnopolski,
t5 ( E. Orlik, nur gegen Gleichwertiges).*)
Prag,
Florenzgasse 2 Radierungen v.
Herr Willi Lampe, Frankfurt a Main,
Friedrichstrasse 45 (Radierung v. Jacob |
Happ; nur gegen Besseres).*) Herr Dr. Otto Lang, Oberrichter, Zúrich V, Hegibachstrasse 22 (Radierung v. Karl
Hover- Zürich; nur gegen Besseres; Schund verbeten)*). Herr O. J. Larsen, Bankfuldmaegtig, |
Bergen, Norwegen, 3 Harald Haar- `
Exlibris: 2 v. Gerhard Munthe, Kristiania; 4 v.
fagersgade, tauscht folgende
Joseph W. Simpson, Edinburgh; 1 Porträt-
Exlibris v. Olav Rusti, Bergen; Tv
60
| Herr
Brynjulf Larsson, Kristiania, Radierung: `
In memoriam, und I
Exlibris: In memoriam v.
letzteren zum Andenken an seine ver-
schiedene Gattin, die Schriftstellerin
Bolette C. Pavels Larsen, verfertigt, nur |
gegen Radierungen oder Exlibris von Bittet bei stets um Angabe des Künstlers*).
Schriftstellern.
Herr Otto Lehmann,
berg, Erzgebirge (v. H. Kappler).*)
Herr George J. Lind, Oporto, Rua do Golgotha G. W. Eve, London, nur wieder gegen Radierung oder Stich (ev. Korrespondenz englisch erbeten.
nicht erwidert).*)
Dr. S.W., Spichernstrasse 23 II (v.
Minderwertiges wird
Herr Berlin
F. Will-
Franz Lindheimer,
mann).*) Fräulein Paula Marx. Frankfurta. Main, Feldstrasse 19 (v. M. Möbius)*).
Herr F. Menegoz, Pfarrer, Strassburg. i. E., Kaiser Friedrichstrasse 27 (yv. L.
_ Schnug).*)
Porträt- Olav |
Rusti, Bergen, verfertigt. — Die beiden
Sendungen
Oberlehrer, Stoll- |
Dr. Franz-Ludwigstrasse 8 p. (v. B. Wenig;
Mitterwieser, Würzburg,
reagiert auf „Schund‘“ nicht mehr).*)
Dr. Schaff- hausen, Frauengasse 20 (Radierung v.
Herr med. Ernst Moser,
Ph. Dammköhler (nur gegen Besseres)*).
Dr. med. Pablo G. Munoz, Madrid, Alcala 49, Tripdo 12, Spanien (tauscht
Herr
die von ihm gez. 3 verschied. Exlibris seiner Schwester Josefina).*)
Mele van Overbeck, Château de Savanel, Néthen, Brabant, Belgien.*) Herr Freiherr v. Pechmann, Ober-
leutnant, Núrnberg (v. Ob.-Lt. H. Freih. v. Imhoff; sammelt nur heral- dische Exlibris adeliger und lässt andere
Sendungen unbeantwortet).*)
Frl. Käthe Pöschel, Prome-
nadestr. 37 (v. W. Tiemann).*)
Leipzig,
Frl. Josefine Pöschel, Leipzig, Prome- nadestrasse 37 (v. W. Tiemann).*)
Herr Adam Prager, nun Zúrich, Plattenstrasse 46, Schweiz (3 eigene Exlibris und zahlreiche Dubletten,
sammelt nur Besseres).*)
Herr Arnold Prúner, Ofen-Pest VII, Kertesz utcza 32 (tauscht 3 Exlibris a. v. ihm, 3farbig; b. v. L. Kozma,
121, Portugal (Radierung v, `
c. v. G. Fekete).*)
Mrs. Mary E. Rath-Merrill, 80 Winner Avenue, Columbus, Ohio, V. St. A. (tauscht ihren Wm. Foster-Stich gegen Stich oder Radierung, und die W. F. Hopson - Radierung der Ohio- Alcove- Gift-Plate — abgebildet Exlibris-Zeit- schrift XIV., S. 50, Handel, gegen seltenere Exlibris).*)
— nur 500 im
Herr G. Reinhold, Dresden-Blase- witz, Allemannenallee 6 (v. H. R. Heine- mann-Dresden).*)
Herr Nils Rosen, Malmö, Rundelsgatan 19, Schweden (v. Lydia Skottsberg- Stockholm).*)
Dr.
Germersheim,
Herr Rossbach, Oberstabsarzt, (I Ltt. Karl Hübner-dort; ı v. Heinr. Guggenbichler-
München).*)
Dr. H. Rugenstein, Universitäts - Bibliothek das Wappen - Exlibris, Un- bekannt, des + Germanisten und Nibe- lungenforschers Friedr. Zarncke (+ 1891; Bibliothek in Amerika), sowie dessen Exlibrisstich, Unbekannt, Goethe-Bibliothek, gegen Besseres).*)
Dr. Max Ludwigs- hafen a. Rhein (r eig. und 1 Exlibris Gusti Rau, beide v. O. Rau; „Schund“ verbeten).*)
v.
Herr Leipzig, (tauscht Radierung
V.
feinen von
seiner nur
Herr Rüdiger,
Herr
H. Veit v. G. Croy-Prag).*)
Frau Tony Schütte, Bremen, Park- Allee 44a. nur gegen Bestes.)*) Carl
München, Neurcutherstr. 23 (tauscht
Herr Schwalbach, Kunstmaler,
A. Schmidt-Schröter, Ham- , burg, Brahmsallee 11 (giebt Exlibris `
07
(Radierung v. H. Vogeler; `
2 seiner Exlibris und gibt 3 andere von |
ihm gezeichnete zu je 50 Pf. ab).*)
Frau Dr. Schwarze, Halle a. S., Wettiner- strasse IQ (v. Halle).*)
Fräulein Else Schwind, Hanaua M,
Frl. Wilhelmine Berger-
Kinzigbrücke 16 (v. C. E. A. Begeer- `
Utrecht).*)
Herr W. J. Stollreither, Baden- ` Baden, Sofienstrasse 16 (v. J. Pu- honny).*)
Herr Fr. B. Sutter, Heidelberg,
Schlossberg den Universitäts-
17 (in
Ferien: Pforzheim, Adlerapotheke)
| |
(1 Klischeedruck und 1 Zweifarben-
druck v. Fr. Mathilde Sutter-Pforzheim).*) Herr
Paul Sinner, cand. med. ständige Adresse: Kalk bei Kóln, im Sommer- semester: Kiel (Exlibris v. H. Wilder-
mann, nur gegen Besseres)*).
Herr Jar. Topic, Buchhändler, Prag V.,
Ferdinandstr. 9 (2 v. V. Oliva und M. Svabinsky).*) Herr J. Treuthardt, Bern, Laupen-
strasse 8, Schweiz R.
Münger und ı Kupferdruck v. Staufer,
(Radierung v.
nur gegen Radierungen).*) Universitäts-Bibliothek Tübingen (tauscht 3 Exlibris Dr. K. W. Geiger
von Prof. Speyer, Prof. F. H. Rentsch v Herm. Genter, G. Zúndel v. H.Genter)*).
Herr Albin Weber, Berlin-Schóneberg, Exlibris Faksimile-
Ebersstrasse 57 (tauscht sein „Der Celluloidschnitt, nach dem in der Kar-
heil. Christophorus“, thause zu Buchsheim bei Memmingen aufgefundenen ersten datierten Holz- schnitt mit der Jahreszahl 1423, hand- koloriert, gegen Stich, Radierung oder Dasselbe
Tonplatte
Künstlersteinzeichnung. in
Schwarzdruck mit gegen
Besseres) *).
Felix Willmann, Berlin N. 4., Invalidenstr. sein Exlibris Gessert).*)
Herr
Kunstmaler, (gibt
sm
/
Fräulein Dorothea Wolbrandt, Krefeld, Steckendorferstr. 73 (gesetzt in der Handw. und Kunstgew.-Schule Krefeld)*).
Herr Walter Zimmermann, München, Karlsstrasse 36 III (1 v. W. Geiger,
ı v. E. Zimmermann).*)
Herr Friedrich Behr, Leutnant a. D., sammelt nur mehr alte Exlibris, übernimmt also keine Verpflichtung mehr, Sendungen
mit modernen Blättern zu erwidern.
Eberlein, Stefanienstrasse go (Radier. v. O. Leiter
Frau Major Karlsruhe, nur gegen Radierung).
Fräulen Marv Flücki ger, Bern, ist bis Oktober verreist und kann den Tausch- verkehr erst dann wieder beginnen.
Fehn,
l’echtmeisters - Tochter,
Fräulein Christine Universitäts- München, Nordendstrasse 22 f, II. Stock (1 grosse Radier. v. Radierer Mayr, München, je ı Blatt vom Kunstmaler C. V. H. de Rozsnyay, Budapest, und Telemann, Berlin. Herr Fritz Hoffmeister, Hofkunsthändler, Stuttgart, Marienstrasse 12, tauscht jetzt seine Exlibris von 1. Carl Geist
G. A. Closs, 3-Farbendruck; 3.
Stuttgart, Klischee; 2.
Stuttgart, Hanns Bastanier, Berlin, Originalradierung, je gegen Gleichwertiges.
Frau Hedwig Klasing, Leipzig, Kreuz- strasse 3 b, tauscht ihr selbstgezeichnetes, in Strichätzung hergestelltes Exlibris.
Frl. GerdaLieven, Riga, Nicolaistrasse 19 (v. Siegfried Bielenstein-Riga).
Frl. Dascha Meyer, Dorpat, Lievland (v. Kunstmaler Kunz Meyer, München, Vervielfältigung ist Autotypie).
Herr A. C. Mylius, Kaufmann, burg 17 Abteistrasse 12 1 Exl. von Karl Wolbrandt-Krefeld, Klischee und
Kupferätzung, Abbildung in der Exlibris-
Ham-
Zeitschrift. Tauscht allgemein. Sammelt
auch Holzschnitte, Hamburgensien, Familiengeschichten, bemalte Familien- wappen.
Frau Gehcime Medizinalrat Prof. Siemer- ling, Kiel, Niemannsweg (tauscht ihr elgenes Exlibris und das ihres Mannes,
beide von ihr selbst gezeichnet).
68 —
| Herr Georg Starke, Königl. Hofl., Görlitz, | Doppeladler 3 Grössen, Distelmotiv v. | Professor Ad. M. Hildebrandt, Epheu- | blatt 3 Varietäten v. Hans Hildebrandt, auch Dubletten.
Fräulein Ingeborg Udden, Stockholm,
Grefturegatan 72 (v. ihr).
Herr Torsten Uggla, Auditór, Lund, Schweden. 2 Exlibris von: 1. Jöns Martensson - Lund, Klischee 1903;
2. Arthur Sjögren-Stockholm, Klischee in drei Farben 1905. Tauscht allgemein.
Nicht mehr zu tauschen wünscht und lässt Tauschsendungen unerwidert:
Clara Albert, Obermais- Meran, Villa von Weinhart, Tyrol.
Wilhelm Starke, Schweidnitz.
Fräulein
‚, Herr Referendar,
Weitere Anmeldungen für diese Rubrik werden von der Redaktion oder von Herrn K.
LE. Graf zu Leiningen- Westerburg, München, Y . - PER Rambergstrasse 3, gern enigegengenommen und
| gelangen kostenlos zum Abdruck.
Inhalt.
130. Sitzung des Exlibris- Vereins. — 131. Sitzung des Exlibris-Vereins. — 132. Sitzung
des Exlibris-Vereins. — Neue Mitglieder. — Adressen-Anderungen. — August von Eisenhart +.
(Mit Abbildung.) — Redendes Exlibris Krazer von | e. 1580. (Mit Beilage) — Exlibris Dornsperg. (Mit Beilage und 2 Abbildungen.) — Signum bibliothecae. (Mit 7 Abbildungen.) — Neue Ex- libris. (Mit Beilage und 38 Abbildungen) — Russische Nachrichten. — Exlibris- Wettbewerb. — Verschiedenes. (Mit 2 Abbildungen.) — Exlibris- Litteratur. — Gegen Anonymität. — Eingesandt. — Redaktionellle Mitteilungen. -- Anfrage. — Tauschverkehr. — l
Mit 3 Beilagen.
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Verantwortlicher Herausgeber: Dr. Hans Brendicke, Berlin W. 30, Winterfeldtstrasse 24. Selbst-Verlag des ,Exlibris-Vereins'"* zu Berlin. Druck und auftragsweiser Verlag von C. A. Starke, Kónigl. Hofl., Görlitz, Salomonstr. 39, a. d. Berlinerstr.
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Zeitschrift
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Bibliothekzeichen — Bücherkunde und Gelehrtengeschichte.
Organ desvon Friedrich Warnecke begründeten Exlibris-Vereins zu Berlin.
Berlin, 1906.
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XVI. Der jährliche Preis der „Exlibris-Zeitschrift“ beträgt 12 Mark, für Nichtmitglieder 15 Mark. — Anzeigen für
die „Exlibris-Zeitschrift‘‘ werden von C. A. Starke, Kgl. Hofl., Görlitz, Salomonstr. 39, entgegengenommen.
133.SitzungdesExlibris-Vereins | an und für sich ja nichts seltenes sind und
vom 12. Januar 1906.
In Abwesenheit des Herrn Professors Doepler übernimmt Herr Professor Hilde- brandt den stellvertretenden Vorsitz; den gleichfalls abwesenden Schriftführer vertritt
Dr. Waehmer.
Herr Professor Hildebrandt legt ein neues von ihm gezeichnetes Exlibris A. Amman im Original und in der photographischen Verkleinerung vor, ferner ein für denselben Besteller angefertigtes Lesezeichen. Dieses zeigt oben über in Renaissancestil gehaltenen Rankenwerk das Ammannsche Wappen, ın der Mitte die Inschrift „Inter folia fructus“ und unten das Monogramm des Besitzers mit der Überschrift „Lesezeichen von Aug. F. Ammann.“ Es wird von den anwesenden Mitgliedern
bemerkt, dass Lesezeichen von Künstlerhand
gerade in den letzten Jahren wieder zahlreich auftauchen. Aber solche Zeichen mit dem Namen des Bibliothekbesitzers und in einer ausschliesslich für ihn bestimmten Komposition, können doch als eine wenig bekannte und freudig zu begrüssende Neuerung gelten*). Derselbe Künstler legt ferner eine Anzahl seiner neuesten Arbeiten auf dem Gebiete des Exlibris in verschiedenen Reproduktionsarten bei steller die Vereinigung zweier nach Zeit und Stil langt war, erregt durch die glückliche Lösung
vor. Eine derselben, welcher vom Be-
ganz verchiedener Wappenschilde ver-
dieser schwierigen Aufgabe besondere Auf- merksamkeit.
Herr Regierungsrat von Zur Westen erfreut die Anwesenden durch Herumzeigen eines äusserst seltenen Buches, der Erstaus-
*) Vgl. unter ‚‚Verschiedenes‘‘ dieser No.
Hinkel nach
gabe von Brentanos „Gockel,
Gackeleia“ mit Steindrucken selbst- gefertigten Zeichnungen Brentanos, Frankfurt 1838 bei Schmerber.
Dr. Waehmer hat einige neuerworbene auf Pergament gemalte Wappenblátter des 16. und 17. Jahrhunderts — offenbar aus Missalien stammend — mitgebracht, deren Deutung und Bestimmung zu übernehmen Herr Professor Hildebrandt bereitwilligst zusagt.
Eine von Herrn Dr. Brendicke ein- gesandte Einladungskarte zu einer graphischen Kunstausstellung in Zürich entfesselt einen lebhaften Streit über Eigenart und Aufnahme der modernen Typen von Eckmann, Behrens, Über die Enstehungs-
geschichte dieser Typenzeichnungen machen
Sattler und Barlósius.
Herr Voigt, Abteilungsvorsteher in der Reichs- druckerei, und Herr Regierungsrat von Zur Westen interessante Angaben.
Es kommt dann zur Sprache, dass z. Z. im hiesigen Kaiser- Friedrich - Hause unter anderem eine Ausstellung des „Kunstgewerbes stattfindet,
welche eine kleine Anzahl ärztlicher Exlibris
in der Geschichte der Medizin“
— alter und moderner — enthält. Dieser Sonderausstellung im Sommer soll cine Schwarz- weissausstellung folgen, welche eine grössere Zahl ärztlicher Exlibris bringen wird. Der Schriftführer: i. V. Dr. Waelmer.
134. Sitzung des Exlibris-Vereins vom 12. Februar 19060.
Der Vorsitzende, Herr Prof. E. Doepler d. J., verliest ein Schreiben des Herrn Grafen K. E. zu Leiningen-Westerburg in Múnchen, in welchem dieser mitteilt, dass in der eng- Herr Dr, Brendicke, dann dieser Herr und Herr Prof. Emil
schliesslich
lischen Exlıbris-Zeitschrift einmal
dann nur der letztere und
Doepler,
keiner von den beiden Herren
und :
als Honorary Vice-Präsident geführt wurde. Keinem der Herren ist jemals in dieser An- gelegenheit irgend eine Anfrage oder Mit- teilung des englischen Vereins zugegangen. Die Versammlung beschliesst, der Angelegenheit keinerlei Wert beizumessen und ist der Ansicht, die englische
dass Ehrenmitgliedschaft des
Herrn Grafen Leiningen-Westerburg durch diese Ungehörigkeit in keiner Weise betroffen wird. Der Vorstand ist aber ausserordentlich angenehm berührt durch die dem solidarischen Gefühl des Herrn Grafen entspringenden Vor- schläge desselben, seine eigene Ehrenmitglied schaft niederzulegen, glaubt aber nicht, dass eine Veranlassung zum Einschreiten vorliegt.
Der Vorsitzende legt sodann ein von ihm gezeichnetes heraldisches Blatt für das Ritter- gut Rüben im Besitze des Herrn Brandstetter, Leipzig, vor.
Im Auftrage des Herrn Grafen zu Leiningen-Westerburg wird an die ständig in den Sitzungen anwesenden Mit- glieder die dem Herrn Grafen gelegentlich der Werbung des vierhundertsten Mitgliedes gestiftete prachtvolle zweifarbig gedruckte Ra- dierung von Hanns Bastanier verteilt.
Einem Antrage entsprechend beschliesst die Versammlung, diese Radierung mit der Genehmigung des Besitzers als Beilage in Original-Radierung einer der nächsten Num- mern unserer Zeitschrift beizufügen.
Herr Grafzu Leiningen-Wester- burg sandte zur Vorlage zwei Plagiate*) ein, in Graz
welche sich ein Herr Carl Kraus
geleistet hat. Dieser Herr verwandte in ab- solut „naturgetreuer“ Weise nur in erheblich schlechterer Ausführung die beiden Blätter des Herrn Grafen von Oscar Roick und Paul Voigt zu zwei Exlibris für Graf zu Stuben- berg und Anna Gräfin zu Buttler. Auf Ein- sind beide Blätter nunmehr
spruch unter-
drückt worden.
*, Vgl. unter ‚‚Verschiedenes‘‘ dieser No.
Herr Landgerichtsrat Dr. Beringuier bringt sodann wieder eine reiche Sammlung neuer Eingänge zur Vorlage.
Herr Paul Voigt legt zwei neue Blätter vor, das erste namenlose für Leutnant A. Müller stellt einen Ritter am Waldessaume Wache haltend vor, das zweite für Willy Klamitter zeigt eine Bibliothek mit Aussicht auf das Meer.
Herr Regierungsrat von Zur Westen legt einige interessante Werke vor, darunter „Der Nibelunge Lied, 1840, Bendemann, Hübner, Stilke etc., Dichter des
illustriert von deutschen Volkes, 1846, illustriert von Menzel, Hosemann u. a, Rob. Reinick, Lieder eines Malers, mit Randzeichnungen seiner Freunde. 1838, einige gute Blätter von Oeser, dem schliesslich ein Mes Torts, Amsterdam 1775, mit dem berühmten
Zeichenlehrer Goethes, und
besonders kostbares Werk: Nouveaux Titelblatte gezeichnet von C. P. Marillier, gestochen von E. De Ghendt, welches auch von Knight und Victor Ottmann als Exlibris benutzt worden ist.
Herr Dr. Waehmer zeigt einige pracht- Titelblatt für die Oeuvres complets de Mozart von Breit-
volle Musiktitel, darunter das
kopf und Härtel, sowie verschiedene Barock- und Rokoko-Titel.
Herr C. Langenscheidt legt zuletzt noch einen längeren Artikel des Herm Grafen Leiningen-Westerburg aus der „Zeitschrift für Bücherfreunde“ vor, in welchem die meisten der letzten Zeit ausführlich besprochen werden. Die
Neuerscheinungen der Exlibrislitteratur längere Zeit ruhende schweizerische Exlibris-
Zeitung soll von jetzt an wieder erscheinen. Der Schriftführer:
Carl G. F. Langenscheidt.
135.Sitzung des Exlibris-Vereins vom 9. April 1906.
Der Vorsitzende, Herr Prof. E. Doepler
d. J. eröffnet die Sitzung und legt die neuesten
Nummern der französischen und englischen Exlibriszeitschriften vor.
Herr Langenscheidt überreicht sodann im Auftrage des Herrn Grafen zu Leiningen- Westerburg in München einen Artikel der Allgemeinen Zeitung in München, welch
letztere die unnötige Schärfe der Post bei
Beifügung von handschriftlichen Notizen zu Exlibrissendungen geisselt und Abstellung dieses Übelstandes verlangt.
Herr Dr. Brendicke übergibt ein Ex- libris E. L. Goldmann, Karlsbad, gezeichnet von Felix Maltz, Charlottenburg, für die Vereins- sammlung.
Herr Lanugerichtsrat Dr. Beringuier und Herr Dr. neuesten Erwerbungen, letzterer unter diesen
Anzahl Warenzeichen aus dem 18. Jahrhundert.
Wachmer zeigen ihre
eine hochinteressanter gestochener
Herr Dr. Brendicke legt zum Schluss das Exlibris Victor Weinwurm vor, gezeichnet von E. Fluss in Prag.*) Herr Professor Doepler bemerkt hierzu, dass in diesem Falle wiederum ein eclatantes Plagiat vorliegt. Die Figur eines nackten Mannes mit Schwert und Fackel Stuck
ist absolut genau einem von Franz
gezeichneten Blatte in den „Allegorien und
Emblemen“ von Gerlach und Schenk (Blatt
No. 55a) entnommen. Der Schriftführer:
Carl G. F. Langenscheidt.
Dem Exlibris-Verein sind als Mitglieder ferner beigetreten: Eingeführt durch Herrn K. E. Grafen zu Leiningen- Westerburg:
Herr James H. Fincken, Philadelphia, Pa., 804 Walnutstreet, V. St. Amerika.
Frau A. Hüttner, Rittergut Pırk, sächs. Vogtland. Emmy Wandsbeck
b. Hamburg, Claudiusstrasse 47.
Frau Stürken,
*) Vgl. unter , Verschiedenes'* dieser Nummer.
Herr Richard Steudel, Direktor, Mann- heim, Meerfeldstrasse 4a.
Georg Rody, Carnap bei Altenessen.
Herr Pfarrer und Rektor,
Frl. Ross Koch, Nürnberg, Lorenzer-
platz 19.
Herr E. P. Ricsenfeld, Architekt, München, Kaiserstrasse 27, I.
Herr Georg Edmund Singer, Verleger,
Ofen-Pcst VI, Andrassystrasse 122. Miss Anne C. Justice, New-York, 78 Madison Avenue II, V. St. A.
Herr Hans Hohneck, kaufm. Beamter der
a
Kel. Sachs. Porzellan- Manufaktur und Leutnant d R, Dresden A. Schloss- strasse 30.
Zingeführt durch Herrn Major Mootz:
Herr Elfeldt,
Bismarckstrasse 45.
Fabrikbesitzer 3remen 3
(Sammelt nicht!)
Fingeführt durch Zenn Dr. II. Brendicke:
wi
Herr Arthur August, Berlin S. so, Schinkestrasse 10, I. Herr Victor Weinwurm, Prag, Marien- `
gasse 10. Eingefünrt durch Herrn Fritz Amberger:
Herr W. Rüb, Zúrich I, Sihlhofstrasse 12,
(tauscht nicht).
Eıingeführt durch Herrn E. Doepler:
Herr Martin Kortmann, Maler, Berlin
W. 15, Pariserstrasse 6, Gartenhaus IV S. Lingeftihrt durch Herrn Carl G. F. Langenscheidt: Bibliothek des Cistercienserstifts (Pater Robert Stams, Tirol.
Stams
Eingeführt durch Herrn Georg Starke: Herr Paul Goldstein, Berlin, Speverer- strasse 20 I. Adressen-Anderungen:
Herr Dr. phil. Georg Burchard, Heidel- berg, Klosestrasse 10 (ab 1. Aug. 00).
Reisch) Post
N
Herr Mor. von Grünewald, Hamburg, Papenhuderstrasse 33, p. Adr.: Herrn A. Schulz.
Herr Louis Graf, ab 1. Juni: München, Hohenzollernstrasse 46, II.
Herr Emil Schuch, Praktikant am kgl. bayr.
Sonthofen
im Allgäu, Haus No. 190.
Hüttenwerk Sonthofen,
Herr Viktor Singer, Hamburg-Elbe, Königsstrasse 36 II, Vorderhaus.
Cl.
Fellnerstrasse 7, IT. Paul
Holstenstrasse 35, II.
Herr H. L. Mason jr, Pittsburg Pa. 431 Wood Street, V. St. A.
Elsa Baesecke, 8
Frankreich.
Frau Cramer, Frankfurt a. Main,
Herr Súnner, cand. med, Kiel,
Frl. étudiante en lettres,
rue Voltaire, Grenoble, Isere,
Herr Emanuel Grab, K. K. Kommerzialrat, Prag, Pflastergasse 2.
Herr Dr. Rechts-
anwalt, Hamburg, Heilwigstrasse I2.
Martin Wassermann,
Herr Wolfgang Mecklenburg, vorm.
Richterscher Verlag, Berlin W. 30, 17: Frl. MarietaWohlschläger, München,
Motzstrasse
Barerstrasse 20.
Herr George May Elwood, Rochester NA Box 124 V. St. A.
Herr Com. T. Ethofer, akademischer Maler, Salzburg, 4 Karolinenplatz, Osterreich.
Herr Philipp Rudolf Graf zu Ingelheim, Echter genannt von und zu Mespelbrunn, Herr auf Schloss Mespelbrunn i. Spessart, im k. b. 4. Chevaul.-Rgt. „König“, Augsburg, Kaiserplatz 8/o. F. Mouths, Essen-Ruhr, Hohen- 14. Siegl,
Leutnant
zollernstrasse Oskar Zeidlerstrasse 2.
Herr Teplitz, Böhmen,
Herr R. v. Frevmann, St. Petersburg,
Sapiorny 10, Russland.
Herr Architekt Rich. Sturtzkopf, Köln, Neue Mastrichterstrasse 7, II.
Frl. Frieda Bruck, Berlin W. ı5, Fasanen- strasse 61, Hochparterre.
Brunner und Neubronner.
Vor kurzem kam ich in den Besitz von 2 hier abgebildeten namenlosen Exlibris, die zweifellos bedeutende Ähnlichkeit besitzen.
Für die Zeit ihrer Entstehung glaubte ich die II. Hälfte des 16. Jahrhunderts ansetzen zu dürfen. Das eine Blatt (S. 74), ein kräftiger Holz- schnitt im Formate 72 : 97 mm, zeigt in ovalem Rahmen mit 4 Eckverzierungen ein Wappen: Im Schilde einen Brunnenstock auf einem Drei- berg stehend, der von 3 Wasserstrahlen be- netzt wird. Der gekrönte Stechhelm trägt als Zimier einen wachsenden Löwen.
Das andere Blatt (S. 75), ebenfalls ein flotter Holzschnitt mit alter Handbemalung im Format 75:96 mm, zeigt in rechteckiger Linienfassung einen Ovalralımen mit Eckverzierungen, welcher durch ein Wappen und ein darüber ange- brachtes flatterndes Spruchband mit den Buchstaben: DVG.S. VVG. ausgefüllt wird. Das erstere trägt im rotweiss quer geteilten Schild einen mit einem Löwen gekrönten
Brunnenstock, der aus einem sechseckigen
Bassin aufragend in dieses aus 2 Löwen- Auf